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Traditionell oder postmodern

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Traditionell oder postmodern

Die Kirche in Wünnewil wurde 70 Jahre alt

Mit dem Beginn des neuen Kirchenjahres feierte die Pfarrei Wünnewil den 70. Geburtstag ihrer Kirche. Ein Diavortrag von Oswald Schneuwly erinnerte an die nicht ganz alltägliche Entstehungsgeschichte.

Von BERNADETTE LEHMANN

Zum siebzigsten Geburtstag der Wünnewiler Kirche lud die Pfarrei zu einem Diavortrag ein, um die Geschichte in Bild und Wort aus alter und neuer Zeit nachzuleben. «Wer die Vergangenheit nicht kennt, begreift die Gegenwart nicht», eröffnete Pfarreipräsident Heinrich Kottman den Vortrag im vollbesetzten Gemeindesaal.

Lange auf die Kirche gewartet

Lange hatte die Pfarrei Wünnewil auf die neue Kirche gewartet. Erste Kommissionssitzungen fanden bereits 1919 statt. Die Kirche sollte am alten Standort der bisherigen Kirche erstellt werden. Erst 1923 kam der neue Platz unterhalb der bisherigen Kirche, die Kurmatte, ins Gespräch. Aber die Pfarreiversammlung hatte sich für den Platz unterhalb der alten Kirche entschieden. Pfarrer Josef Schmutz hatte bereits 350 000 Franken gesammelt.

Die Pläne wurden ausgearbeitet und das Bauterrain abgesteckt. Der Bau konnte beginnen. Der gute Pfarrer war überzeugt davon, dass man den falschen Bauplatz gewählt hatte. Dies belastete ihn seelisch und körperlich so sehr, dass er, so wird erzählt, schliesslich mit 50 Jahren an einem Hirnschlag starb.

Die Pläne auf den Kopf gestellt

Der neue Pfarrer, Alfons Riedo, ein Kämpfer, brachte das ganze Bauprojekt zum Stoppen. Er brachte den jetzigen Bauplatz an der Dorfstrasse ins Gespräch und ein neues moderneres Projekt. Architekt Augustin Genoud aus Freiburg änderte die Pläne. Es entstand ein für seine Zeit bedeutender Betonbau. Der ganze Innenraum, der mit Quertonnenelementen mit Durchgang abgestützt wurde, erhielt eine symbolische Farbgebung: in der unteren Raumzone Rot als Symbol der alles umfassenden Liebe Gottes, darüber im Schiff Blau als Sinnbild des Glaubens an die Liebe, und im Chor Gold mit Sternendecke und Kreuz als Zeichen der vollkommenen Liebe Gottes.

Der Hauptalter wurde mit Sieneser Marmor mit einem Relief-Aufsatz erstellt, das Altersakrament darstellend. Wie eine Festung krönt das neue Gotteshaus – ein aus armiertem Beton ausgeführter Bau, überragt von einem 45 Meter hohen Turm – die Anhöhe.

Veränderungen im Innenraum

Im Innern hat die Kirche mit der Renovation 1980 einige Änderungen erfahren, vor allem, was den Chorraum betrifft. Die Kanzel im vorderen Kirchenschiff und die Nebenaltäre wurden bei der Umgestaltung des Chores geopfert.

Ein von Ernst Ruffieux aus Plasselb aus Eichenholz geschnitzter neuer Altar, der Taufstein und ein neues Chorgestühl wurden mit einem Podium in den vordersten Teil des Kirchenschiffes integriert.

Die roten und blauen Seitenwände der Innensäulen erhielten einen hellen Anstrich und die Beleuchtung wurde mit zwei Kronleuchtern modernisiert.

Mit der Renovation des Glockenturms und der Turmfassade wurde der erste Teil der Renovation im vergangenen Sommer abgeschlossen. Die Aussenfassade der Kirche ist im nächsten Frühjahr dran.
Bereits die
fünfte Kirche

Im November 1933 wurde die heutige Pfarrkirche Wünnewil, die der hl. Margaretha geweiht ist, von Bischof Marius Besson eingeweiht. Bereits im ältesten Verzeichnis der Pfarrkirchen von 1228, in dem Wünnewil unter dem Namen «Vilar uuinum» aufgeführt ist, wurde ein Gotteshaus erwähnt. Das alte bescheidene Kirchlein erhielt um 1410 einen neuen Altar, der zu Ehren der heiligen Margaretha geweiht wurde.

Bei den Kriegszügen zwischen den Bernern und Freiburgern ist das Gotteshaus im Jahre 1448 durch Feuer zerstört worden. Eine neue Kirche entstand aus den Ruinen, die aber erst infolge der Wirren der Reformationszeit mit dem Gebietszuwachs von Sensebrücke, Flamatt und Eggelried an Bedeutung gewann. Damit wird verständlich, dass man nach 174 Jahren zu einem neuen Kirchenbau schritt.

1624 wurde die dritte Kirche eingeweiht. Auch diese hatte nur 150 Jahre Bestand und musste einer Grösseren Platz machen. 1776 wurde diese vierte Kirche als spätbarocke Saalkirche, der älteren Generation noch als «alte Kirche» bekannt, erstellt. Das Schiff mit zwei herrlichen Deckengemälden des bekannten Freiburger Malers Gottfried Locher wurde 1865 verlängert und mit einem Glockenturm und zwei Emporen vergrössert. 1968 wurde diese Kirche abgebrochen.

Keine ruhmreiche Zeit mehr

Nach der Weihe der neuen Kirche 1933 hatte die alte Kirche keine ruhmreiche Zeit mehr. Wohl diente sie den Pfarreivereinen als Turnlokal, Konzertraum und für Familienabende. «Als ich 1947 als Junglehrer nach Wünnewil kam», erzählt Oswald Schneuwly, «war sie ein Häufchen Elend. Teile der Kirchenfenster waren eingeschlagen, der Friedhof verlassen und nicht mehr gepflegt. Sie war zu einem notwendigen Übel geworden.»

Es war ein trauriges Spektakel, als Zivilschutztruppen dieses Kleinod 1968 in Schutt und Asche legten. Einige Deckenbilder wurden vor dem Abriss abgelöst. Eines befindet sich in der Kirche Bösingen. Der Hahn, der einmal stolz die Kirchturmspitze zierte, fristet sein neues Dasein nun vor dem Dorfspeicher. bl

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