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Therapie mit unerwünschten Folgen

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Autor: Myriam schuler

FreiburgNachdem sie sich aus den Fängen einer sektenähnlichen Religionsgemeinschaft befreit hatte, fühlte sich die junge L. sehr einsam. Um ihr psychisches Tief zu überwinden, suchte sie Hilfe bei N., der sich als Energietherapeut anpreist. In seiner Therapie folgt N. der Tantralehre. Er führte bei L. regelmässig Behandlungen zur Lösung sexueller Blockaden durch. Die Sitzungen wurden immer intimer. L. sagt dazu: «Ich fand zwar komisch, wie die Sitzungen abliefen, und hatte auch Widerstände, aber ich liess die Behandlung zu, weil ich wusste, dass ich tatsächlich sexuelle Probleme hatte.» Diese hingen mit ihrer Vergangenheit in der Religionsgemeinschaft zusammen, welche sehr rigide Vorstellungen von Körperlichkeit und Sexualität pflegt.

Froh um den Freund

Zwischen 2005 und 2008 besuchte L. Therapiesitzungen bei N., der Sexualität zwischen Therapeut und Patientin für absolut legitim hält. Die sexuellen Handlungen seien immer einseitig gewesen, hätten alleine L.s Befriedigung gedient, sagt N. In ihrer Einsamkeit sei sie froh gewesen, in N. einen Vertrauten und Freund gefunden zu haben, auf den sie sich verlassen konnte, äussert L. Sie habe ihn als Mensch sehr gern gehabt, habe ihn aber nie als Partner gesehen. Sie vertraute auf seine Therapiemethode, auch wenn sie nach eigenen Angaben hin- und hergerissen war, und sich manchmal fragte, ob das, was sie mache, richtig sei.

Eskaliert ist die Angelegenheit laut L., als ein anderer Mann in die Geschichte verwickelt wurde. B. ist Fotograf und führte mit L. erotische Fotoshootings durch, zu denen N. sie ermuntert hatte. Bei einem dieser Shootings hatte sie Verkehr mit dem Fotografen, wobei N. filmte. Später wollte sich die junge Frau auch alleine mit B. treffen, was der Therapeut zu verhindern versuchte – um sie zu schützen, wie er sagt. N. teilte dem Fotografen mit, er werde seine Freundin informieren, wenn die Affäre weitergehe.

Ausserdem sagte er seiner Patientin, er werde ein Buch über sie veröffentlichen, in dem ihre Verwandten und Bekannten sie erkennen könnten. L. gibt zudem an, N. habe ihr das erotische und teilweise auch pornographische Bild- und Filmmaterial, welches im Verlaufe der Therapie entstanden ist, nicht aushändigen wollen.

Befriedigung nicht gesucht

Diese Vorfälle bewogen L. dazu N. anzuzeigen. Angeklagt ist er wegen Nötigung, Drohung und Ausnützung einer Notlage. Bei der Durchsuchung von N.s Haus wurde ausserdem kinderpornographisches Material gefunden. N. ist sich keiner Schuld bewusst. Er habe seiner Patientin reine Liebe geben wollen. «Ich habe nie Befriedigung gesucht bei dieser Frau.» L., die er als Schlange bezeichnet, wolle ihn vernichten. «Das ist die grösste Ungerechtigkeit, die man sich vorstellen kann», meint N. Das Gericht unter dem Vorsitz von Peter Rentsch fällt sein Urteil nächsten Freitag.

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