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Quo vadis, Gottéron?

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Die Partie am Samstagabend gegen den HC Lugano lief nach dem genau gleichen Muster wie die Spiele der letzten Wochen ab – und endete mit einer weiteren Niederlage von Gottéron. Nur weil Ambri, das zweite Kellerkind der Liga, auch verlor, blieb den Freiburger zumindest die Schmach der roten Laterne fürs Erste erspart. Dennoch war diese 26. Saisonniederlage im 43. Qualifikationsspiel für die Verantwortlichen des Traditionsklubs offenbar die eine zu viel. Der zerknirschte und in der Kritik stehende Sportdirektor Christian Dubé kündigte gleich nach Spielende in den kommenden Stunden einschneidende Massnahmen an. Was genau er damit meinte, wird die Zukunft zeigen. Doch solange die Mannschaft praktisch nach jedem Gegentor auseinanderfällt, wird auch für einen möglichen neuen Trainer an der Bande – selbst wenn dieser auch Slawa Bykow heissen sollte – guter Rat teuer sein.

Der Wahrheit endlich in die Augen schauen

Im Anschluss an die einmal mehr unnötige Niederlage am Samstag in Biel hatte sich Trainer Larry Huras gegenüber der Zeitung «La Liberté» geäussert, dass man in Freiburg den Trainer noch zehnmal auswechseln könne. Das werde kaum etwas nützen, solange das halbe Kader nicht die Qualität habe, um in der obersten Liga Spiele zu gewinnen. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass beim nächsten Heimspiel am kommenden Freitag, wiederum gegen Lausanne, bei Got­téron ein neuer Trainer an der Bande stehen wird. In den Katakomben der FKB-Arena hörte man am Samstag Namen wie Lars Leuenberger, Kevin Schläpfer, aber vor allem Slawa Bykow, der sich vor dem Spiel mit Präsident Michel Volet zu einem Arbeitsessen traf. Wie meistens in solchen Fällen bleibe der Klubleitung einzig die Möglichkeit eines Trainerwechsels, gab der ziemlich ratlose Dubé nach dem Spiel auf Französisch den Journalisten Auskunft. Man könne ja jetzt nicht die halbe Mannschaft auswechseln. Der Grossteil des mangelnden Erfolges ist aber nicht auf die bisherigen Trainer Zenhäusern und Huras zurückzuführen, sondern auf die falsche Personalpolitik der technischen Leitung. Bis auf Roman Cervenka, der zusammen mit seinem Sturm auch gegen Lugano als Einziger mithalten konnte, hat keine Neuverpflichtung die Erwartungen in Freiburg bisher erfüllt. Und wenn man sieht, dass wohl die Qualität des Kaders auch in der nächsten Saison kaum besser wird, dann droht dem langjährigen NLA-Klub eine triste Zukunft. Statt mit Aussagen wie «Man hat eigentlich eine Playoff-Mannschaft» zu blenden, wäre es an der Zeit, endlich den sportlichen Tatsachen in die Augen zu schauen. Und diese deuten auf einen Playout-Final gegen Ambri hin.

Hoffnungsträger Reto Berra

Gegen Lugano brachte Huras wieder einmal seinen Ersatzkeeper Dennis Saikkonen, holte diesen aber aus unerklärlichen Gründen nach dem vierten Gegentor in der 35. Minute wieder vom Eis. In der Folge musste Benjamin Conz wohl nur noch einen Treffer einkassieren, aber der Match war zum Zeitpunkt des Wechsels längst entschieden. Der Jurassier Conz, der im Gegensatz zu Saikkonen für die nächste Saison noch einen Vertrag besitzt, hat natürlich auch von den Verhandlungen seines Vereins mit Reto Berra Kenntnis genommen: «Ich bleibe in dieser Sache ruhig und werde versuchen dann, wenn mich der Coach ins Tor stellt, mit guten Leistungen der Mannschaft zu helfen.» Leider konnte er diese sportliche Einstellung bisher auf dem Eis nur selten realisieren. Freiburgs Verantwortliche versuchen denn auch – wie Biel vor einem Jahr mit Jonas Hiller – mit dem NHL-Goalie endlich wieder einen sicheren Rückhalt an die Saane zu holen. Berra, der zurzeit hauptsächlich in der AHL spielt, hat aber noch andere Angebote (zum Beispiel von Lausanne) auf dem Tisch. Sportdirektor Dubé weiss zudem nicht, ob sich Gottéron Berra jetzt oder nächste Saison finanziell überhaupt leisten kann, denn der Natikeeper wird den neuen Verein mit allem Drum und Dran sicher mehr als eine halbe Million pro Jahr kosten. Und ob allein ein besserer Keeper alle Defensivprobleme des Ligavorletzten lösen kann, scheint mehr als fraglich. Gottéron hat im Vergleich zum EHC Biel, der mit seinem neuen Keeper die Playoffs planen kann, noch viele andere Baustellen. Wie so oft in den letzten Wochen konnten die Freiburger gegen ein mehr als mittelmässiges Lugano den Match optisch offen gestalten, aber wie man dem Gegner im zweiten Drittel die vorentscheidenden Tore zum 1:3 und 1:4 auf dem Tablett servierte, war ein klares Zeichen von völlig fehlendem Selbstvertrauen.

