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Problem Grünabfuhr: Gurmels will die Abfallentsorgung neu gestalten

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Am Dienstagabend informierte die Gemeinde ­Gurmels in der Orientierungsschule, wie sie die Abfall­entsorgung in Zukunft organisieren möchte. Das Interesse am Thema war gross, die Aula fast bis auf den letzten Platz ­besetzt.

Markus Wüstefeld, der in Gurmels zuständige Gemeinderat, erläuterte den rund 200 Anwesenden die Änderungen des Reglements, das der Kanton Freiburg noch gutheissen und das die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung vom 14. Dezember noch annehmen müssen.

Finanzierung nach Mengen

Die aktuelle Finanzierung der Abfallentsorgung von Gurmels entspricht nicht dem Gesetz und dem Reglement über die Abfallbewirtschaftung des Kantons Freiburg.

Neu würde die Gemeinde die Grundgebühren der Abfallentsorgung nicht mehr pro Person, sondern pro Gebäude und pro Wohnungseinheit verrechnen (siehe Kasten). Der Grund dafür liegt beim Grüngut. «Wir entsorgen gut 1 000 Tonnen zu viel pro Jahr und bezahlen dafür wir Strafgebühren», sagte Wüstefeld.

Neu würde Grüngut nicht mehr über die Grundgebühr, sondern nach Mengen mit Abfallmarken finanziert und unter anderem in Containern eingesammelt.

Dazu fragte ein Mann im Saal: «Wie soll das in einem Block funktionieren, wenn jeder Bewohner einen eigenen Container vor das Haus stellen muss? Das benötigt viel zu viel Platz.»

Markus Wüstefeld erkannte das Problem und versprach, das Anliegen zu klären.

Ein anderer Herr wollte wissen, ob eine Verrechnung nach Gewicht nicht fairer wäre. Dem widersprach Wüstefeld: «Nasser Rasen ist beispielsweise viel schwerer als in trockenem Zustand, obwohl die Menge etwa gleich bleibt.»

Mit der neuen Regelung würde das Grüngut in der ganzen Gemeinde abgeholt – von Februar bis November zwei Mal pro Monat, im Dezember und Januar monatlich.

Dazu fragte jemand: «Wird der Container beim Leeren gewaschen, wie das andere Kehrichtabfuhren anbieten?» Das werde Gurmels nicht anbieten, antwortete Wüstefeld.

Neuer Entsorgungshof

Weil die Abfallsammelstellen den Vorgaben und den Erwartungen nicht mehr entsprechen, geht im Frühjahr 2018 der neu gebaute Entsorgungshof in der Peitschenmatte beim Werkhof in Betrieb. Er nimmt fast alle gängigen Stoffe entgegen und wird montags und donnerstags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 8 bis 12 Uhr geöffnet sein.

Dazu fragte eine Frau im Saal. «Verursacht das unter der Woche nicht viel zusätzlichen Verkehr während der Stosszeiten?» Darauf antwortete Markus Wüstefeld: «Mit den Öffnungszeiten kann Abfall nach Feierabend entsorgt werden. Das scheint uns wichtig». Er werde aber Öffnungszeiten am früheren Nachmittag prüfen, versicherte er.

Mit der Eröffnung des neuen Entsorgungshofs werden vier der fünf alten Sammelstellen abgebaut: Kleingurmels, Guschelmuth, Liebistorf und beim Sportplatz. Einzig die Sammelstelle in Cordast wird weitergeführt. Sie wird jedoch in Zukunft kein Grüngut mehr annehmen.

Keine Papiersammlung mehr

Ausserdem werden mit der Inbetriebnahme des Entsorgungshofs künftig Papier und Karton nicht mehr abgeholt. Beides muss dann in den Entsorgungshof gebracht werden.

Zuletzt las Markus Wüstefeld von der Folie ab, dass ab 2018 die Eltern von Neugeborenen von der Gemeinde zwanzig Abfallmarken gratis erhalten.

Das löste Gelächter im Saal aus – und so löste sich die ernste Informationsveranstaltung fröhlich auf.

Abfallentsorgung

Grundgebühr pro Gebäude und Wohneinheit verrechnen

Das kantonale Gesetz zur Abfallbewirtschaftung verlangt von allen Gemeinden, die Kosten ihrer Abfallentsorgung maximal zu 50 Prozent über die Einnahmen aus der Grundgebühr zu finanzieren. Gurmels deckt diese Kosten jedoch zu 57 Prozent über die Grundgebühr. Diese wird in Gurmels pauschal pro Person verrechnet: Jeder erwachsene Einwohner der Gemeinde zahlt für die Entsorgung seines Kehrichts (Graugut) und Grünguts 90 Franken pro Jahr. Hinzukommen die Ausgaben für den Kauf von Abfallmarken und die Kosten für die Abfalleinsammlungen, die Gurmels indivi­duell nach Gewicht verrechnet. Diese beiden Ausgeben decken die restlichen 43 Prozent der Kosten der Abfallentsorgung der Gemeinde. Dass in Gurmels die Grundgebühr über die Hälfte der Abfallentsorgungskosten ausmacht, liegt laut Gemeinde am Grüngut. Dessen Menge nehme seit Jahren stetig und überdurchschnittlich zu. Wieso dem so ist, weiss niemand genau. Um den Anteil der Grundgebühr an den gesamten Abfallentsorgungskosten unter die vom Kanton Freiburg verlangten 50 Prozent zu senken, möchte Gurmels diese Grundgebühr in Zukunft nicht mehr pro Person verrechnen, sondern pro Gebäude und pro Wohneinheit finanzieren – wie bei der Abwasserentsorgung. Die neue Grundgebühr würde pro Gebäude 60 Franken und pro Wohneinheit 30 Franken kosten. Das würde in einem Haushalt mit zwei Erwachsenen die Grundkosten der Abfallentsorgung um die Hälfte reduzieren. Statt wie bisher jährlich 180 Franken (zwei Mal 90 Franken pro Erwachsener) wären es neu noch 90 Franken (60 Franken pro Gebäude und 30 Franken pro Wohneinheit). Hinzu kämen die Gebührenmarken für das Grüngut.

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«Wir entsorgen gut 1 000 Tonnen zu viel Grüngut und bezahlen dafür Strafgebühren.»

Markus Wüstefeld

Gemeinderat von Gurmels

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