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SLKBösingen und Cressier bald vor Gericht

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Die Untersuchung gegen ehemalige Verantwortliche der Bösinger Spar- und Leihkasse ist abgeschlossen

Von 1994 bis 1996 hat die Spar- und Leihkasse Bösingen die Zeitungsspalten gefüllt. Vieles war in den drei Jahren davor nicht so gelaufen wie erhofft und die älteste Bank des Sensebezirks (gegründet 1858) musste ihre Schalter schliessen.

Die Bankgeschäfte wurden von der Raiffeisenbank als Akt der Solidarität rückwirkend auf den 1. Januar 94 übernommen: die problemlosen Konten von der Raiffeisenbank Bösingen, die kritischen Dossiers vom Schweizerischen Verband der Raiffeisenbanken in St. Gallen. Dort stellte sich auch heraus, dass die Verschuldung bei rund 1,8 Millionen Franken anzusiedeln ist. Alle anderen angefragten Banken hatten ob dem drohenden Schlamassel abgewunken.
Die Raiffeisenbank hatte den Vorteil, selbst schon vor Ort tätig zu sein und gleich einen direkten Konkurrenten eliminieren zu können. Dank der Nachbarbank konnten die Kundengelder der Spar- und Leihkasse gerettet werden. Die rund 800 Aktionäre mit zwei Millionen Franken Aktienkapital gingen aber leer aus.

Verspekuliert, Risiken unterschätzt und Vertrauen verloren

Zu viele Risiken bei Krediten, eigene Immobiliengeschäfte zum falschen Zeitpunkt und erfolglose Spekulationen im Wertschriftenbereich sorgten dafür, dass die Spar- und Leihkasse Bösingen und ihre Filiale in Cressier/Grissach tief im Schuldensumpf versanken. Bald wurde jedoch klar, dass nicht nur Pech und die schlechter werdende Wirtschaftslage am Untergang Schuld trugen, sondern dass die Bank weit über ihren Verhältnissen lebte. Die Bilanzsumme war innerhalb von drei Jahren um 66 Prozent angestiegen. Zu einer Zeit, in der vergleichbare Regionalbanken wie die KGS Sensebank, die Sparkasse Tafers und die SLKPlaffeien ihre Bilanz um 19, 21 respektive 34 Prozent vergrössert hatten. Ende 1992 konnte die SLKBösingen nur noch 59 Prozent der Kredite selbst decken. Spekulationen auf eigene Rechnung kamen dazu und verletzten die eigenen Statuten. Dadurch verlor die Kundschaft viel Vertrauen in ihr Geldinstitut.

Wegen Veruntreuung, ungetreuer
Geschäftsführung, Urkundenfälschung

Von Amtes wegen eröffnete der Untersuchungsrichter Carlo Buletti 1996 gegen den ehemaligen Bankverwalter in Bösingen, den ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten und gegen den ehemaligen Filialleiter der Zweigstelle in Cressier/Grissach eine Untersuchung. Gegen die drei wurde wegen Veruntreuung, ungetreuer Geschäftsführung und Urkundenfälschung ermittelt.

Sie wurden für kurze Zeit in Untersuchungshaft genommen. In einer Pressemitteilung erklärte die Kantonspolizei damals: «Es wird vermutet, dass einzelne Guthaben von Kunden der SLKim Betrag von mehreren hunderttausend Franken veruntreut wurden.»

Ehemaliger Verwalter der
Zweigstelle Cressier im Brennpunkt

Besonders der Verwalter der Zweigstelle Cressier war schon zu jener Zeit umstritten und mit seiner Risikobereitschaft einer der Faktoren, die zum Untergang der 135-jährigen Bank führte.

Der ehemalige Ammann von Liebistorf war bereits Promotor des Einkaufszentrums «Praz-Rond» in Cressier. Dieses wurde unter anderem mit einer 2-Millionen-Spritze der Spar- und Leihkasse Bösingen finanziert und kostete schliesslich rund zwei Millionen Franken mehr als budgetiert. Beim Verkauf des «Praz Rond» im Herbst 1999 mussten auch die Gläubiger Abstriche machen.
Die Grissacher Zweigstelle der SLK rentierte nicht und wurde von Fachkreisen als Hauptgrund für den Untergang genannt. Dem wortgewandten dortigen Verwalter hat die Sparkasse einen grossen Kredit zum Landkauf bewilligt. Die 11000 Quadratmeter Landwirtschaftsland wurden dann aber nicht in Bauland umgezont, was grossen Verlust brachte.
Der Verwalter in Cressier soll auch Unterschriften gefälscht haben, um seine Geschäfte abzuwickeln. Ein ehemaliger Bankkunde bekam bis Mitte 1996 Auszüge aus dem Wertschriften-Depot der SLKBösingen, obwohl es die Bank längst nicht mehr gab. Als er sich nach seinen Wertschriften erkundigte, musste er feststellen, dass der Verwalter der Zweigstelle Cressier alle seine Wertschriften verkauft und den Erlös anderweitig verwendet hatte. Schon nur diese Veruntreuung beläuft sich auf rund 700000 Franken. Daneben wurde die Eidgenössische Bankenkommission von den Verantwortlichen der SLKBösingen um Beträge in Millionenhöhe getäuscht. Fiktive Dokumente täuschten vor, dass Drittpersonen für die Kredite der Bank bürgten.

Gerichtsverhandlung in Aussicht

Nun ist die Untersuchung abgeschlossen, wie Untersuchungsrichter Carlo Buletti auf Anfrage der FN erklärt. «Sie hat das bestätigt, was wir untersucht haben», führt er aus. Das Dossier wird nun an die Strafkammer weitergereicht. Diese entscheidet, ob es zur Gerichtsverhandlung kommt. Voraussichtlich kommt es noch in diesem Jahr zum Abschluss der leidigen Affäre.

Die Schuldigen sollten zur Rechenschaft gezogen werden. Es ist jedoch keineswegs sicher, dass die Opfer auch richtig entschädigt werden. Der «Bankier» aus Liebistorf hat 1995 ob dem drohenden Unheil einen Grossteil seines Hab und Guts auf seine Frau und Kinder übertragen und Privatkonkurs angemeldet. Ob Gläubiger noch auf diese Vermögen zurückgreifen wollen, bleibt offen.

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