Jetzt geht es nur noch um Schadensbegrenzung

Trainer Huras und auch seine beiden Goalies Saikkonen und Conz gaben sich nach der Niederlage immer noch angriffig. Man müsse weiter hart arbeiten und so den Erfolg wieder auf seine Seite ziehen. Anders sieht dies Luganos Neu-Coach Greg Irland, der seinen zweiten Sieg feiern konnte. Seine Mannschaft sei auf dem richtigen Weg und habe in Freiburg endlich auch defensiv gut gespielt – dies sei eben immer der Schlüssel zum Sieg. Im Angriff gehört der letztjährige Playoff-Finalist aus dem Tessin mit Doppeltorschütze und Shootingstar Luca Fazzini (21) so oder so zu den besten der Liga.

Die Freiburger ihrerseits gehen harten Zeiten entgegen; schon deutet vieles darauf hin, dass die Relegationsrunde mehr oder weniger zu einem bedeutungslosen Intermezzo wird, weil Kloten und Langnau Platz 9 und 10, die den Ligaerhalt garantieren, bereits fast auf sicher haben. Das harte Restprogramm der Drachen verspricht jedenfalls nichts Gutes. Ob die angekündigten Massnahmen neben dem Eis der Mannschaft neue Impulse geben werden, muss sich erst zeigen. Eines ist jedenfalls klar: Irgendetwas muss der Verein unternehmen, sonst werden in dieser Saison kaum mehr knapp 6000 Fans ins Stadion pilgern, und dann wird es nebst dem sportlichen Misserfolg am Ende der Saison wohl auch noch finanzielle Einbussen zu verkraften geben.

Telegramm

Gottéron – Lugano 2:5 (1:2, 0:2, 1:1)

5875 Zuschauer. – SR Massy/Prugger, Kaderli/Obwegeser. Tore: 1. (0:13) Sprunger (Cervenka) 1:0. 9. Klasen (Brunner) 1:1. 20. (19:00) Bürgler (Brunner/Ausschluss Chavaillaz) 1:2. 32. Fazzini (Lapierre) 1:3. 35. Lapierre (Bürgler) 1:4. 48. Sprunger (Cervenka) 2:4. 53. Fazzini (Bürgler) 2:5. Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Gottéron, 7-mal 2 Minuten gegen Lugano.

Freiburg-Gottéron: Saikkonen (35. Conz); Maret, Leeger; Rathgeb, Abplanalp; Schilt, Chavaillaz; Kienzle; Sprunger, Cervenka, Birner; John Fritsche, Rivera, Caryl Neuenschwander; Mauldin, Vesce, Neukom; Chiquet, Schmutz, Mottet; Daniel Steiner.

Lugano: Manzato (38. Merzlikins); Chiesa, Furrer; Ulmer, Wilson; Hirschi, Julien Vauclair; Sartori; Walker, Sannitz, Bertaggia; Brunner, Martensson, Klasen; Fazzini, Lapierre, Bürgler; Reuille, Gardner, Romanenghi; Ronchetti.

Bemerkungen: Gottéron ohne Stalder, Loichat, Glauser, Bykow (alle verletzt) sowie Picard (überzähliger Ausländer), Lugano ohne Hofmann, Fontana, Morini und Kparghai (alle verletzt) sowie Zackrisson (überzähliger Ausländer). – Pfosten: 15. Fazzini. 53. Lapierre. – Verletzt ausgeschieden: 32. Caryl Neuenschwander. 38. Manzato. – 58. Timeout Gottéron, von 39:57 bis 40:00 sowie 57:08 bis 58:57 ohne Torhüter. Torschüsse: 39:26.

Die FN-Besten: Cervenka, Lapierre.

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