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SRF zeigt Dokumentarfilm über die Guglera

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Wer am 25. Februar 2015 in Giffers am Informationsabend zum Bundesasylzentrum Guglera war, der hat diesen Abend, an dem die Emotionen hochgingen und sogar Mahnfeuer gezündet wurden, nicht so schnell wieder vergessen. Der Schmittner Rolf Dietrich, der damals beruflich für das Schweizer Radio und Fernsehen vor Ort war, hat es jedenfalls so erlebt. «Ich hatte noch nie zuvor an einem Informationsabend eine derart spürbare Spannung erlebt. Was damals abging, das ist mir eingefahren.» Am Tag danach hatte Dietrich die Idee, die Entwicklung rund um das geplante Asylzentrum filmisch zu dokumentieren. Zwei Jahre lang hat er immer wieder Filmaufnahmen gemacht: An Versammlungen, am Feldschiessen, an der Seisler Mäss oder auch an der Vereidigung der Sensler Gemeinderäte in Tafers, zu der Bundesrätin Simonetta Sommaruga geladen war.

Drei Protagonisten – Ruedi Vonlanthen, Nicolas Bürgisser und Mauritz Boschung – hat er mehrmals interviewt. Nun liegt das 50-minütige Resultat vor und wird am Donnerstagabend um 20.05 Uhr auf SRF 1 erstmals gezeigt. Für die Ausstrahlung des Dok-Films wurde die Eröffnung des Bundesasylzentrums bewusst nicht abgewartet. «Das ist dann wieder ein anderer Aspekt. Im Film geht es vor allem darum, was bei den Einheimischen vor sich ging», so Dietrich.

Gegner und Befürworter

Den FDP-Grossrat und ehemaligen Syndic von Giffers, Ruedi Vonlanthen, hat Diet­rich ausgewählt, «weil er eine Figur ist, die für den Widerstand gegen das Bundesasylzentrum steht». Zudem habe er am Informationsabend in der Mehrzweckhalle in Giffers eine aktive Rolle gespielt. Genauso wie der ehemalige Sensler Oberamtmann Nicolas Bürgisser, der die schwierige Aufgabe hatte, den Abend zu moderieren. «Er stand als Befürworter von Anfang an positiv zum Zentrum und hat bis zum Schluss eine Vermittlerrolle eingenommen», so Dietrich. Auch Alphirt Mauritz Boschung von der Alp Stoss hatte sich an besagtem Abend in Giffers zu Wort gemeldet und sich über die «Diktatur» aus Bundesbern beklagt. In Boschung habe er jene Figur gefunden, die im Sense-Oberland verwurzelt, aber dennoch weltoffen sei. Der Film zeige auf, wie er Asylsuchenden auf seiner Alp das Leben im Sensebezirk näherbringen wolle.

Unterschied zu Unterland

Auch die IG Guglera mit ihrem damaligen Leiter William Aeby und die Gruppe «Flüchtlinge willkommen im Sensebezirk» kommen im Film vor. Erstmals sind zudem die Schäden des Sabotageaktes vom Oktober 2016 zu sehen, bei dem ein Grossteil der Guglera unter Wasser gesetzt wurde. Der angerichtete Schaden ist gross. Deshalb wird das Ausreisezentrum frühestens Anfang 2018 eröffnet.

Rolf Dietrich wollte in seinem Film «Gastgeber wider Willen» auch zeigen, wie die Sense-Oberländer leben. Dabei sei ihm bewusst geworden, dass viele Einheimische die Problematik rund um die Migration nur aus den Medien kennen und es in dieser Hinsicht einen Unterschied zwischen Sense-Unterland und -Oberland gebe. «Es gibt nicht viele Fremde im Sense-Oberland, der Ausländeranteil beträgt lediglich sieben Prozent.»

Auch wenn seit dem Abend zwei Jahre vergangen sind: «Die grundsätzliche Haltung ist bei vielen wohl dieselbe geblieben. Es bleibt eine gewisse Angst und Verunsicherung. Die Einheimischen haben sich jedoch besser damit arrangiert», so Dietrichs Eindruck. Obwohl er viel recherchiert und mit vielen Personen gesprochen habe, frage er sich immer wieder, was die schweigende Mehrheit denke.

Dok «Gastgeber wider Willen – Giffers erhält ein Bundesasylzentrum». Do., 27. April, 20.05 Uhr, SRF 1.

«Es bleibt eine gewisse Angst und Verunsicherung. Die Einheimischen haben sich jedoch besser damit arrangiert.»

Rolf Dietrich

Journalist und Filmemacher

Zahlen und Fakten

Ein Ausreisezentrum mit 300 Plätzen

Der Bund hatte dem Unternehmer Beat Fasnacht vor zwei Jahren die Liegenschaft Guglera oberhalb von Giffers für 19 Millionen Franken abgekauft, um daraus ein Ausreisezentrum mit 250 bis 300 Plätzen für abgewiesene Asylbewerber zu machen. Das Bundesamt für Bauten und Logistik ist mit dem Umbau der Guglera betraut. Die Kosten für den Umbau werden auf 8,8 Millionen Franken geschätzt. Im Februar 2015, als bekannt geworden war, dass aus der Guglera ein Bundesasylzentrum wird, gab es viele Proteste aus der Bevölkerung – vor allem kritisierten damals viele Bürger die Art und Weise, wie die Gemeinde Giffers vom Projekt erfahren hatte. Die Eröffnung ist frühestens Anfang 2018 vorgesehen.

ak

 

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