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Staatswein neu mit Bio-Label

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«Biologischer Weinbau ist nur mit Überzeugung möglich», sagt Peter Maeder, Verwalter der Freiburger Staatsreben. «Es braucht dazu Engagement und eine vertiefte Auseinandersetzung.»

Diese Überzeugung und das Engagement brachte Gérald Vallélian mit. Er ist seit 2004 Winzer von 6,6 Hektaren, einem Teil der 15,4 Hektaren grossen Domaine des Faverges im Besitz des Kantons Freiburgs. Vallélian begann 2011 mit den ersten Versuchen im Bio-Anbau und stiess dabei bei der grünen Staatsrätin und Landwirtschaftsdirektorin Marie Garnier auf offene Ohren. 2013 nahm er das Projekt offiziell in Angriff.

In den ersten beiden Jahren waren zwei Weissweine des Staates, der klassische Faverges-Chasselas und der Gastrowein «L’énigme», mit der Knospe «Bio-Wein in Umstellung» auf den Markt gekommen. Bei der gestrigen Präsentation des Jahrgangs 2015 stellte der Winzer nebst den beiden Weissweinen auch zwei Rotweine, einen Merlot und einen Pinot Noir, mit dem Bio-Label vor. Von der jährlichen Gesamtproduktion, die zwischen 120 000 und 150 000 Flaschen schwankt, ist ab jetzt rund die Hälfte Bio-Wein, wovon erst etwa ein Drittel mit der Knospe vermarktet werden kann.

Für den Winzer Vallélian stellte die gestrige Präsentation mit dem Bio-Suisse-Zertifikat die Vollendung eines langen Prozesses dar. «Ich habe 37 Saisons in den Weinbergen verbracht und dabei alle Produktionsarten durchgemacht: vom konventionellen Weinbau, über IP bis zum Bio-Anbau», sagt er. «Ein längerer Denkprozess, aber auch Lebensumstände haben mich dazu gebracht: Einer meiner Mitarbeiter ist allergisch gegen die Pflanzenschutzmittel geworden.»

Neu für den Lavaux

Bei den biologischen Anbaumethoden werden keine synthetischen Pflanzenschutzmittel, chemischen Düngemittel oder Herbizide verwendet (siehe Kasten rechts). «90 Prozent der Arbeit zur Anerkennung als Bio-Anbau ist einfach, die letzten 10 Prozent sind am schwierigsten», so Vallélian. Auch er und sein Team seien auf Probleme gestossen und hätten Fehler gemacht, aus denen sie aber immer wieder lernten. Die Freiburger Faverges-Staatsreben sind im grossen Weingebiet Lavaux erst der zweite Weinberg, der auf Bio-Anbau setzt. Für Vallélian liegt eine Begründung darin, dass die Region stark zerstückelt ist. Da Pflanzenschutzmittel per Helikopter eingesetzt werden, ist es nicht einfach, gewisse Sektoren auszusparen. Doch laut Vallélian findet eine Entwicklung hin zu alternativen Techniken statt. Er selber werde viel über seine Erfahrungen befragt. «Es ist wohl auch eine Generationenfrage», so der Winzer.

10 Prozent mehr Aufwand

Wie die Verwaltung der Staatsreben in einem Communiqué schreibt, ist der Arbeitsaufwand für biologischen Weinanbau, und somit die Produktionskosten sowie der Verkaufspreis, höher. Verwalter Peter Maeder schätzt den Zusatzaufwand auf je rund 10 Prozent in den Reben und im Keller. Dementsprechend wird beispielsweise der weisse Chasselas mit der Bio-Knospe um etwa 2 Franken teurer verkauft als im Vorjahr.

Vallélian präzisiert, dass beim Bio-Anbau etwas mehr Personal benötigt wird als bei der herkömmlichen Produktion. «Dafür ist die Arbeit besser über das ganze Jahr verteilt, und das Personal kann zu 100 Prozent angestellt werden.»

Mehr Risiko beim Ertrag

Wenn es rein nach Wirtschaftlichkeit ginge, hätte der Staat Freiburg wohl das Bio-Label nicht angestrebt. «Die Ertragssicherheit ist geringer als beim herkömmlichen Anbau, da man im Bedarfsfall nicht auf gewisse Pflanzenschutzmittel zurückgreifen darf», so Peter Maeder. Während man beim herkömmlichen Anbau Trauben wegschneiden müsse, um die Mengenbegrenzung von einem Kilogramm pro Quadratmeter nicht zu überschreiten, sei beim Bio-Anbau die Menge geringer, ohne etwas wegzuschneiden. Das Risiko bestehe aber, dass man in schlechten Jahren weniger produziert, als eigentlich erlaubt wäre.

Wie Maeder weiter sagt, sei beim Bio-Wein der Aspekt Gesundheit weniger ein Verkaufsargument als etwa bei Biogemüse, Biomilch oder Biofleisch. «Die Nachhaltigkeit und die Qualität kommen viel mehr im Boden zum Tragen. Man sagt, dass das Terroir beim Bio-Wein stärker zum Ausdruck kommt.»

Hagel und Hitze getrotzt

Der Winzer Gérald Vallélian hat in den letzten beiden Jahren auch bereits die Erfahrung gemacht, dass die biologisch angebaute Rebe widerstandsfähiger ist als eine herkömmliche. Im Herbst 2014 war der Lavaux von Hagel betroffen, und letztes Jahr machte die lange Trockenheit zu schaffen. Der nach biologischen Prinzipien angebaute Weinberg des Staates Freiburg habe dabei weniger Schäden erlitten als andere Parzellen. Der Winzer glaubt, es habe damit zu tun, dass wegen der mechanischen Arbeit die Wurzeln tiefer in den Boden hineinwachsen.

