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Südamerikas Probleme im Fokus

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Die durch Raubbau verursachten Umweltschäden im Amazonasgebiet und deren soziale Folgen stehen im Mittelpunkt einer von Papst Franziskus einberufenen Bischofssynode. Das geht aus dem kürzlich im Vatikan veröffentlichten Vorbereitungsdokument hervor.

Weiter erörtern die Synodenteilnehmer eine Stärkung der indigenen Bevölkerung, Ämter für Frauen in der Kirche und neue Wege, um einen Zugang der Gläubigen zur Messfeier sicherzustellen. Eine Zulassung verheirateter Männer zum Priesteramt, wie sie im Vorfeld auch von einzelnen Bischöfen ins Spiel gebracht wurde, wird in dem Papier nicht erwähnt.

Menschenhandel

Das rund 16-seitige Dokument beklagt eine vom Menschen verursachte «schwere Krise» im Amazonasgebiet mit ökologischen Folgen für den ganzen Planeten. Eine unverhältnismässig gewachsene Landwirtschaft, Bergbau und Abholzung schädigten den ökologischen Reichtum der Region und hätten negative soziale und kulturelle Folgen.

Vor allem nennt das Papier die Ausbeutung von Indigenen, auch durch Menschenhandel und Prostitution. Zudem trete ein als Fortschritt verbrämter «ungezähmter Neokolonialismus» auf, der die Identität der angestammten Kulturen zerstöre.

Impulse für die gesamte Kirche

Besonderes Gewicht legt die kommende Synode auf die Situation der rund 390 indigenen Völker Amazoniens. Es gelte, das «Recht auf Entwicklung, einschliesslich der sozialen und kulturellen Entwicklung», mit dem Schutz der Identität der angestammten Bewohner und ihrer Gebiete zu verbinden. Themen sollen allgemein auch Ungerechtigkeit, Armut, Ungleichheit, Gewalt, Drogenhandel und Diskriminierung von Migranten und Indigenen sein. Von den Beratungen über Amazonien, ein Gebiet von siebeneinhalb Millionen Qua­dratkilometern, das sich über neun Länder erstreckt, erhofft sich der Vatikan Impulse für die gesamte katholische Kirche und die Weltgemeinschaft.

Welche Ämter für die Frauen?

Ein eigenes Augenmerk richtet das Vorbereitungspapier auf Frauen und ihre Gestaltung des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, religiösen und politischen Wandels. Angesichts ihrer «zentralen Rolle» im Leben der Kirche müsse sich die Synode mit der Frage befassen, «welche Art von offiziellem Amt der Frau übertragen werden kann».

Nötig seien auch «neue Wege, damit das Volk Gottes einen besseren und häufigeren Zugang zur Eucharistie haben kann». Die Bischöfe werden dazu ausdrücklich um Vorschläge gebeten, welche «Dienste und Ämter mit amazonischem Profil» geschaffen werden müssten.

Für 2019 geplant

Die für Oktober 2019 geplante Bischofssynode trägt den Titel «Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie». Das Gebiet Amazonien entspricht etwa dem Einzugsgebiet des Amazonas-Flusses in den Staaten Brasilien, Peru, Venezuela, Bolivien und Kolumbien. Es umfasst fast die gesamte nördliche Hälfte des Kontinents Südamerika und gilt als eines der wichtigsten Ökosysteme der Welt.

Die Bischofssynoden gibt es seit 1965. Das Ziel ist, die Beziehung zwischen Papst und Bischöfen aus aller Welt zu intensivieren und über allgemeine kirchliche Angelegenheiten zu beraten. Ihre Einrichtung geht auf das Zweite Vatikanische Konzil zurück.

kath.ch/jcg

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