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Rechte gestärkt, Linke geschwächt

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Mit einem massiven Plus von rund vier Prozentpunkten Wähleranteil ist die SVP Freiburg die Siegerin der Nationalratswahlen vom 18. Oktober im Kanton Freiburg. Der Erdrutschsieg ermöglichte ihr den Zugewinn des lang ersehnten Sitzes aus eigener Kraft, ihre Bündnispartnerin EDU trug mit stabilen 0,7 Prozent Wähleranteil zur Sicherung des zweiten Sitzes bei. Zusammen mit der Jugendliste kam die SVP auf 25,6 Prozent und steigerte ihren Wähleranteil damit um rund vier Prozentpunkte.

Der zweite Mann der SVP Freiburg in Bundesbern neben dem bisherigen Nationalrat Jean-François Rime wird Pierre-André Page aus dem Glanebezirk sein. Im parteiinternen Rennen um Platz zwei setzte er sich überraschend deutlich mit 900 Stimmen Vorsprung gegen den Sensler Emanuel Waeber durch. Dies, obschon sich Waeber durch seine Kandidatur für die Ständeratswahlen eigentlich einen gewissen Vorteil hätte ausrechnen können.

Das linke Debakel

Die Freiburger Linke hat einen rabenschwarzen Tag eingezogen und ihren seit 1999 gehaltenen dritten Sitz verloren. Die SP hatte ihn 2011 noch knapp der schwächelnden CSP entrissen. Für das Fiasko der Listenverbindung links der Mitte sind zwei Faktoren entscheidend: Ohne das Zugpferd Christian Levrat auf der Wahlliste verlor die SP Freiburg Wähleranteile von rund 2,8 Prozentpunkten und kam noch auf rund 23,8 Prozent – wobei die SP-Jungpartei ein achtbares Ergebnis erzielte.

Erst recht ein Debakel erlitt die traditionsreiche Freiburger CSP, die sich in einem verzweifelten Akt nach den letzten Nationalratswahlen noch in Mitte links–CSP umbenannt hatte, um die Talsohle zu verlassen. Ihre erneute Wahlniederlage ist mitverantwortlich für den Verlust des dritten Sitzes der Freiburger Linken. Die CSP sackte mit noch 1,8 Prozent Wähleranteil gegenüber 5,5 im Jahr 2011 zur Bedeutungslosigkeit ab. Mit den Verlusten von SP und CSP fehlten dem Linksbündnis rund 6,5 Wählerprozente, und das kostete ihr den dritten Sitz. Auf der Strecke blieb eine Deutschfreiburgerin, die Murtner SP-Bisherige Ursula Schneider Schüttel.

Die Freiburger Grünen und ihre Jugendliste konnten ihren Anteil auf insgesamt 5,2 Prozent leicht steigern und gehören zu den wenigen grünen Kantonalsektionen, die gestern effektiv vorwärts gemacht haben. Die EVP als vierte Partnerin im Bündnis nutzte einmal mehr ihr traditionelles Wählerpotenzial aus und kam erneut auf 0,7 Prozent.

CVP und FDP gut taktiert

Die Rechnung der Freiburger CVP jedoch ging einmal mehr auf. Sie trat dieses Jahr nicht nur mit einer, sondern gleich mit vier Junglisten an–aufgeteilt in Regionen. Die Mutterpartei stagnierte zwar und fiel mit 19,6 Prozent noch unter die 20-Prozent-Marke. Doch die Junglisten schaufelten 2,7 Prozent Wähleranteil in den gemeinsamen Topf, 0,7 Prozent stammte dabei von der Deutschfreiburger Jung-CVP-Liste. Insgesamt verbesserte sich die CVP-Familie gestern gegenüber den Wahlen von 2011 um rund zwei Prozentpunkte. Zusammen mit den 3,2 Prozent der beiden Listen der GLP konnte das Mitte-rechts-Bündnis wie schon 2011 den zweiten Sitz der Senslerin Christine Bulliard Marbach ins Trockene bringen. Die GLP buchstabierte trotz des Achtungsergebnisses ihres Ständeratskandidaten Ralph Schmid zurück. Die Listenverbindung um die CVP blieb insgesamt gleich stark–2011 war noch die BDP mit an Bord.

Der vierte politische Block, jener um die Freiburger FDP, baute seine Position leicht aus. Die FDP machte mit ihrem Parteinachwuchs ein Plus von einem Prozentpunkt und kam auf 13,9 Prozent. Den Sitz hätte sie auch ohne die Bündnispartnerin BDP geholt, deren Wähleranteil um 0,6 Prozentpunkte abnahm und nur noch 1,3 Prozent betrug.

Die nächstplatzierten Ersatzleute sind: Emanuel Waeber (SVP), Ursula Schneider Schüttel (SP), Eric Collomb (CVP) und Nadine Gobet (FDP).

Dominique de Buman CVP, 25 905 Stimmen Jean-François Rime SVP, 29 203 Stimmen Jean-François Steiert SP, 30 717 Stimmen Valérie Piller Carrard SP, 20 102 Stimmen Pierre-André Page SVP, 20 879 Stimmen Jacques Bourgeois FDP, 22 347 Stimmen 

 

Kommentar von Nicole Jegerlehner

Das CSP-Debakel kostet die Linke den dritten Sitz

Vor vier Jahren konnte die Freiburger Linke ihre drei Nationalratssitze halten – dank den Listenverbindungen im linken Lager. Dieses Jahr hat das Listenverbindungsglück für die SP nun in Listenverbindungspech umgeschlagen: Zwar ist die SP nach wie vor stärker als die CVP. Weil aber die Bünd­nis­part­ner der SP schwächer oder zumindest nicht stärker geworden sind, hat die SP ihren dritten Nationalratssitz verloren, während die CVP ihre beiden Sitze halten konnte.
Vor allem das Debakel der CSP hat zum Sitzverlust im linken Lager geführt. Die Partei, die vor sechzehn Jahren noch auf einen Wähleranteil von 10,6 Prozent gekommen ist, erreichte dieses Jahr gerade einmal 1,8 Prozent – knapp mehr als die Juso, welche 1,5 Prozent holte.
Die CVP hingegen konnte dank ihren vier Jugendlisten erstmals seit den 1970er-Jahren wieder zulegen. Die einst so stolze Freiburger Hausmacht ist nach Jahren des steten Verlusts erwacht und hat entdeckt, dass sie ihre Wählerinnen und Wähler mobilisieren muss – und kann–, wenn sie Resultate will.
Die SVP ist nun erstmals die stärkste Kraft im Kanton. Das ist eine logische Fortsetzung ihrer Erfolge der letzten Jahre – und nichts Freiburg-Spezifisches: Die Partei hat in der ganzen Schweiz zusätzliche Nationalratssitze geholt.

 

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