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Tänzerischer Waldspaziergang

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Seit 30 Jahren pocht in der Arbeit der Choreografin Fabienne Berger mit Wahlheimat Freiburg das gesellschaftliche Gewissen. Es plagte sie die Frage, wie Medien unser Bewusstsein vom Körper, ja unsere Haltung, prägen. Und wie das Jagen nach mediatisierten Vorbildern uns von uns selbst entfremdet («Elle(s)», 2007). Jahrelang hielt sie uns Postmodernen den Spiegel vor. Bisweilen wächst sich das Thema zum dominanten Über-Ich aus–und wird lästig.

Die Vielfalt des Waldes

Doch mit ihrer neuen Kreation «Les arbres pleurent-ils aussi?» nimmt uns Fabienne Berger ruhig bei der Hand und führt uns in den geheimnisvollen Wald. Zwar steht zu Beginn die Welt noch Kopf: Wir, Individuen der Gesellschaft, bespiegeln uns stöckelschuhbestückt im Widerschein der Smartphones, nächtelang, wie einsame Fledermäuse. Doch dann kommen wir in Tuchfühlung mit der Natur.

Der Wald ist so vielfältig wie unser Erleben von ihm. Ein leises Nieseln, Säuseln im Soundtrack, ein leichtes Wiegen und Ausschwingen sich verästelnder Arme macht wohlig-schläfrig: Vier Tänzerinnen der Compagnie (Caroline de Cornière, Margaux Monetti, Marie-Elodie Vattoux und die Choreografin selbst) suchen verstreut, fast immobil die Stärke im Aufrechten.

Ein aufkommender Wind (drei gewaltige Ventilatoren) dagegen weckt die Abwehr und verlangt nach Windschatten. Selbst unter Bäumen gilt: In der Gemeinschaft des Waldes hält man besser stand als einzeln auf einsamem Posten. Auch die Zuschauer verbindet reihenweise eine wärmende Decke zu ihren Füssen. Erst allmählich wandelt sich die Schutzhaltung der Figuren in ein aktives Trotzen, indem sie sich dem Wind stellen, seiner Kraft (Angriffs)fläche, ja, die Stirn bieten. Oder sich behände mit Luftsprüngen heben lassen. Das sind kurze, bewegte Bilder.

Studien zur Empathie

Doch über lange Strecken vermeint man lediglich einzelnen Ästen beim Wachsen zuzusehen. Ob in den ers- ten Momenten des Spriessens aus tiefbraun gehäufter Erde (überzeugend das Bühnenbild von Sven Kreter) oder wenn sie sich knorpelig verzweigen und abrupt die Richtung wech- seln. Das Fragmentierte ist die Handschrift der Choreografin. Dem Körper vermag Fabienne Berger mehr Stellen des Wechsels abzugewinnen, als ihn der Schöpfer mit Scharnieren und Gelenken versehen hat.

Trotz starker Momente gleicht das Stück eher einer Sequenz von Studien zur Empathie und zu Eigensensibilisierung. Fabienne Berger spricht von «composition instantanée», wenn die Tänzer sich gegenseitig gewahr werden und ihr Bewegungsmaterial im Moment adaptieren.

Weitere Vorstellungenim Nuithonie in Villars-sur-Glâne: Do., 30. April, Fr., 1. Mai, und Sa., 2. Mai, jeweils 20 Uhr.

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