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Spurensuche im Dickicht der Vergangenheit

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ältere Semester erinnern sich: Da war doch eine Revolution in Nicaragua, die Sandinisten gegen die Contras. In den 80er-Jahren sind viele Schweizer zu einem freiwilligen Einsatz nach Nicaragua gereist, um dort Aufbauhilfe zu leisten: Wasserleitungen legen, Kaffee und Bohnen pflücken, Häuser bauen, Nothilfestationen errichten … So auch Ruth und Markus, die Eltern von Alma und Judith. Nun sind die Eltern beide tot.

Wie wenig wissen wir von den Menschen, die uns am nächsten stehen?

Was ist in der Kiste?

Überhaupt die Eltern, was wissen die erwachsenen Töchter über deren Leben? Markus und Ruth sind kurz nacheinander gestorben. Bei der Durchsicht des Nachlasses stossen Alma und Judith auf die Nicaragua-Kiste mit Fotos und Briefen. Was von den Töchtern zuerst als Abenteuer und Ökotourismus taxiert wird, entfaltet sich immer mehr als eine wichtige Phase im Leben der Eltern.

Die Töchter erfahren, dass ihre Eltern unter schwierigsten Bedingungen vor dreissig Jahren als Brigadisten in Nicaragua Aufbauhilfe geleistet haben. Was hat sie angetrieben, was genau haben sie in Nicaragua erlebt? Und wer war Paul? Alma und Judith machen sich als Touristinnen auf Spurensuche in Nicaragua. Die Schwestern leisten mit dieser Reise Trauerarbeit und entdecken dabei nach und nach eine unbekannte Seite ihrer Eltern.

Spannendes Konzept

Regula Portillo hat einen Roman geschrieben, in dem sich die erwachsenen Kinder von 68ern aufmachen, um einem Geheimnis der Eltern auf die Spur zu kommen. Alternierend beschreibt die Autorin einmal aus der Sicht der Elterngeneration, dann wieder aus der Warte der Töchter.

Dieses Konzept erweist sich als äusserst spannend; die Geschichte vermag zu packen. Mit Vergnügen switcht die Leserin, der Leser, von den Alma-Kapiteln zu den Ruth-Kapiteln. Ein tolles Buch!

Regula Portillo: «Schwirrflug», Roman, 248 S., Edition Bücherlese.

Silvia Häcki-Eggimann ist Erwachsenenbildnerin.

Zur Person

Preisgekrönte Kosmopolitin

Regula Portillo, Jahrgang 1979, ist in Solothurn geboren und aufgewachsen. Sie hat an der Universität Freiburg Germanistik und Kunstgeschichte studiert, an der Goethe-Universität Frankfurt am Main Buch- und Medienpraxis. Sie lebte und arbeitete mehrere Jahre in Norwegen, Nicaragua und Mexiko. Seit 2011 lebt sie mit ihrer Familie in Frankfurt am Main. Regula Portillo hat 2013 vom Kanton Solothurn den Förderpreis Literatur zugesprochen bekommen, und 2015/2016 wurde sie für eine Double-Mentorat von Migros-Kulturprozent ausgewählt.

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