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Reitverbot in Courgevaux sorgt für Aufgabe von Pensionsstall in Greng

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Seit einem Jahr ist auf dem Weg beim Fussballplatz des FC Courgevaux ein Reitverbot in Kraft. Das hat dazu geführt, dass ein Landwirt aus Greng seinen Pensionsstall aufgegeben hat. Das Reitgebiet ist nicht mehr attraktiv. 

Bei der Kreuzung zum Fussballplatz in Courgevaux steht seit rund einem Jahr eine Reitverbotstafel. Für die Pferdepensionsstallbetreiber Anita und Stefan Krähenbühl aus Greng ist dies der Hauptgrund dafür, dass sie ihren Boxenstall mit einem Dutzend Pferden an den Nagel hängten: «Das Reitverbot hat uns definitiv den Boden unter den Füssen weggezogen.» Im Gruppenstall sind nur noch fünf Pferde anzutreffen, zwei davon gehören Krähenbühl selber. «Der Bestand ist insgesamt von 25 auf fünf Pferde geschrumpft.» Rund 20 Prozent des Umsatzes seien verloren gegangen. «Man kann es auch Wirtschaftsverhinderung nennen», sagt Krähenbühl. Statt auf Pferdehaltung setze er nun auf Legehennen, Süsskartoffeln und Projekte in der Wertschöpfung.

Der Biobetrieb der Familie Krähenbühl ist idyllisch zwischen Murten und Greng gelegen. Die Familie hat den Hof seit 2010 von einem Konzern gepachtet und sich von Beginn an mit einem Standbein auf die Pferdehaltung ausgerichtet. Eine Getreideschür von 1837 eignete sich ideal für Pferdeboxen. An Weiden mangelt es nicht: Die Equiden konnten 365 Tage im Jahr auf die Weide, auch im Winter. Richtung Osten liegt die Stadt Murten, Richtung Norden der Murtensee. Richtung Westen verlaufen Teerstrassen.

Das ideale Reitgebiet ist Richtung Süden gelegen: Über die Autobahnbrücke, vorbei am Fussballplatz Courgevaux, führt der Weg bis in einen Wald bei Courlevon. «Das ist ein tolles Ausreitgebiet», sagt Krähenbühl. Doch der Weg dorthin ist den Equiden und ihren Besitzern nun versperrt mit dem Reitverbot. «Deshalb waren sie hier nicht mehr glücklich. Und das kann ich auch verstehen», sagt Krähenbühl. Sie selber würden mit ihren eigenen Pferden meist nur noch auf dem Betriebsareal reiten, «auf den Feldern, wo es grad möglich ist». 

Beim Fussballplatz des FC Courgevaux gibt es seit Sommer 2020 ein Reitverbot. Das hat Auswirkungen auf den Pensionsstall von Stefan Krähenbühl in Greng: Er hat statt 25 nur noch fünf Pferde im Stall.
Corinne Aeberhard

Die Sicherheit

Eddy Werndli, Syndic von Courgevaux, nimmt auf Anfrage Stellung zu dem Reitverbot: «Es ist eine Frage der Sicherheit. Bei Hochbetrieb auf dem Fussballplatz mit den Junioren war es zu gefährlich.» Die Gemeinde sei Eigentümerin der beiden Wege Chemin de Froideville und Chemin du Pevaly, «und somit sind wir verantwortlich». Eine Mehrheit des Gemeinderats von Courgevaux habe sich für das Reitverbot ausgesprochen, «es ist ein demokratischer Entscheid». Für Eddy Werndli ist klar: «Die Reiter müssen andere Möglichkeiten suchen, beim Fussballplatz steht sonst die Sicherheit auf dem Spiel.»

«Uns bleibt nur noch der Weg über die Hauptstrasse durch das Dorf Courgevaux, wenn wir in den Wald wollen», sagt Krähenbühl. Sie hätten eine Interessengemeinschaft (IG) mit anderen Pferdebegeisterten gegründet und der Gemeinde Gurwolf Vorschläge für Reitwege um den Fussballplatz herum vorgelegt. Die Ideen hätten jedoch keinen Anklang gefunden. Auch hätten sie sich bereit erklärt, beim Fussballplatz immer abzusteigen und die Pferde an der Hand durch das Areal zu führen. «Doch auch darauf sind sie nicht eingegangen.» Solch ein Reitverbot sei verheerend für einen Betrieb mit Pferdehaltung. «Ich weiss nicht, ob sich alle dessen bewusst sind.» Deshalb wolle er dies öffentlich machen.

«Frustrierend»

Die IG Pferd und Mensch ist inzwischen im Sand verlaufen, wie Claudia Rüfenacht, Vorstandsmitglied des Reitvereins freiburgischer Seebezirk, bestätigte. Sie hatte ihr Pferd während Jahren auf dem Hof der Krähenbühls eingestellt und setzte sich bei der IG dafür ein, das Reitverbot zu verhindern. «Weil Krähenbühls den Boxenstall dann aber aufgaben, haben wir das nicht weiterverfolgt.» Es sei sehr schade, dass es an Akzeptanz fehle und die Reiterinnen und Reiter auf die Strasse verdrängt werden. Die noch grössere Herausforderung sei für den Reitverein aber, dass es kaum freie Reithallen gibt in der Region. Das Problem sei, dass Reithallen nur in Gewerbezonen erlaubt seien. «Für Landwirtschaftsbetriebe ist es nicht möglich, eine Reithalle zu bauen.» Es mache doch aber keinen Sinn, neben einem Recycling- oder einem anderen Industrieunternehmen Infrastrukturen für Pferde zu erstellen, hält die Reiterin fest. 

