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Sekundenjagd durch Freiburgs Gassen

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Nicht immer ist der Unterhaltungswert für die Zuschauer an einem Radrennen gross. Ist man beispielsweise nicht gerade Zeuge der Leidensfähigkeit der Radprofis bei einem schweisstreibenden Bergaufstieg und sieht stattdessen das geschlossene Fahrerfeld während einer Flachetappe mit Karacho an sich vorbeirauschen, kann das Vergnügen schon mal nur einige wenige Sekunden anhalten.

Ganz anders präsentiert sich die Situation indes bei einem Prolog wie gestern Nachmittag, mit dem in der Freiburger Innenstadt zur 72. Tour de Romandie gestartet wurde. Im Minutentakt nahmen die 132 zur Westschweizer Rundfahrt angetretenen Professionals bei der Kathedrale das kurze Zeitfahren in Angriff, was das Erlebnis für die interessierten Beobachter markant eingehender machte.

Hotspot Alpenstrasse

Idealerweise platzierten sich die Neugierigen entlang der Alpenstrasse, wo man gleich einen dreifachen Blick auf die Protagonisten hatte, die einen mit vielen engen Kurven technisch anspruchsvollen Parcours bewältigen mussten. Zunächst bei ihrer Fahrt über die kleine Sankt-Johann-Brücke, anschliessend beim Aufstieg der Alten Brunnengasse – sie war mit einer Steigung von bis zu 15 Prozent und dem an Paris–Roubaix mahnenden Kopfsteinpflaster das eigentliche Pièce de Résistance der 4,02 Kilometer langen Strecke – und schliesslich noch beim Schlussspurt über die Alpenstrasse hinauf bis zum Ziel auf dem Python-Platz.

Während anderswo wie et­- wa beim Klein-Sankt-Johann- Platz oftmals gähnende Leere herrschte, hatte es an besagtem Hotspot tatsächlich die meisten Zuschauer vor Ort. Ungleich mehr Radsportfans wohnten dem Geschehen allerdings vor den Bildschirmen in der heimischen Stube bei. 80 TV-Stationen übertrugen den Prolog in der Freiburger Unterstadt live, nicht weniger als 190 zeigten Aufnahmen davon. Für die Stadt natürlich die erhoffte und geradezu mantraartig immer wieder bei derartigen Anlässen beschworene Werbung, zumal das sonnige Wetter die Bilderbuch-Szenerie in der Freiburger Altstadt touristisch perfekt machten.

Putzkolonnen und Werbetross

Zuweilen mischte sich die Begeisterung auf den Strassen Freiburgs jedoch auch mit Unverständnis. Die Tour de Romandie – mittlerweile zum 25. Mal zu Gast in Freiburg – stellte das Stadtleben auf den Kopf. Die Schulen blieben am Nachmittag geschlossen, Gehwege wurden blockiert, Strassen gesperrt und der öffentliche Verkehr erheblich eingeschränkt. Bereits frühmorgens ab 7 Uhr, als die Putzautos die Alte Brunnengasse für den Tour-Tross sauber machten und im Zielbereich auf dem Georges-Python-Platz schon emsiges Treiben herrschte, Tonnen von Material angekarrt und das kleine Tour-Village – ein bunter Mix aus Werbe- und Verpflegungsständen – aufgebaut wurde, war ein Teil des Stadtzentrums für den Strassenverkehr gesperrt; ab Mittag ging im Bereich des Parcours dann gar nichts mehr.

Bevor ab 15.13 Uhr die Profis das Ergebnis all dieser Anstrengungen nutzen konnten und freie Bahn vorfanden, heimsten gut 100 Schülerinnen und Schüler erste zaghafte Anfeuerungsrufe ein. Manche strahlend, andere wie den eingangs bei happigen Bergetappen leidenden Profis ähnelnd, strampelten sie, von der bei Radrennen obligaten Werbekarawane mit allerlei Krimskrams gefolgt, mehr oder weniger vif die Alpenstrasse hinauf.

Heute um 13 Uhr wird der imposante Tross der Tour mit Fahrern, Betreuern, Sponsoren und Medienschaffenden die Stadt Freiburg wieder verlassen. Von der Blue Factory bis nach Belfaux ist die zweite Etappe neutralisiert, ehe im Vorort Freiburgs das Rennen freigegeben wird. Dann kehrt in der Stadt wieder Normalbetrieb ein.

Bilanz

«Postkartenbilder unserer schönen Stadt»

«Das wird der schönste Prolog der Welt», hatte Pierre-Olivier Nobs vor zehn Tagen gesagt, als er den Medien den Prolog der Tour de Romandie vorgestellt hatte. Der Gemeinderat der Stadt Freiburg und Präsident des Organisationskomitees der Etappe kam auch gestern nach dem Radrennen durch die Freiburger (Alt) Stadt nicht aus dem Schwärmen. «Mission erfüllt», sagte er strahlend. «Überall sah man glückliche Leute, es herrschte Freude und Lachen, egal, ob beim Start, entlang der Rennstrecke oder im Ziel. Zum einen hat das herrliche Wetter mitgeholfen, dass wir ein wunderbares Sportevent erleben durften. Zum andern war es das Verdienst und der Sieg eines Teams mit ganz vielen fleissigen Helfern: die Polizei, die TPF, die Stadt, das Amt für Sport, der Veloclub Freiburg – alle haben mitgeholfen, dass wir diesen Grossanlass erfolgreich über die Bühne bringen konnten. Zahlreiche Helfer waren schon morgens um 5 Uhr auf den Beinen.»

«Jeden Franken wert»

Einziger Wermutstropfen: Matthias Brändle, der einstige Stunden-Weltrekordhalter aus Österreich, stürzte beim Einfahren über ein Kabel, wobei er sich einen Schlüsselbeinbruch zuzog und sowohl für die Tour de Romandie als auch für den in zehn Tagen beginnenden Giro d’Italia ausfällt. «Ansonsten ist bis auf ein paar kleine Bobos zum Glück nichts passiert», sagte Pierre-Olivier Nobs erleichtert. Für die Organisation des Events stand dem OK ein Budget von 160 000 Franken zur Verfügung, 52 000 Franken waren durch Sponsoringbeiträge gedeckt. «Die genaue Bilanz steht noch aus; ich gehe aber davon aus, dass wir schwarze oder zumindest nur hellrote Zahlen schreiben», gab sich der OK-Präsident zuversichtlich. «Rund 190 Fernsehstationen haben den Prolog übertragen und dabei Postkartenbilder von unserer wunderbaren historischen Stadt in die ganze Welt hinausgesendet. Wir konnten ein Radrennen mit zahlreichen Weltklassefahrern hautnah mitverfolgen und dabei ein Volksfest mit tollen Animationen erleben. Wenn man das alles zusammenrechnet, war es jeden einzelnen Franken wert, den wir investiert haben.»ms

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