Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Verkannte Flora der westlichen Voralpen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Verkannte Flora der westlichen Voralpen

Autor: Carole Schneuwly

Pünktlich zum Uno-Jahr der Biodiversität hat das Naturhistorische Museum Freiburg am Freitag seine jüngste Publikation präsentiert: den reich illustrierten Band «Die Flora der Voralpen zwischen Thuner- und Genfersee» des Erdwissenschaftlers Emanuel Gerber, des Biologen Gregor Kozlowski und der Kunsthistorikerin Anne-Sylvie Mariéthoz. Die Anfänge des Projektes liegen im Jahr 2004, als Gerber und Kozlowski mit einer systematischen Bestandesaufnahme der Vegetation der Freiburger Voralpen begannen.

Eigenständiger Naturraum

«Wir wollten die vorhandenen Daten nach Jahrzehnten der Stagnation aktualisieren und zeigen, dass die Flora dieser Gegend zu Unrecht verkannt wird», sagt Emanuel Gerber. Dabei habe man sich auf ältere Publikationen stützen können, vor allem auf den im Jahr 1930 erschienenen Katalog des Botanikers Firmin Jaquet. «Obwohl im 19. und im frühen 20. Jahrhundert noch niemand von Biodiversität sprach, gab es diese natürlich schon damals, und sie wurde auch sehr systematisch erforscht», so der stellvertretende Konservator des Naturhistorischen Museums.

Das nun erschienene Buch von ihm und seinen Ko-Autoren sei daher nicht zuletzt als Wertschätzung all jener Botaniker zu verstehen, die in früheren Zeiten unter teils schweren Bedingungen sehr gute Arbeit geleistet hätten. Erste Ergebnisse ihrer eigenen Forschungen präsentierten Gerber und Kozlowski vor zwei Jahren im Rahmen einer Ausstellung im Naturhistorischen Museum. Damals beschränkte sich das Projekt noch auf die Freiburger Voralpen.

Für die nun vorliegende Publikation wurde der zu untersuchende Raum auf die ganzen westlichen Voralpen vom Berner Oberland über die Kantone Freiburg, Waadt und Wallis bis nach Hochsavoyen ausgedehnt. «Es handelt sich um einen biogeografischen Raum mit einem eigenen Charakter, der sich klar von den benachbarten Gebieten unterscheidet», erklärt Emanuel Gerber. Dass das Buch nicht vor politischen Grenzen Halt mache und Informationen aus vier Schweizer Kantonen und dem französischen Grenzgebiet biete, sei eine seiner Stärken. «Diese naturräumliche Wahrnehmung erlaubt eine Gesamtsicht, die für das breite Publikum verständlich ist.»

Mediterran und voralpin

Mit ihrem populärwissenschaftlichen Ansatz füllt «Die Flora der Voralpen zwischen Thuner- und Genfersee» eine Lücke. Sogar gesamtschweizerisch gesehen handle es sich um ein ungewohntes Genre, so Gerber. Das Autorenteam habe versucht, eine gute Mischung aus allgemeinen und spezifischen Informationen zu finden. So bietet das Buch einerseits einen Überblick über die verschiedenen Lebensräume mit ihren Vegetationstypen, andererseits viel Hintergrundwissen für Leserinnen und Leser, die sich vertieft mit der Region befassen wollen. Detaillierte lokale Angaben richten sich speziell an ein ortskundiges Publikum. Eine weitere Besonderheit sind die kulturhistorischen Exkurse aus der Feder von Anne-Sylvie Mariéthoz (siehe Kasten).

«Es ist die erste Synthese über den originellen Naturraum der westlichen Voralpen», sagt Gerber. Eine Auffälligkeit sei, dass es hier unerwartet viele wärmeliebende Arten gebe, die von Südwesten eingewandert seien, Leguminosen etwa, die man weiter nordwestlich nicht mehr finde. «So bildeten sich eigenartige Pflanzengesellschaften mit mediterranen und voralpinen Arten.»

Es gibt nicht nur das Wallis

Die vielen Exkursionen, die er zusammen mit Gregor Kozlowski für das Projekt unternommen habe, hätten auch für ihn persönlich Entdeckungen bereitgehalten, erzählt Gerber. «Ich betreibe seit meiner Jugend Botanik, und damals waren wir, wie viele andere, immer im Wallis unterwegs. Jetzt habe ich viele Arten, die wir damals suchten und fanden auch ausserhalb des Wallis entdeckt.» Besondere Höhepunkte seien für ihn unter anderem wärmeliebende Gehölze wie der Berg- Ahorn-Schluchtwald, die auf die westlichen Voralpen beschränkten Haarstrang-Laserkraut-Rasen oder die vielfältigen Blaugrashalden. Eine persönliche Vorliebe habe er ausserdem für die unauffälligen Felsenblümchen: «Diese Winzlinge wachsen noch auf den höchsten Gipfeln und in den engsten Felsspalten.»

Das Buch «Die Flora der Voralpen zwischen Thuner- und Genfersee» ist in einer deutschen und einer französischen Version im Buchhandel und im Naturhistorischen Museum Freiburg erhältlich (224 Seiten; 52 Franken).

Mehr zum Thema