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Roboter zwischen Traum und Realität

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Roboter zwischen Traum und Realität

Autor: Carole Schneuwly

Maschinen als Kunst, Kunstwerke als Maschinen: Diese Verschmelzung beherrschte Jean Tinguely wie kaum ein anderer. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass sich das Museum Tinguely in Basel in seiner aktuellen Ausstellung den Themen «Künstliche Intelligenz» und «Robotik» widmet.

«Roboterträume» nennt sich die in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Graz entstandene Schau, in Anlehnung an die gleichnamige Kurzgeschichte des russisch-amerikanischen Biochemikers und Science-Fiction-Autors Isaac Asimov. In der Erzählung muss die Wissenschaftlerin Susan Calvin ihren Roboter Elvex zerstören, nachdem dessen Träume offenbart haben, dass er anfängt, die Drei Gesetze, die ihn dem Menschen untertan machen, zu missachten.

Roboter im Alltag

Diese Träume sind es jedoch nicht, die im Mittelpunkt der Basler Ausstellung stehen, und auch nicht die Träume und Visionen von Roboterfans und Wissenschaftlern. Weniger als um künstliche Intelligenz geht es um künstlerische Schaffenskraft. Neun Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart wurden eingeladen, mit neuen Projekten auf die Frage zu antworten, was die Kunst zum Verständnis der rasend schnell voranschreitenden Entwicklungen in Forschung und Technik beizutragen habe.

Ausgangspunkt der Überlegungen sind die jüngeren Errungenschaften im Bereich der künstlichen Intelligenz, ihr Einfluss auf den menschlichen Alltag und auf die Interaktion von Mensch und Maschine. Kommunikation mit dem Kühlschrank, automatische Rasenmäher und Staubsauger, Nano-Roboter in der Medizin: Was vor nicht allzu langer Zeit noch Utopie war, ist heute schon Realität – und was uns heute als reine Fantasie erscheint, mag morgen bereits in unserem Leben Einzug halten.

Ein Thema, viele Wege

Solchen Fragen und den damit einhergehenden Ängsten und Hoffnungen nähern sich die Kunstschaffenden auf ganz unterschiedliche Weise an. So befassen sich Filmarbeiten von John Bock und Virgil Widrichs mit der Entwicklung und Ästhetik der Roboterfilme und -literatur der letzten 100 Jahre. Kirsty Boyle nimmt mit ihrer von den japanischen Karakuri-Figuren beeinflussten Arbeit Bezug auf die grosse Tradition japanischer Automaten. Niki Passaths «Zoe» widmet sich den Schwarmrobotern als dezentraler Organisationsform künstlicher Intelligenz, und der Architekt François Roche zeigt, wie das Bauen dank Robotik und neuer Materialien zu bionischen Formen finden könnte.

Die interaktive Installation «V.o.c.a.l.» von Sibylle Hauert und Daniel Reichmuth lässt die Besucherinnen und Besucher daran zweifeln, wer hier Mensch und wer Maschine ist. «Kessler’s Circus» von Jon Kessler ist eine abstruse Kriegstheater-Installation über die absurde Logik von Kriegshandlungen. Luc Mattenbergers «Booby Trap» ist ein Jet-Ski für Selbstmordattentäter und thematisiert den Menschen als ideologisch ferngesteuerten Roboter. Thomas Baumann schliesslich erforscht den Anti-Roboter und findet dabei einiges heraus, was uns in der Beschäftigung mit Robotern antreibt.

Pioniere der Roboter-Kunst

Dass das Thema Robotik auch in der Kunst so neu nicht ist, zeigt eine Reihe älterer Werke, die zum Teil Inspiration für die neuen Projekte waren. Mit Nam June Paik ist etwa ein Künstler vertreten, der sich schon in den 1960er-Jahren für die Robotik interessierte. In der Ausstellung ist er mit einem Werk aus dem Jahr 1993, dem «Andy Warhol Robot», vertreten.

Mit dem Performance-Künstler Stelarc ist ein weiterer Pionier dabei, der sich seit über 30 Jahren mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Maschine befasst. In Basel ist die «Third Hand» zu sehen, eine dritte Hand, die über die Muskulatur der Beine gesteuert wird. Die Arbeit aus dem Jahr 1980 zeigt, wie etwa auch Walter Pichlers «TV-Helm» von 1967, wie schnell «Roboterträume» sich angesichts der tatsächlichen Möglichkeiten der modernen Technik verändern, wie Visionen von der Realität überholt werden und wie dadurch auch die Fantasie der Menschen immer neu beflügelt wird.

Museum Tinguely, Paul-Sacher-Anlage 1, Basel. Bis zum 12. September. Di. bis So. 11 bis 19 Uhr. www.tinguely.ch. Vom 9. Oktober bis zum 9. Januar ist die Ausstellung im Kunsthaus Graz zu sehen.

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