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Schutz vor der Feuersbrunst

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Der Duft von frisch gebackenen Brötchen liegt in der Luft, die Backöfen geben viel Wärme ab – die Backstube der Bäckerei Fontana ist eine Wohlfühl­oase verglichen mit den Minustemperaturen draussen. Bäcker Anton Fontana zieht ein Blech aus einem metallenen Abkühlgestell heraus. Es ist mit 12 Agatha-Brötchen belegt. «Heute Morgen um fünf Uhr ist Pfarrer Beat Marchon vorbeigekommen, um die Agatha-Brote anlässlich des Feiertages zu segnen», sagt Fontana und fügt augenzwinkernd an: «Er hat aber gleich alle Brote gesegnet.» Er spricht vom Feiertag der heiligen Agatha, der unter anderem im Sense-Oberland begangen wird: Sie schützt die Menschen vor Brandgefahren, aber auch bei Krankheit, Kinderlosigkeit, Brandwunden und Viehseuchen (siehe Kasten). Die Leute legen während eines Jahres das Brot in eine Schublade, damit sie von der heiligen Agatha Schutz empfangen.

92 Kilogramm Mehl

Bereits letzte Woche hatte die Bäckerei Fontana in Plaffeien mit dem Vorbereiten der Zopfbretzeln begonnen, indem sie die Teige im Gefrierfach zwischenlagerte. Gestern kamen alle 2160 Agatha-Brötchen frisch aus dem Backofen auf die Verkaufstheke. Die Bäckerei hat 92 Kilogramm Mehl verarbeitet. Spezialbrote seien schon zeitaufwendiger, da er sie zusätzlich zum Alltagsgeschäft herstellen müsse, sagt Fontana. Diese Abwechslung gefalle ihm aber gut. «Allgemein probiere ich gerne neue Brote oder Backwaren aus. Ich mag es, kreativ zu arbeiten.» In seiner Rolle als Lehrmeister fühlt er sich besonders wohl. «Ich wollte eigentlich Lehrer werden, aber damals musste man dafür singen können. Singen war aber nichts für mich», sagt der Bäcker lachend.

«Jeweils zwei»

Er selbst habe stets ein Agatha-Brot in der Küchenschublade. «Ich bin mit diesem Brauch aufgewachsen und möchte ihn gerne weiterführen.» Auch die Kundin Martha Gurtner aus Giffers hat ganze 18 Zopfbretzeln vorbestellt. «Ich habe für meine Grosskinder, Kinder, Schwiegersöhne und -töchter sowie meinen Mann jeweils zwei Brote bestellt: eines zum Essen und eines zum Aufbewahren.» Das Beste am Agatha-Brot sei: «Man kann es so lange aufbewahren, wie man will: Es wird hart und bröselt nicht.»

Für seine Angestellten Fabienne Durret und Catherine Aeby-Barbosa ist die Tradition allerdings neu. «Ich finde diesen Brauch sehr schön und werde ihn mir gerne merken. Ich bin nicht im Sense-Oberland aufgewachsen, lerne aber hier bei der Arbeit immer wieder neue, schöne Traditionen kennen», sagt Aeby-Barbosa.

Neben der Bäckerei Fontana pflegen auch die Bäckereien Zosso in Zumholz und Rappo in Plasselb am 5. Februar diesen Brauch. Martha Zbinden-Fontana, die Schwester von Anton Fontana, erinnert sich: «Früher haben wir die Brote in Körben hinter die Kirche getragen, wo der Pfarrer sie segnete und wo wir sie dann auch an die Leute verkauften.» Pfarrer Beat Marchon schätzt die Tradition, denn Heilige seien stets für einen da, in guten wie in schlechten Zeiten. «Die heilige Agatha hat dem Leben immer standgehalten, von ihr können wir viel lernen.»

Geschichte

Märtyrerin schützt Volk vor Lava

Die heilige Agatha soll im dritten Jahrhundert auf Sizilien gelebt haben und wird als wohlhabende, adelige Jungfrau von grosser Schönheit beschrieben. Sie wies Statthalter Quintianus zurück; dieser nutzte den kaiserlichen Erlass zur Christenverfolgung und liess sie verhaften, verhören und foltern: Agatha wurde mit den Händen an einen Balken gehängt, dann wurden ihr die Brüste mit einer Zange zerrissen und abgeschnitten. Tags darauf liess Quintianus Agatha auf glühende Kohlen legen. Da erschütterte ein Erdbeben die Stadt Catania, und das Volk bedrohte den Statthalter, bis er von Agatha abliess. Sie starb im Gefängnis. Am ersten Jahrestag von Agathas Tod floss ein Lava­strom des Ätna auf Catania zu. Legenden erzählen, dass sich die Marmortafel aus Agathas Grab erhob und die Lava weg von der Stadt lenkte. Die heilige Agatha ist Schutzpatronin von Catania und Malta, in der Schweiz von Feuerwehren. Im Sense-Oberland wird sie bei Brandgefahr angerufen, anderswo auch bei Krankheit, Kinderlosigkeit, Brandwunden und Viehseuchen. Bäckereien wie Zosso aus Zumholz, Fontana aus Plaffeien und Rappo aus Plasselb backen jedes Jahr für den 5. Februar Agatha-Brote, die von den Leuten im Haushalt aufbewahrt werden, um den Schutz der Agatha zu erhalten.

njb/jp

 

 

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