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Simon Ammanns Unvollendete

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Simon Ammann ist der erfolgreichste Schweizer Skispringer in der Geschichte der Vierschanzentournee. Eine Liebesgeschichte ist es dennoch nicht, viel eher die grosse Unvollendete.

Simon Ammann hat in seiner Karriere alles gewonnen, was ein Skispringer gewinnen kann. Er war viermal Olympiasieger, Weltmeister auf der Grossschanze und im Skifliegen, Gesamtweltcup-Sieger 2009/10 und errang insgesamt 23 Erfolge im Weltcup. Was fehlt im illustren Palmarès, ist der Gewinn der Vierschanzentournee. Ammanns Beziehung zum prestigeträchtigen Traditionsanlass zur Jahreswende ist – trotz drei Tagessiegen und dreizehn weiteren Podestplätzen – kompliziert.

Die überraschende Premiere

Ammann erlebte sein Weltcup-Debüt gleich auf höchster Ebene, beim Start der Vierschanzentournee am 29. Dezember 1997 in Oberstdorf. Der damals 16-jährige Gymnasiast aus dem Toggenburg sprang fast schon sensationell auf den 15. Platz und schaffte damit die Qualifikation für seine ersten Olympischen Spiele in Nagano.

Anschliessend dauerte es eine Weile, ehe er wieder eine Marke hinterliess, 2000/01 erhielt er nicht einmal ein Aufgebot für die Tournee. Ein Jahr später gehörte Ammann aber bereits zur Weltspitze. Sein sechster Gesamtrang war das beste Schweizer Resultat nach zehn Jahren – und zwei Monate später stürmte er als fliegender Harry Potter mit dem Doppel-Olympiasieg in Salt Lake City ins Rampenlicht der Weltbühne, inklusive Auftritt in den grossen amerikanischen Talk-Shows.

Von «überglücklich» bis «enttäuscht»

So richtig warm wurde Ammann mit der Tournee aber erst ab 2007. In Innsbruck und Bischofshofen sprang er als Dritter erstmals auf Podest, auch im Gesamtklassement resultierte der 3. Rang. Nur 16,4 Punkte fehlten zum Triumph, diese büsste der Schweizer als 18. bei einer Windlotterie in Garmisch ein. «Ich bin überglücklich», meinte er dennoch. Ammann konnte da noch nicht wissen, dass er dem Gesamtsieg punktemässig nicht mehr näher kommen würde.

2008/09 feierte der Ostschweizer in Oberstdorf als erst dritter Schweizer nach Walter Steiner und Andreas Küttel einen Tagessieg an der Tournee. Der Österreicher Wolfgang Loitzl gewann die weiteren drei Springen und mit klarem Vorsprung auf Ammann die Gesamtwertung.

In den beiden Austragungen von 2009 bis 2011 waren die Hoffnungen auf die Komplettierung seines Palmarès am grössten. Ammann war auf dem Höhepunkt seiner Karriere. 2009/10 gewann er den Gesamt-Weltcup, fügte seiner Medaillensammlung Olympia-Gold Nummer 3 und 4 hinzu, doch bei der Tournee reichte es trotz dem Sieg beim Neujahrsspringen in Garmisch mit dem (damaligen) Schanzenrekord von 143,5 m nicht zum Triumph. Ein Jahr später wurde er noch einmal Zweiter, mit Thomas Morgenstern stand ihm wieder ein Austria-Adler vor der Sonne, und Ammann zeigte sich «etwas enttäuscht».

Seine letzte Chance auf den Tourneesieg verpasste er nach ein paar schwächeren Jahren 2013/14. Mit zwei Weltcupsiegen – den bis heute letzten – in Kuusamo im Gepäck, lag er nach den Plätzen 1 (Oberstdorf), 3 (Garmisch) und 2 (Innsbruck) vor dem Abschluss in Bischofshofen an 2. Stelle. An Thomas Diethart, der vorher nichts gewonnen hatte und nachher nichts mehr gewann, gab es aber kein Vorbeikommen. «Es wurmt mich schon», gestand Ammann damals. «Aber ich habe keine Ressentiments gegen die Tournee.»

Der schmerzhafte Absturz

Die schmerzlichste Erfahrung folgte ein Jahr später. In Bischofshofen stockte den Zuschauern der Atem, als Ammann im zweiten Durchgang stürzte und mit dem Kopf heftig in den harten Schnee knallte. Er erlitt eine schwere Hirnerschütterung und starke Prellungen im Gesicht. Zuvor hatte der Toggenburger in Garmisch und Innsbruck seine letzten Podestplätze an der Tournee geholt, nach dem Sturz war er aber nicht mehr der Gleiche.

In den kommenden Tagen dürfte der mittlerweile 40-jährige Simon Ammann seine letzte Vierschanzentournee bestreiten. Seine Bilanz wird sich nicht mehr wesentlich ändern. Zweimal Zweiter, zweimal Dritter, je einmal Fünfter und Sechster – die Ausbeute ist beileibe nicht schlecht. Und doch wird die Tournee eine Lücke, wenn auch die einzige, in seinem Trophäenschrank bleiben.

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