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Rübenbauern sind gesucht

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«Wir sind froh um jeden Bauern, der Zuckerrüben anbaut», sagt der Landwirt Adrian Kramer aus Büchslen. Doch die Stimmung unter den Zuckerrübenpflanzern sei gereizt. Nach der schlechten Ernte vom letzten Jahr und den stetig sinkenden Preisen für die süssen Knollen sinkt die Bereitschaft unter den Pflanzern, auf Zuckerrüben zu setzen. Heute hält die Freiburgische Vereinigung der Zuckerrübenpflanzer in St. Aubin ihre Jahresversammlung ab. Adrian Kramer ist im Vorstand der Vereinigung und als Annahme- und Kontrollpräsident der Fabrik von Aarberg tätig. Er rechnet damit, dass der Anbau um fünf bis zehn Prozent zurückgehen wird.

Aufwand ist relativ gering

400 Tonnen Rüben produzierte Kramer auf seinem Familienbetrieb 2016. Sein Vertrag mit der Zuckerfabrik sehe dieses Jahr in etwa die gleiche Menge vor wie letztes Jahr. «Seit ich denken kann, bauen wir auf unserem Betrieb Rüben an», sagt Kramer. Theoretisch könne jeder Bauer von heute auf morgen mit dem Anbau der Knollen aufhören, denn die Landwirte hätten keine grossen Investitionen für Maschinen oder Sonstiges getätigt: «Der Aufwand ist relativ gering: säen, spritzen, das Ernten wird vergeben, und der Transport in die Fabrik läuft über den Rübenring.» Für Familienbetriebe seien Zuckerrüben interessant, «sie müssen kein zusätzliches Personal anstellen, im Prinzip kann dies jemand alleine machen».

Kramer fordert Grenzschutz

Kramer wünscht sich, dass die Schweiz einen Grenzschutz für Zucker einführt, «die EU hat das für ihren Zucker ja auch geschafft». Schweizer Zucker sei zudem nicht zu vergleichen mit EU-Zucker, ist Kramer überzeugt, «Schweizer Kristallzucker hat eine sehr gute Qualität.» Firmen wie Coca Cola Schweiz verwendeten für ihre Produkte ausschliesslich Schweizer Kristallzucker, so Kramer. Der Büchsler Landwirt rechnet damit, dass Deutschland, Frankreich und auch Länder im Osten der EU ab diesem Jahr 20 Prozent mehr Zuckerrüben anbauen werden, weil in der EU die Begrenzung der Produktionsmenge wegfällt. Welche Auswirkungen dies genau auf die Schweiz hat, kann Kramer nicht sagen, freuen tuts ihn nicht. Wie viele Bauern fürchtet er sich vor einer Schwemme von Billig-Zucker aus der EU.

Schweizer Landwirte erhalten 1800 Franken Direktzahlungen pro Hektare Zuckerrüben. «Aber die Produzenten wollen dies gar nicht», sagt Kramer, «wir hätten lieber einen höheren Richtpreis». Der Grund: «Die Bundesgelder kommen sowieso, ob ein Landwirt seiner Kultur nun Sorge trägt oder nicht.» Ihm wäre lieber, «wenn die Unterstützung über die Qualität läuft».

Kramer hofft, dass die Landwirte die Flinte nicht ins Korn werfen und weiterhin Zuckerrüben anbauen. Denn wenn die Fabrik in Aarberg noch weniger Rüben verarbeiten kann, ist ihre Existenz in Gefahr (siehe Kasten). «Wir sind engagierte Zuckerrübenbauern, und es wäre eine Niederlage, wenn der Schweizer Zucker keine Zukunft hätte und das Wissen verloren ginge.»

Anbauquoten

Geforderte Mengen nicht erreicht

Das letzte Jahr war für die Zuckerrübenbauern schlecht: Wegen des Wetters lag die Qualität unter dem fünfjährigen Durchschnitt. In den Fabriken in Aarberg und Frauenfeld konnten 2016 nur 200 000 Tonnen Zucker verarbeitet werden, so wenig wie seit Jahren nicht mehr. Um die Lager zu füllen, gab es in diesem Jahr eigentlich zusätzliche Anbauquoten seitens der Schweizer Zucker AG. Doch die Landwirte spielten nicht mit: «Die zusätzlichen Mengen konnten wir nicht erreichen», sagt Peter Imhof, der in der Geschäftsleitung der Schweizer Zucker AG in Aarberg für das Rübenmanagement verantwortlich ist, auf Anfrage. «Für eine bedarfsgerechte Versorgung mit Schweizer Zucker sind wir somit in diesem Jahr auf eine überdurchschnittliche Ernte angewiesen.»

emu

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