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Sind 22 Franken pro Stunde zu viel?

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«Viele Personen haben Angst, dass durch die Einführung eines Mindestlohns Arbeitsplätze zerstört werden. Was halten Sie dagegen?», fragte der Journalist Serge Gumy am Mittwochabend Chantal Hayoz, Generalsekretärin der Gewerkschaft Syna, Region Freiburg-Neuenburg. Die Sektionen Saane-Land der Parteien CVP, FDP und SVP hatten in Rosé zu einer Debatte über die Initiative für einen Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde geladen.

«Ich verstehe diese Ängste, kann aber sagen, dass unsere praktischen Erfahrungen etwas völlig anderes zeigen», antwortete Chantal Hayoz. Im Rahmen von Sozialpartnerschaften setze sie sich schon seit Jahren für bessere Löhne ein. «In der Reinigungsbranche konnten wir die Löhne in den letzten zehn Jahren fast verdoppeln. Dies zeigt, dass es möglich ist.» Da die Arbeitgeber jedoch nicht in allen Bereichen für Sozialpartnerschaften bereit seien, sei ein gesetzlicher Mindestlohn notwendig, betonte die Gewerkschafterin.

Neun Prozent betroffen

Dagegen hielt Freddy Quartenoud, Direktor des Getränkehändlers Allo Boissons: «Es gibt einige Patrons, die sich selbst kaum 4000 Franken ausbezahlen können.» Was seinen eigenen Betrieb betreffe, gebe es Unterschiede zwischen qualifizierten und nicht-qualifizierten Arbeitskräften. «Manche Arbeiter haben keine Qualifikationen und können kaum Französisch, wenn sie zu uns kommen. Wir bilden sie aus–und dann kann der Lohn auch ansteigen.» Setze man auch für diese Arbeitskräfte einen Mindestlohn fest, laufe man Gefahr, die qualifizierten Arbeitskräfte zu entwerten, sagte Quartenoud.

Ihn störe es, dass der geforderte Mindestlohn nicht an regions- und branchenspezifische Gegebenheiten angepasst sei, sagte Staatsrat Beat Vonlanthen (CVP). «Wegen der unterschiedlichen Lebenskosten bedeutet ein Lohn von 4000 Franken in Zürich viel weniger als in Freiburg.» Dies könnte ein grosser Nachteil für die peripheren Regionen und die ganze Schweiz sein, sagte Vonlanthen. Die schwierigen Rahmenbedingungen–die unter anderem bereits durch die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative verstärkt worden seien–würden Unternehmen nicht dazu einladen, sich in der Schweiz niederzulassen. Zudem befürchte er auch bei lokalen Firmen einen Stellenabbau, so Vonlanthen.

Dem sei nicht so, betonte Pierre Mauron, Grossrat und SP-Fraktionschef: «Mit mehr Lohn können manche Personen ihre Zweit- und Drittjobs aufgeben.» Auch beträfe die Lohnerhöhung nur neun Prozent der Bevölkerung, 70 Prozent davon Frauen. «Wir sprechen hier von Berufen wie beispielsweise Coiffeuse. Diese wird es auch noch geben, wenn wir alle ein bisschen mehr dafür bezahlen müssen», so Mauron.

Gefahr für Ausbildung?

Auf die Nachfrage, ob ein Mindestlohn von 4000 Franken die Gefahr berge, dass Jugendliche ihre Ausbildung vernachlässigten, meinte Benoît Piller, Präsident der SP Freiburg: «Das ist ja fast eine Beleidigung für unsere Jungen.» Jedoch sei es so, dass viele Leute mit ihrem Lohn unter 4000 Franken nicht leben könnten. «Diese Personen sind auf Sozialhilfe und Subventionen angewiesen. Dies bezahlen Sie mit Ihren Steuern», so Piller. Ein höherer Lohn würde es auch diesen Personen erlauben, unabhängig zu bleiben.

Dies bezweifelte Ruedi Schläfli, Meisterlandwirt und SVP-Grossrat. «Sozialhilfeempfänger sind längst nicht nur Personen mit tiefem Einkommen», betonte er. Oft seien dies auch ausgesteuerte Arbeitslose. Deshalb befürchte er in diesem Bereich eher eine Verschlechterung.

Auch als Moderator Serge Gumy nach anderthalb Stunden die Podiumsdiskussion beendete, schienen die Teilnehmenden noch nicht genug zu haben: Beim anschliessenden Apéro debattierten sie angeregt weiter.

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