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Steuersenkungen als Trumpfkarte

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«Freiburg kann der Realität nicht entkommen», sagte der UBS-Ökonom Thomas Veraguth zu Beginn seines Vortrags in Freiburg. Die UBS hatte am Donnerstagabend die Mitglieder der Freiburger Handelskammer zu einem Referat über die Herausforderungen und Perspektiven für die freiburgische Wirtschaft geladen. Veraguth erläuterte einerseits, inwiefern Freiburg zwar der wirtschaftlichen Grosswetterlage ausgeliefert ist, zeigte aber auch auf, wo aus seiner Sicht Entwicklungspotenzial besteht.

 Problem Exportindustrie

Die Frankenstärke, die Exportschwierigkeiten und das negative Wachstum im Vergleich zum Euro-Raum würden auch dem Gewerbe im Kanton Freiburg zu schaffen machen. Ins Gewicht falle insbesondere, dass die Uhrenbranche, die vom Exportrückgang besonders betroffen sei, einen grossen Teil der Exporte aus dem Kanton Freiburg ausmache, so Veraguth. Ein Blick ins statistische Jahrbuch zeigt effektiv: Beinahe die Hälfte des Freiburger Exportvolumens vereinigt die Uhrenindustrie auf sich. Im Gegensatz zu den Exporten verhielten sich jedoch die Statistiken zur Arbeitslosigkeit für Freiburg positiv: «Freiburg wird in struktureller Hinsicht auch weiterhin für Stabilität auf dem Arbeitsmarkt stehen», war sich Veraguth sicher.

 Freiburg ist gut positioniert

Der Ökonom erwähnte anschliessend einige Rankings, die Freiburgs Positionierung im gesamtschweizerischen Vergleich aufzeigten. So belegt der Kanton Freiburg beim kantonalen Wettbewerbsindikator der UBS den zwölften Rang–und positioniert sich somit zwischen zwei benachbarten Wirtschaftspolen: Die Waadt belegt den neunten Platz, Bern den fünfzehnten. «Freiburgs geografische Lage zwischen diesen zwei Polen ist eine Tatsache», so Veraguth. Es gelte, daraus das Beste zu machen. Veraguth verwies mehrfach auf den volkswirtschaftlich gesunden Kanton Aargau, der ebenfalls zwischen zwei Wirtschaftsgrossregionen liege.

Veraguth zitierte ausserdem weitere Statistiken, gemäss denen der Kanton Freiburg bei den Ausgaben für die Verwaltung gesamtschweizerisch an fünfter Stelle, bei den Ausgaben für die höhere Schulbildung gar an zweiter Stelle steht–dies, obwohl Freiburg von einem «Braindrain» betroffen ist: Viele Akademiker und Fachkräfte wandern ab.

Der Steuerwettbewerb lebt

Freiburg müsse sich auch für den Wettbewerb zwischen den Kantonen rüsten. Der Ökonom sieht im Steuerwesen Handlungsansätze: «Der Kanton Freiburg hat die Möglichkeit für längerfristige Steuersenkungen.» Mit dieser Trumpfkarte könne er die Nachbarkantone unter Druck setzen. Wichtig sei aber, dass die Steuersenkungen «nachhaltig» seien.

 Sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben der Freiburger Staatskasse stiegen Jahr für Jahr–was angesichts des Bevölkerungswachstums nicht erstaune. Eine Entwicklung müsse dabei aber im Auge behalten werden, mahnte der UBS-Ökonom: Die Ausgaben pro neuem Einwohner übersteigen die Einnahmen pro neuem Einwohner seit einiger Zeit. Umso mehr sei Nachhaltigkeit ein zentrales Stichwort, so Veraguth–nicht nur im Bereich der Steuersenkungen, sondern auch bezüglich Staatshaushalt.

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Der kantonale Wettbewerbsindikator

Der kantonale Wettbewerbsindikator (KWI) wird jedes Jahr von der UBS erstellt und beurteilt die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Kantone. Der Indikator gibt Aufschluss über das relative Wachstumspotenzial und ermöglicht so Vergleiche zwischen den einzelnen Kantonen. Er basiert auf der Analyse von fünf sogenannten Wettbewerbsdimensionen: Wirtschaftsstruktur, Unternehmen, Standort, Bevölkerung sowie Staat. Gemäss KWI von 2014 belegt der Kanton Freiburg den zwölften Platz. Der wettbewerbsfähigste Kanton ist Zug, gefolgt von Zürich, Basel-Stadt und dem Aargau.ko

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