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Sie wurde in dieser Welt nie glücklich

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An Lourdes scheiden sich bis heute die Geister, und Spott fällt den Aufgeklärten leicht. Wären da nicht die vielen Heilungen, seien sie medizinisch unerklärlich oder tiefenpsychologisch erklärbar, und der tiefe Trost, den viele Kranke aus ihrem Besuch ziehen. Wie echt und wie überlagert von anderen Heiligenlegenden ist heute noch die Überlieferung von dem armen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous, der «Seherin von Lourdes», die vor 175 Jahren, am 7. Januar 1844, geboren wurde? Ihre Lebensgeschichte ist eine gebrochene, sowohl zu Hause als auch später in ihrem religiösen Orden. Aus verarmtem Elternhaus, kränklich und ob ihrer materiellen und körperlichen Mängel verachtet, wird Bernadette seit ihrer Geburt wiederholt zwischen der eigenen Familie und der lieblosen Adoptivmutter Marie Lagues hin- und hergeschoben. Die Eltern waren alkoholkrank, sie selbst lernschwach und nicht des Französischen, sondern nur des lokalen Dialekts mächtig. Mit 14  Jahren, in höchster Verzweiflung über ihr Aschenputtel-Dasein in ständiger Zurückweisung, erfuhr sie beim Schafehüten das Schlüsselerlebnis ihres kurzen Lebens: Zwischen dem 11. Februar und dem 16. Juli 1858 erscheint ihr nach eigener Schilderung in einer Grotte bei Lourdes 18  Mal eine schöne Dame, die sich am Ende als die «Unbefleckte Empfängnis» zu erkennen gibt.

Bernadette berichtet von der «schönen weissen Dame», zögernd zunächst. Immer mehr Menschen begleiten und beobachten sie während ihrer Visionen, die das Hirtenmädchen zumeist in überraschend würdigen Haltungen umherwandeln lässt. Doch bei der neunten Vision, am 25. Feb­ruar, kommt es zu einem sehr eigentümlichen Vorfall, als Bernadette in Verzückung beginnt, Gras auszurupfen und zu essen. Mit einer schallenden Ohrfeige reisst ihre Tante sie aus ihrer Trance.

Im Kreuzverhör des Bischofs

Das junge, offenbar ohnehin unter unerträglichem Leidensdruck stehende Mädchen landet vor den Gerichten. Ungebildet und ohne Kenntnis von allen theologischen Disputationen steht sie nun im Kreuzverhör des Bischofs. Wie einst die heilige Johanna aus der lothringischen Provinz, die spätere «Jungfrau von Orleans», steht sie da und kann nicht anders.

Eh schon verachtet ob ihrer Armut und Körperschwäche, muss die 14-Jährige jetzt auch noch all diese Vorwürfe und Verhöre über sich ergehen lassen. Die eigene Mutter, die Lehrerin, der Pfarrer, der Bürgermeister – und nun der Bischof.

Unterdessen fallen auch schon Pilger und Journalisten in das Provinzidyll ein; es gibt erste Berichte über unerklärliche Heilungen. Zu Hause wird Bernadette da noch von ihrer Mutter der Lüge bezichtigt für ihren «Faschingsrummel». Doch der «Fall Soubirous» verselbstständigt sich: 1862 werden die Erscheinungen vom Ortsbischof, 1891 von Papst Leo XIII. kirchlich anerkannt. 1925 wird Bernadette selig-, 1933 heiliggesprochen. Ihr irdisches Leben endet unspektakulär und leidvoll, wie es begann: Selbst immer wieder schwer krank, tritt sie, 22-jährig, in den Krankenpflegeorden der Dames de Nevers ein. Dort, 500 Kilometer von Lourdes entfernt, stirbt sie 1879 mit nur 35 Jahren, laut der Überlieferung von den Mitschwestern um ihre Erscheinungen eher beneidet als dafür bewundert. Doch bei der Exhumierung aus Anlass der Seligsprechung 1925 wurden Bernadettes überreste intakt aufgefunden.

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