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Staatsrat erlässt neue Corona-Schutzbestimmungen

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Die Corona-Lage im Kanton ist besorgniserregend. Auch hier steigen die Zahlen, zwar langsam, aber unaufhaltsam. Der Staatsrat hat nun zusätzliche Massnahmen beschlossen, darunter eine Zertifikatspflicht für Spitalbesuche.

Und es dreht sich wieder, das Corona-Rad. Die Zahl der Infektionen mit Covid-19 steigt, mit etwas Verzögerung ziehen die Einlieferungen in die Spitäler nach – wenn auch etwas weniger dramatisch als letztes Jahr. Gerade in den Ost- und Innerschweizer Kantonen explodieren die Werte. Und die Durchimpfungsraten reichen bei weitem nicht, um die Welle wirklich zu stoppen.

Der Freiburger Staatsrat hat sich aufgrund der «besorgniserregenden Entwicklung in unserem Kanton», wie er in einer Mitteilung am Donnerstagabend schreibt, zu einer ausserordentlichen Sitzung getroffen und in Absprache mit den anderen Westschweizer Kantonen ein Massnahmenpaket beschlossen. 

Der Staatsrat hat unter anderem eine Zertifikatspflicht für Besuche in Einrichtungen des Gesundheitswesens erlassen, zum Beispiel in Spitälern, Pflegeheimen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Für die Angestellten der Kantonsverwaltung verweist der Staatsrat auf die Möglichkeit, Homeoffice zu leisten. Er habe das Personalamt beauftragt, neue Massnahmen zu prüfen.

Kein Booster für alle – noch nicht

Der Kanton Freiburg hat mit den Boosterimpfungen – also der Auffrischung der Grundimpfung für ältere und chronisch kranke Menschen – vor rund zehn Tagen begonnen. Gemäss Christophe Monney, dem stellvertretenden Kantonsarzt, gibt es für die nächsten zehn Tage keine freien Zeitfenster mehr. Allerdings will der Kanton einen entsprechenden Grundsatzentscheid des Bundes abwarten, bevor er die dritte Dosis auch für jüngere Altersklassen freigibt. «Die älteren Menschen haben noch immer Priorität», hält Monney fest. Tatsächlich wurden in wenigen Tagen 11’000 Dosen abgegeben. Jede und jeder Fünfte aus diesem Personenkreis ist somit bereits das dritte Mal geimpft. «Wir wollen unsere Kapazitäten zusätzlich erhöhen», kündigt Monney an. Pro Tag gingen 1000 Anmeldungen ein – er hoffe, bis Ende November die Drittimpfungen in Pflegeheimen abschliessen zu können.

Die Gesundheitsdirektion plane die Eröffnung eines zusätzlichen Impfzentrums in Bulle. Sie stehe zudem in Verhandlungen mit Hausärzten und Apotheken, so Monney. 

Mit der Entwicklung der Grundimpfungen sind die Verantwortlichen weniger zufrieden. «Wir wünschten uns, die Impfquote erhöhen zu können», so Monney. In den letzten zwei Wochen wurden zwar 10’000 Erstimpfungen verabreicht, etwa gleichmässig verteilt über alle Altersklassen. Doch die Impfquote stieg  letztlich um einen Prozentpunkt von 68 auf 69 Prozent der Gesamtbevölkerung. 

Schulen werden Hotspots

Als Hotspots erweisen sich zunehmend die Primarschulen, insbesondere jene in Deutschfreiburg. Anfang Woche wurden gemäss einer Aufstellung der Erziehungsdirektion 214 Primarschülerinnen und -schüler positiv getestet. Das ist nahezu eine Verdoppelung gegenüber der Vorwoche. Den höchsten Wert verzeichnete Gibloux-Farvagny mit 27 Fällen, gefolgt von Murten (21), Rechthalten-St. Ursen (16) sowie Plaffeien (11). Diese vier Schulen allein stehen für einen Drittel der Fälle. Nur noch 42 von total 114 Schulen im Kanton hatten bisher noch keinen positiven Fall. Noch vor einer Woche waren sie noch die Mehrheit. Insgesamt wurden 0,9 Prozent aller Primarschülerinnen und -schüler des Kantons positiv getestet. Die meisten können noch nicht geimpft werden. Zum selben Zeitpunkt wurden 33 Primarlehrkräfte positiv getestet, ebenfalls etwa 0,9 Prozent. 450 Kinder sind in Quarantäne. 

