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Scharf beobachtet, leichtfüssig erzählt

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Scharf beobachtet, leichtfüssig erzählt

Gisela Widmer liest in der Bibliothek Plaffeien

Die humorvolle Kolumnistin Gisela Widmer ist am Mittwoch zu Gast in Plaffeien, wo sie ihr Talent für präzis beobachtete und leichtfüssig formulierte Alltagsgeschichten unter Beweis stellt.

Von IMELDA RUFFIEUX

Sie schafft es, aktuelle Themen mit einfachen Ereignissen aus dem alltäglichen Leben zu kombinieren, komplizierte Zusammenhänge mit ein paar einfachen Worten zusammenzufassen und sie gibt auf ihre sehr persönliche Art Einblicke in alles, was die Welt bewegt: Gisela Widmer, Journalistin, Autorin und Dozentin, zeichnet sich vor allem durch ihre wortgewandten Formulierungen aus.

Morgen Mittwoch ist sie zu Gast in der Bibliothek Plaffeien, wo sie unter anderem aus ihrem Buch «Liebesgrund» eine Geschichte vorträgt. Dieses Buch ist im vergangenen Jahr erschienen und enthält sieben Erzählungen zum Thema Liebe und Zeit.

Wie Gisela Widmer an ihre Arbeit herangeht, erklärt sie in einem Kurzinterview mit den FN:

Viele kennen Sie als «Zytlupe»-Kolumnistin im Radio. Wie suchen Sie sich die Themen aus?

Indem ich mit offenen Ohren und Augen wahrnehme, was die Leute beschäftigt, wie die Trends sind, welche Aktualitäten es gibt etc. Wenn ich aber bis ins Detail im Voraus weiss, was das Thema sein wird, dann gibt es keine Zytlupe im Sinn einer «satirischen Betrachtung», sondern einen Kommentar. Und dies ist ja nicht die Idee. Vermutlich taste ich mich während des Schreibens ans Thema heran, ganz nach dem Motto «Schreibarbeit ist Denkarbeit».

An einer Zytlupe, die sich in fünf Minuten «versendet», arbeite ich gut und gerne drei Tage, bis sie eben nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich stimmt und locker daherkommt. Je leichtfüssiger sie ist, desto mehr Zeit muss man in eine Zytlupe investieren.

Welche Erwartungen stecken Sie in Ihre Texte. Wollen Sie eine Moral vertreten, eine Botschaft verkünden oder einfach nur unterhalten?

Nein, die blosse Unterhaltung, die zunehmend nur noch einfältig ist – und je einfältiger, desto grösser die Chance, dass sie via TV frei Haus geliefert wird – überlasse ich gerne anderen. Aber moralisierend will ich sicher nicht sein. Ich kenne die Wahrheit ja auch nicht. Sagen wir es so: Wenn es mir gelingt, auf gutem sprachlichem Niveau und mit Humor Zusammenhänge aufzuzeigen und zum Denken anzuregen, dann habe ich mein Ziel erreicht. Allerdings mit subtilem Humor. Eine Frau sagte mir einst, sie habe am Samstag die Zytlupe gehört und am Dienstagvormittag beim Jäten gelacht. Bingo! Das war – ganz ehrlich – das grösste Kompliment, das ich je erhalten habe …

Sie geben auch Kurse und Seminare für kreatives Schreiben. Was ist der wichtigste Tipp, den Sie Ihren Studenten und Kursteilnehmern geben?

Zeit, Zeit und noch einmal Zeit. Gute Texte schreibt man nicht zwischen zwei Sitzungen. Man braucht Zeit, um sich auf ein Thema einzulassen, die Figuren, die Handlung zu entwickeln. Wenn man sich Zeit nimmt, eröffnen sich während des Schreibprozesses neue Welten, von denen man selber nichts geahnt hat. Das ist eine wunderschöne Erfahrung.

Der Schreibprozess ist aber auch sehr anstrengend und oft mit Leiden verbunden. Letztlich ist es eine Entscheidung, ob man schreiben will oder nicht. «Ein bisschen» schreiben kann jeder. Genauso wie jeder «ein bisschen» malen kann. Aber das wirkliche Schreiben ist eine Lebensform, eine Lebenseinstellung. Wie gesagt: eine Entscheidung, die Konsequenzen hat. Die das eigene Leben verändert.

Planen Sie eine neue Publikation?

Nach den Kolumnen und der Prosaform in «Liebesgrund» interessieren mich jetzt Dialoge. Ich arbeite momentan an zwei Theaterstücken. Glücklicherweise im Auftrag.

Mittwoch, 18. Mai 2005, 20 Uhr, Kulturraum der Primarschule Plaffeien (neben der Bibliothek).

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