Ein Zielkonflikt

Das Reitverbot in Courgevaux ist zwar der Hauptgrund für die Aufgabe des Pensionsstalls Krähenbühl, jedoch nicht der einzige. Ein weiteres Problem für den Landwirt ist der Gewässerschutz. «Weil die Pferde auch im Winter auf die Weide durften, waren die Weiden teils nicht mehr grün, sondern braun.» Das beanstande der Kanton aus Sicht des Gewässerschutzes, weil ohne Grasnarbe verstärkte Abschwemmungen, auch nach unten, möglich seien. Seit 2021 habe dies Sanktionen zur Folge, die den Betrieb nach einer ersten Verwarnung teuer zu stehen kommen könnten. «Es ist ein klassischer Zielkonflikt: Tierschutz versus Gewässerschutz.»

Sie hätten viele Pferde aufgenommen, die Probleme mit Hufen, Sehnen und Bändern hatten. «Bei uns waren sie das ganze Jahr über auf der Weide, konnten sich viel bewegen und so genesen.» Die sechs Hektaren Winterweide seien das Herzstück gewesen des Pensionsstalls, «viele sind deshalb zu uns gekommen mit ihren Pferden». Mit den absehbaren Sanktionen sei dies für ihn aber nicht mehr machbar. «Da verzichten wir lieber.» Er könne die Pferde schliesslich nicht davon abhalten, aus Freude im Galopp über die Weide zu preschen. Für die fünf verbliebenen Pferde des Gruppenstalls verbleibe auf der anderen Seite des Hofs genug Weidefläche. Dort sei der Boden sandiger, mit Kies unterlegt und deshalb weniger heikel. 

Die Raumplanung

Und es gibt einen dritten und letzten Grund für Stefan Krähenbühl, keinen Reitstallbetrieb mehr führen zu wollen: «Pferde sind zwar in der Landwirtschaftszone zu Hause, eine Infrastruktur wie ein gedecktes Longierzelt bauen dürfen wir aber nicht.» Damit werde den Landwirten verwehrt, innovativ zu sein, ärgert sich Krähenbühl. «Das Raumplanungsamt hinkt hinterher. Pferde in der Gewerbezone unterzubringen, stimmt für die Pferde nicht.» Der unternehmerische Spielraum für Landwirte sei sehr klein, betont Krähenbühl. So erlebe er es auch in Bezug auf den Agrotourismus. «Als Bauer ist es einfacher, nicht innovativ zu sein.» 

Pferde gelten als Verkehrsmittel

Sind die Wege durch Wälder oder entlang von Feldern mit Reitverboten belegt, müssen die Reiterinnen und Reiter zwangsläufig auf die Strassen ausweichen. Gemäss Strassenverkehrsgesetz und Strassenverkehrsordnung sind gerittene, geführte und gefahrene Pferde dem übrigen Fahrverkehr gleichgestellt, wobei der Begriff «Pferde»für alle Equiden, also auch für Ponys und Esel gilt. Dies bedeutet, dass auch die gängigen Verkehrsregeln für Equiden im Strassenverkehr verbindlich sind. Wie der Artikel 51 der Schweizer Verkehrsregelnverordnung besagt, soll dies aber nicht ohne Vorbereitung geschehen: «Auf Strassen mit starkem Verkehr dürfen nur geübte Reiter und nur auf verkehrsgewohnten Tieren reiten», ist in dem Gesetz zu lesen.

Weiter ist in der Verordnung festgehalten, dass das Reiten zu zweit nebeneinander nur in einem geschlossenen Verband von wenigstens sechs Reitern gestattet ist sowie ausserorts bei Tag auf Strassen mit schwachem Verkehr. Signalisierte Fussgänger- und Fahrradwege sowie Trottoirs sind allein Fussgängern und Velofahrern vorbehalten. Erlaubt ist hingegen das Reiten auf den gelb markierten Fahrradstreifen entlang der Strasse, solange der Fahrradverkehr nicht beeinträchtigt wird. Somit müssen auch Reiter und Gespannfahrer die Verbote, Verkehrsschilder und Vortrittsregeln kennen und beachten, korrekt einspuren, zurückschauen, Handzeichen geben – und sich auch an die Promillegrenze halten. Eine kleine Ausnahme gibt es aber für Pferde im Verkehr: Das Signal «Allgemeines Fahrverbot» gilt für sie nicht.

Im Verhaltenskodex des Schweizerischen Verbands für Pferdesport ist festgehalten, dass die Reiter daran denken sollten, dass die meisten Autofahrer mit dem Wesen des Pferds nicht vertraut sind. Zudem müsse der Pferdemist in bewohnten Gebieten entfernt werden. emu

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