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«Tierverkehrsdatenbank muss Realität abbilden»

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Bei dichtem Schneefall hielten die Delegierten der Freiburgischen Viehverwertungs-Genossenschaft am Freitag in Schwarzsee ihre jährliche Versammlung ab. Was das Verarbeitungsvieh betreffe, könne die Genossenschaft auf ein gutes Jahr zurückblicken, sagte Geschäftsführer Hubert Jungo (siehe auch Kasten). 2016 sei jedoch auch geprägt gewesen vom Anstieg der Fälle von Boviner Virus-Diarrhoe (BVD) (die FN berichteten).

Seit Anfang April habe die Zahl der BVD-Fälle im Kanton Freiburg stagniert und sei nun sogar rückläufig, sagte Kantonstierarzt Grégoire Seitert, der für ein Referat zu diesem Thema eingeladen worden war. Aktuell sind noch 13 Betriebe komplett gesperrt, in 47 Betrieben sind einzelne Tiere, die nicht transportiert werden dürfen. Der Nachweis einer BVD-Infektion sei etwas komplizierter als bei anderen Krankheiten, erklärte Seitert. «Das Virus versteckt sich in den Föten der trächtigen Kühe.» Erst wenn die Kuh abgekalbt habe, könne der Nachweis erbracht werden, dass eine Infektion vorliege oder nicht.

«Vier Spots in der Schweiz»

Stand im Februar insbesondere der Kanton Freiburg im Fokus, ist er mittlerweile nicht mehr der einzige Kanton, der mit dem Virus zu kämpfen hat. «In der Schweiz gibt es vier Spots», so der Kantonstierarzt. Neben Freiburg sind dies die Innerschweiz, namentlich Obwalden und Zug, sowie die Kantone Aargau und St. Gallen. Zudem seien auch in den Kantonen Bern, Waadt und Wallis einige neue BVD-Fälle entdeckt worden. Wie der Kanton Freiburg wollen auch mehrere Kantone der Zentralschweiz deshalb noch diesen Frühling eine zweite Tankmilchkontrolle durchführen. Ab 2018 solle diese Massnahme zudem schweizweit eingeführt werden, so Seitert gegenüber den FN.

Eigenverantwortung gefragt

Trotz der positiven Entwicklung in den letzten Wochen gelte es auch weiterhin, vorsichtig zu sein, betonte Grégoire Seitert und appellierte an die Eigenverantwortung der Tierhalter sowie der Händler. Alle müssten sich an die Regelungen halten sowie alle Tierbewegungen in der Tierverkehrsdatenbank vermerken. «Wir müssen unbedingt davon ausgehen können, dass diese Einträge der Realität entsprechen.» Und schliesslich hat das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen Bedingungen für die bald anstehende Sömmerung dekretiert. «BVD-freie Herden dürfen keiner Ansteckungsgefahr ausgesetzt werden», so Seitert.

Mit Sperre keine Sömmerung

Für Betriebe, die aktuell unter einer vollständigen Sperre stehen, ist die Sömmerung erst möglich, wenn die Sperre aufgehoben wird. Und für Betriebe mit einzelnen, verbringungsgesperrten Tieren – in der Regel sind dies trächtige Kühe – gilt: Eine Sömmerung ist nur mit der schriftlichen Bewilligung des kantonalen Amts und unter Einhaltung mehrerer Vorsichtsmassnahmen möglich.

Genossenschaft

Geschäftsführer verabschiedet sich nach 32 Jahren

In verschiedener Hinsicht verzeichnete die Freiburgische Viehverwertungs-Genossenschaft 2016 ein Rekordjahr: Auf den überwachten Rindviehmärkten wurden 8103 Tiere vermarktet, dies sind 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der durchschnittliche Verwertungserlös aller vermarkteten Tiere betrug 2074 Franken. Dies entspricht dem höchsten Erlös seit dem Jahre 1995.

Bestand nie so tief seit 1956

Wie Hubert Jungo, Geschäftsführer der Genossenschaft, ausführte, hat hingegen die Zahl der Rindviehzüchter sowie der Rindviehbestand weiter abgenommen. Erstere sank um zwei Prozent auf 2252, und gemäss der Tierverkehrsdatenbank waren 2016 im Kanton Freiburg 132 622 Tiere registriert. «Das ist der niedrigste Rindviehbestand seit 1956, also der letzten 60 Jahre», sagte Jungo.

Stehende Ovationen

Für ihn war es die letzte Delegiertenversammlung als Geschäftsführer der Viehverwertungs-Genossenschaft: Er wird Ende Juli 2017 mit 64 Jahren in den Ruhestand treten. Er sei 32 Jahre alt gewesen, als er das Amt als Geschäftsführers angetreten habe, während 32 Jahren habe er die Genossenschaft geführt. «Nun hoffe ich, dass weitere 32 Jahre bleiben, um die Pension zu geniessen», sagte Hubert Jungo, der am Freitag an der Delegiertenversammlung in Schwarzsee mit grossem Applaus und Standing Ovations verabschiedet sowie zum Ehrenmitglied der Genossenschaft ernannt wurde. Sein Nachfolger wird demnächst bekannt gegeben.

rb

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