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Theaterstück über den Schandfleck in der Kirchengeschichte

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Autor: Irmgard Lehmann

Vor rund 600 Jahren war Konstanz der Schauplatz der «längsten Party des 15. Jahrhunderts» – am Dienstag ist es die Aulabühne der Uni Freiburg: Vor der Theologischen Fakultät erhebt ein Häretiker seine Stimme. Eine Frau tritt als Kardinal auf, und ein Franziskaner verkündet, dass Morden erlaubt sei.

Uraufführung

Unter der Regie des Zürchers Simon Helbling haben Professoren und Studierende der Uni Freiburg zusammen mit einem professionellen Team das Theaterstück «Wie durch Feuer – Leben und Sterben des Jan Hus» erarbeitet. Vorlage dazu war ein Hörspiel von Edzard Schaper, Schriftsteller und Ehrendoktor der Uni Freiburg (siehe Kasten).

Drei Päpste

Die Rückblende: Zu Beginn des 15. Jahrhunderts ist Konstanz im Ausnahmezustand. Die Gelehrtesten, Mächtigsten, Ranghöchsten der damaligen Welt treffen sich zum Konzil. Die geistige Elite diskutiert über theologische Fragen und sucht einen Ausweg aus dem Schisma der drei Päpste.

Doch nicht nur die kirchliche, auch die weltliche Ordnung wankt: Ein Franziskaner verkündet etwa, es sei erlaubt, einen «Tyrannen» zu ermorden, notfalls mit List und ohne Rücksicht auf einen geleisteten Treueid.

Gegen das ganze Räderwerk sperrt sich der Theologe, Prediger und zeitweilige Rektor der Prager Universität, Jan Hus. Er verlangt, dass die Führenden in Kirche und Welt nach dem Vorbild Jesu leben und ihre Autorität weder aus menschlicher Institution, Abstammung, Macht oder Geld beziehen.

Seine Aussagen werden jedoch nicht goutiert, und so wird Hus kurz nach seiner Ankunft in Konstanz in den Kerker geworfen. Er weigert sich, seine Aussagen zu widerrufen. Jan Hus – von der Menge geliebt, von den Klerikern gefürchtet, vom König verraten – stirbt am 6. Juli 1415 auf dem Scheiterhaufen.

In der Verantwortung der Theologie

Das Stück beruht auf einer wahren geschichtlichen Begebenheit, die einen Schandfleck in der Kirchengeschichte darstellt, wie Barbara Hallensleben, Initiantin und Professorin an der Theologischen Fakultät sagt. «Als Theologen und Theologinnen haben wir eine Verantwortung dieser unserer Geschichte gegenüber.» Das Stück helfe, diese Verantwortung wahrzunehmen.

Im Theater wird spielerisch untersucht, was passiert, wenn einer nicht mitspielen will. Und es zeigt, wie persönliche Überzeugungen sich gegen Machtstrukturen behaupten können. «Es geht nicht nur um religiöse oder gar theologische Aspekte, sondern um Fragen, die alle Menschen miteinander teilen: Macht, Überzeugungen, Konflikte, Frieden, Radikalität», sagt die Professorin, die selber im Stück mitspielt.

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