Die OS sind weniger stark betroffen: 136 positive Fälle statt 104 in der Vorwoche. Es fällt auf, dass auch die Fälle in den OS auf wenige Standorte konzentriert sind, darunter Düdingen, Freiburg-Jolimont und Murten.  Wie die Erziehungsdirektion ausführt, ist die Lage bei den Mittel- und Hochschulen noch ruhig. Grund dafür ist der hohe Durchimpfungsgrad von rund 75 Prozent. Zum Vergleich: Auf OS-Stufe liegt diese Quote aktuell bei 40 Prozent.  

Der Staatsrat hat beschlossen, auch für die Schulen strengere Vorschriften zu erlassen. So wird bereits ab den Klassen 5H (3. Primarklasse) schon mit dem ersten positiven Fall eine Maskenpflicht verfügt. Wenn mehrere Klassen betroffen seien oder die Zahl der Ansteckungen steige, werde das Tragen von Masken für die ganze Schule für zehn Tage obligatorisch. Es werden auch wieder rascher Tests durchgeführt im Fall von Corona-Ausbrüchen in Klassen oder Schulen.

Neu werden solche Massnahmen auch im Rahmen der ausserschulischen Betreuung angewendet. Entsprechende Richtlinien werden ausgearbeitet. Bei Bedarf ist vorgesehen, auch in den Kitas strengere Bestimmungen einzuführen     

Der Staatsrat unterstreicht, dass Impfungen sowie Distanz und Hygieneregeln weiterhin unerlässlich seien.

Zahlen und Fakten

Tiefes Niveau, aber stetes Wachstum

Im Kanton Freiburg haben sich die Ansteckungen mit Covid-19 in zwei Wochen weit mehr als verdoppelt. Besonders auffällig ist die Verschlechterung der Lage im Seebezirk mit einem Anstieg von 17 auf 180 positive Tests. Zwar befindet sich die Romandie im hinteren Drittel unter den Kantonen, doch Freiburg ist der Westschweizer Kanton mit den höchsten Inzidenzwerten.

Das Freiburger Spital HFR schlägt in einer Mitteilung Alarm. Die Belegung der Betten ist diesen Monat langsam, aber stetig angestiegen – von 87,4 auf 91,1 Prozent.  Die Zahl der Corona-Fälle hat sich von 16 auf 37 mehr als verdoppelt. Aufgrund der aktuell hohen Spitaltätigkeit ausserhalb von Covid-19 sei der Druck auf die Betten höher geworden. Am 25. November waren gemäss BAG noch 51 Spitalbetten frei, gegenüber 71 Anfang Monat. Das HFR erhöhe die Zahl der Spitalbetten im Covid-Bereich, aber die Verschiebung von Wahleingriffen könne weiterhin nicht ausgeschlossen werden, schreibt das HFR. In der Intensivstation sind aktuell 95,7 Prozent der Betten belegt, nur noch eines ist frei. Freiburg hat damit die höchste Belegung unter den Kantonen. Drei der Personen auf der Freiburger Intensivstation sind an Covid-19 erkrankt.  fca

Kommentar (1)

  • 26.11.2021-Simon Botter

    Woran wird die Tragweite der Pandemie gemäss Bundesrat gemessen? An der Anzahl Patienten auf der Intensivstation. In der letzten Zeile dieses FN-Artikels steht die einzig relevante Zahl: 3 Personen mit Covid sind aktuell auf der Intensivstation. Im Frühling 2020 und Herbst 2020 waren es jeweils über 20-25 Patienten (siehe http://www.fr.ch/de/gesundheit/covid-19).
    Auch ohne Covid-Patienten wäre die Intensivstation in Freiburg aktuell mit 83% belastet, was überdurchschnittlich ist.

    Die Lage mag einmal mehr ernst sein in den Spitälern, aber das liegt nich an diesem Virus sondern an der Tatsache, dass man mit gerade 23 Betten auf der Intensiv für 320’000 Einwohner des Kantons prozentual noch weniger Betten führt als gesamtschweizerisch (850 zertifizierte IPS-Betten bei 8’600’000 Einwohnern). Im Vergleich: Gesamtschweizerisch 1 Bett auf 10’000 Einwohner und im Kanton Freiburg 1 Bett auf 14’000 Einwohner.

    Vielleicht sollte man sich in Freiburg auch mal fragen, weshalb man die Spitalkapazitäten schrumpft und schrumpft… die Politik hat auch bei uns versagt.

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