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Stadtkarten erzählen Geschichten

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Es war im Jahr 1822, als der Franziskanerpater Charles Raedlé die erste moderne Karte der Stadt Freiburg anfertigte. Der Raedlé-Plan war insofern eine Neuheit, als er die ganze Stadt massstabgetreu abbildete, unter Beachtung der Grössenverhältnisse und der Geländesituation. «Es dürfte sich um eine der ältesten derartigen Karten der Schweiz oder gar Europas handeln», sagt Patrick Minder vom Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung der Universität Freiburg (ZELF). Studentinnen und Studenten der Geschichts- und Geografiedidaktik des ZELF haben sich zwischen 2013 und 2017 mit den Karten und Plänen der Stadt Freiburg von 1822 bis heute befasst. Sie haben Sammlungen der Kantons- und Universitätsbibliothek, des Stadtarchivs und des Staatsarchivs gesichtet, dazu einzelne Karten aus den Archiven des Franziskanerklosters und der Feuerwehr sowie aus privaten Sammlungen. Entstanden ist ein einheitliches Inventar, das ab sofort in Buchform, im Internet und in einer Ausstellung in der Kantons- und Universitätsbibliothek zugänglich ist.

Eine Geschichte der Kartografie

Die Ausstellung richte sich an ein breites Publikum, sagte Kuratorin Pauline Rouiller gestern vor den Medien. Die Kunsthistorikerin hat über hundert kartografische Dokumente und Objekte ausgewählt, welche die Geschichte der Kartografie in Freiburg illustrieren und gleichzeitig die architektonische und urbanistische Entwicklung der Stadt nachzeichnen. Der Rundgang beginnt mit den beiden Kartensammlern, deren Nachlass die Grundlage für die Forschungsarbeit lieferte: Léon Glasson (1841–1913) hinterliess über 2000 kartografische Dokumente aus aller Welt, viele davon aus Freiburg und der übrigen Schweiz. Die Sammlung befindet sich seit 1916 in der Kantons- und Universitätsbibliothek. Jean Dubas (1918–2003) sammelte Kartenmaterial aus dem Kanton Freiburg; nach seinem Tod ging der 422 Karten umfassende Bestand als Schenkung an das Stadtarchiv. Auch die Akteure der Freiburger Kartografie erhalten ihren Platz in der Ausstellung. Darunter finden sich etwa die beiden Freiburger Geometer Jean-Baptiste Bertschy und Jean-Baptiste Sudan, die 1876 ein Mandat des Kantons erhielten, um die Hauptstadt zu kartografieren. Den historischen Karten sind zeitgenössische Darstellungen von Georges Ducotterd (1986) und Diana Rachmuth (1992) gegenüber­gestellt.

Ein weiteres Thema sind die verschiedenen Funktionen von Karten, die ihrerseits die kartografische Entwicklung prägten: Ein Stadtplan aus einem «Fremdenführer» aus dem Jahr 1881 etwa richtet sich an Touristen, die Freiburg nach dem Eidgenössischen Schützenfest besuchen wollten, das die Stadt weitherum bekannt gemacht hatte. Einen ganz anderen Zweck hatten zwei Pläne von 1917 und 1927, welche die Zuständigkeitsbereiche der städtischen Strassenreiniger definierten. Die Ausstellung endet mit einem grossen Teil zur Stadtentwicklung: Karten aus verschiedenen Epochen werden mit Fotografien aus der jeweiligen Zeit in Verbindung gebracht und zeigen, wie die Stadt sich verändert hat.

46 Karten in einem Buch

Wer sich vertieft mit den Karten befassen will, kann dies mit einem aufwendig gestalteten, grossformatigen Buch tun, das 46 Karten vereint, jeweils versehen mit technischen Beschreibungen und Erklärungen. Zudem haben die Studierenden des ZELF pädagogische Dossiers für alle Stufen von der Primarschule bis zum Gymnasium erarbeitet. Diese stehen vorerst nur auf Französisch zur Verfügung, sollen aber ins Deutsche übersetzt werden.

Ausstellung: Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg. Bis 24. Februar 2018. Mo. bis Fr. 8 bis 22 Uhr, Sa. 8 bis 16 Uhr. Buch: «Atlas der Stadt Freiburg von 1822 bis heute». 120 Seiten. 49 Franken.

Online

Die Karten im Internet

Die 46 Karten aus dem Buch sind auch online für jedermann einsehbar: Das kantonale Amt für Vermessung und Geomatik hat eine Webanwendung kreiert, die es erlaubt, die alten Stadtkarten zu konsultieren und direkt mit der aktuellen Situation zu vergleichen. Die Anwendung steht in der Ausstellung in der Kantons- und Universitätsbibliothek und via Internet gratis zur Verfügung. Sie wird auch nach dem Ende der Ausstellung zugänglich bleiben.

cs

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