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Skandale, Stars und Katastrophen

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Skandale, Stars und Katastrophen

Autor: Carole Schneuwly

Das Staatsbegräbnis von General Guisan 1960. Das Zugunglück am Lötschberg 1978. Die Wahl von Elisabeth Kopp in den Bundesrat 1984. Der Schweizer Grosserfolg an der Ski-WM in Crans-Montana 1987. Die offene Drogenszene in Zürich Anfang der 1990er-Jahre.

Solche Ereignisse aus allen Lebensbereichen sind es, die sich während Jahrzehnten im kollektiven Gedächtnis der Menschen halten: Erinnerungen an politische Wendepunkte, an Unfälle und Katastrophen, an Skandale, an Stars und Persönlichkeiten. Die Bilder zu 500 solchen Ereignissen seit 1940 sind jetzt im Landesmuseum Zürich zu sehen: in der Ausstellung «C’est la vie», in der das Museum zum ersten Mal einen Einblick in sein Pressebildarchiv ermöglicht (siehe Kasten).

Die sorgfältig gestaltete Schau nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch die jüngere Schweizer Geschichte, gleichzeitig aber auch in die eigene Vergangenheit. Der eine mag sich erinnern, wie er selbst die Expo 1964 in Lausanne erlebt hat. Die andere weiss noch, wie sie 1984 erfahren hat, dass die Schweiz zum ersten Mal eine Bundesrätin hat. Der dritte wundert sich, wie lange es schon her ist, dass Denise Biellmann ihre grössten Erfolge als Eiskunstläuferin feierte.

Einen wichtigen Anteil daran, dass solche Momente unvergessen bleiben, haben die Pressefotografen als Chronisten unserer Zeit. In der Ausstellung bleiben sie hinter ihren Bildern im Verborgenen. Keine der Fotografien trägt den Namen des Urhebers: einerseits ein bewusster Entscheid der Ausstellungsmacher, andererseits schlicht der Tatsache geschuldet, dass die Fotografen der Agenturen PDL und ASL, auf deren Archiven die Ausstellung basiert, meistens anonym gearbeitet haben.

Missen und Bundesräte

Um dem Publikum verschiedene Zugänge zu den Bildern zu ermöglichen, ist die Ausstellung in neun thematische Bereiche gegliedert. Ein wichtiger Teil ist die Chronik der Schweiz, die von der zweiten Mobilmachung 1940 bis zur Vereidigung des aktuellen Bundesrats im Dezember 2011 reicht. Für jedes Jahr wurden zwei bis drei Bilder ausgewählt, mal vom zugefrorenen Bielersee (1941), mal vom Swissair-Grounding (2001). Ein anderer Bereich rückt die Menschen in den Mittelpunkt, bekannte oder unbekannte, wie sie für Pressefotografen eine zentrale Rolle spielen. In einem weiteren Teil geht es um Themen, die das Land besonders bewegt haben, vom Leben im Zweiten Weltkrieg bis zur offenen Drogenszene am Platzspitz. Auch sogenannte «Presseereignisse» werden thematisiert, am Beispiel der Miss-Schweiz-Wahlen und des Bundesratsreislis.

Im Sektor «Reportagen» geht es um die Blütezeit der Fotoreportagen in Wochenblättern, von denen viele Ende der 1960er-Jahre eingingen. Dafür fand die Fotografie zur gleichen Zeit vermehrt Eingang in die Tageszeitungen, dank neuer Möglichkeiten in der Drucktechnik und in der Bildübermittlung. Diesem Wandel der Pressefotografie ist ein ganzer Teil der Schau gewidmet. Er zeigt, welche grundlegenden Veränderungen die technische Entwicklung und vor allem die Digitalisierung mit sich brachten. Dauerte es früher Stunden oder Tage, bis ein Bild druckbereit war, so übermitteln die Fotografen ihre Bilder heute im Minutentakt an Agenturen und Redaktionen. Zwei Räume stellen diesen Gegensatz eindrücklich dar: Der eine zeigt anhand von Originalgegenständen die langwierigen Arbeitsabläufe in den Vierzigerjahren. Der andere eröffnet einen Blick in die heutigen Räume der Bildagentur Keystone und lässt die Besucher eins zu eins verfolgen, wie im Minutentakt Bilder aus aller Welt aufgeschaltet werden.

Landesmuseum, Museumstrasse 2, Zürich. Bis zum 22. April. Di. bis So. 10 bis 17 Uhr, Do. 10 bis 19 Uhr. Weitere Infos: www.landesmuseum.ch.

Fotosammlung:Millionen von Pressebildern

Mit der Ausstellung «C’est la vie» präsentiert das Landesmuseum Zürich zum ersten Mal sein umfangreiches Pressebildarchiv. Dieses besteht seit dem Jahr 2006, als das Schweizerische Nationalmuseum die Archive der beiden eingegangenen Westschweizer Bildagenturen Presse Diffusion Lausanne (PDL) und Actualité Suisse Lausanne (ASL) übernahm. Die beiden Archive umfassen Millionen von Negativen, Papierabzügen und Diapositiven. Sie decken die Zeit von 1940 (Gründung der Agentur PDL, die 1978 von der ASL geschluckt wurde) bis 2000 (Schliessung der ASL) ab. cs

Gefrorener Bielersee, 1941.

Schwimmunterricht im Seebad Wollishofen in Zürich, 1943.

Italienische Gastarbeiter bei der Ankunft in Brig, 1956.

Offene Drogenszene am Letten, Zürich, Februar 1995.Bilder zvg

Eiskunstläuferin Denise Biellmann, um 1980.

Kundgebung gegen das Kernkraftwerk Kaiseraugst, 1985.

Fussballer Jakob «Köbi» Kuhn, um 1976.

Entgleister Zug am Lötschberg, 1978.

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