Wistenlach: Auch am Murtensee gibts «Bio»

I m Weinbaugebiet Vully hat der Kanton Freiburg im Herbst die Pacht des Guts des Château de Mur gekündigt. Der Vertrag läuft Ende 2017 aus. Somit verzichtet der Kanton dort auf Investitionen in den Rebberg und den Maschinenpark (die FN berichteten). Seit 1899 besitzt der Kanton im Vully noch 2,2 Hektaren Reben. Die Verwaltung der Staatsreben verhandelt über eine Partnerschaft mit dem Weingut Cru de l’Hôpital der Burgergemeinde Murten. «Wir sind daran, eine Vereinbarung auszuarbeiten», so Verwalter Peter Maeder.

Kommt diese Vereinbarung zustande, dürfte der Kanton auch im Vully zu einem Bio-Wein kommen. Die Burgergemeinde Murten und ihr Betriebsleiter Christian Vessaz haben auf Bio-Anbau umgestellt. Bei einer Partnerschaft würden auch die Staatsreben nach biologischen Prinzipien angebaut. «Die Umstellung würde drei Jahre dauern, da Cru de l’Hôpital nach den Bio-Richtlinien von Demeter produziert», so Maeder. Der Kanton könnte so seine heutige Bio-Wein-Produktion um rund einen Drittel erweitern.

«Bio» und noch strenger

Vessaz hat 2009 damit begonnen, seine Weine nach der Demeter-Methode zu produzieren. 2013 hat er seine Produktion vollständig umgestellt. Die Demeter-Vorgaben stellen noch höhere Anforderungen an die Winzer als die Bio-Knospe. Sie nehmen unter anderem auch Rücksicht auf den Mondkalender.

Vessaz lebt «bio» und betreibt dafür einen grossen Aufwand: Er setzt statt Kunstdünger Kompost ein, um seinen Reben Nährstoffe zuzuführen. Auch auf synthetische Pestizide verzichtet der Winzer. Dafür setzt er auf natürliche Chemikalien wie Kupfer und Schwefel. Schliesslich werden auch keine Herbizide verwendet, das Unkraut jäten Vessaz und seine Angestellten von Hand oder per Maschine. Entsprechend fänden sich im Wein auch keine chemischen Reststoffe, sagt Vessaz, und auch der Natur werde kein Schaden zugefügt.

95 Prozent des Schweizer Weins werden gemäss IP-Richtlinien produziert, fünf Prozent hätten auf Bio umgestellt, Tendenz steigend, so Vessaz’ Erfahrung. Nur wenige Menschen könnten «bio» und «konventionell» geschmacklich voneinander unterscheiden, so Vessaz. Zwar habe er bisher kein Bedürfnis gehabt, für seine Weine das Demeter-Label zu beantragen. «Die Leute kaufen ihn, weil er gut ist, nicht weil er ‹bio› ist.» Nun habe er beschlossen, sich zertifizieren zu lassen, um Transparenz zu schaffen.

Jungwinzer setzen auf «bio»

Überhaupt ist der Freiburger Wistenlach weintechnisch im Aufbruch. Etwa auf einem Drittel der Fläche wird künftig «bio» produziert. 4 von 24 Gütern stellen in den nächsten Jahren um: Neben Vessaz sind dies die Betriebe von Etienne Javet, Fabrice Simonet und der Familie Biolley. Es gebe dafür unzählige Gründe, sagt Javet, der auch als Präsident der Vully-Winzer amtet, unter anderem die Arbeitsplatzsicherheit für ihre Angestellten. Die Ernte sei insgesamt ausgeglichener, so Javet weiter. Und ja, «bio» sei auch das Anliegen einer jungen Generation von Winzern, denn es sei nun die richtige Zeit, einen Schritt vorwärts zu tun, so Javet: «Vor 20 Jahren wurde man noch für verrückt gehalten, wenn man auf ‹bio› gesetzt hat.» uh/fca

Faverges: Investitionen stehen an

M itten in den Faverges besitzt der Kanton Freiburg ein wunderbar gelegenes Haus, das der Staatsrat oft für Empfänge beispielsweise anderer Kantonsregierungen benutzt. Auch die jährlichen Degustationen finden dort statt. «Bei diesem Hauptgebäude steht eine Sanierung und Renovation an», sagt der Verwalter der Staatsreben, Peter Maeder. Man stehe am Ende einer Machbarkeitsstudie. Gemäss Maeder soll der bestehende Keller als Barrique-Keller vergrössert werden. Dazu sei der Treppenaufgang zum Repräsentationssaal sanierungsbedürftig, die Kücheninfrastruktur müsse erneuert werden, und eine Energiesanierung sei nötig. Gemäss Maeder geht es dabei nicht eigentlich um den Weinbaubetrieb, sondern um die Instandstellung eines Kulturgutes. «Es ist mit Investitionskosten von 3 bis 4 Millionen Franken zu rechnen», so Maeder. Nebst diesem ehemaligen Haus der Abtei Hauterive steht im Weinberg noch ein zweites Haus, in dem einer der beiden Winzer der Staatsreben wohnt. uh

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