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Verkehrserschliessung bleibt umstritten

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Christian Haldimann, Geschäftsführer der Firma Haldimann in Murten, ist empört: «Die Macher dieser Verkehrslösung fordern Todesfälle heraus.» Mit der Eröffnung des McDonald’s (siehe Kasten), so Haldimann, werde bei der Zufahrt zum Industriegebiet Grande ferme ein Verkehrschaos ausbrechen.

Ein neues Element

In den vergangenen Wochen wurden auf der Hauptstrasse zwischen Murten und Galmiz die gegenüberliegenden Abzweigungen zum Industriegebiet und zum SBB-Zentrum Löwenberg neu gestaltet. Im Abstand von etwa 80 Metern stehen nun zwei Verkehrsinseln, die als Fussgängerübergang dienen. Die typischen gelben Streifen fehlen aber ebenso wie ein entsprechendes Signal. Die Insel sei eigentlich kein Fussgängerstreifen, erklärt Stevan Skeledzic, Berater für Verkehrstechnik bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU). «Klassische Fussgängerstreifen müssen eine bestimmte Anzahl Fussgänger erreichen.» Überqueren hingegen nur wenige Fussgänger die Strasse, wird anstelle eines Fussgängerstreifens eine Insel installiert. Dadurch kann sich der Fussgänger jeweils auf eine Fahrtrichtung konzentrieren. «Im Gegensatz zu einem Fussgängerstreifen hat der Fussgänger bei einem solchen Übergang aber keinen Vortritt.»

Zwischen den beiden Inseln beginnt ein Mehrzweckstreifen. Aus beiden Fahrtrichtungen können die Autos auf diesen einbiegen, um danach links abzubiegen. Dabei dürfen sich die Lenker nicht von Fahrzeugen durcheinanderbringen lassen, die ihnen auf der gleichen Spur entgegenkommen, um ins Industriegebiet abzuzweigen. Zudem hat der Betrachter den Eindruck, beim Abbiegen würden sich die Spuren der beiden Fahrzeuge kreuzen. Stevan Skeledzic von der BFU hat dennoch keine Vorbehalte gegenüber Mehrzweckstreifen: «Es ist ein neueres Element im Strassenverkehr, das sich aber bewährt hat.» Eine erhöhte Unfallgefahr habe die BFU auf solchen Mehrzweckstreifen bislang nicht festgestellt. So hätten zwei Autofahrer, die auf einem solchen Streifen beide nach links abzweigen wollen, genug Platz, um aneinander vorbeizukommen.

Kreisel als Ideal

Christian Haldimann hätte sich für die Abzweigungen einen Kreisel gewünscht. «Das hätte die Stelle übersichtlicher gemacht und damit entschärft.» Ursula Schneider Schüttel, zuständige Gemeinderätin von Murten, sagt dazu, die Gemeinde habe an dieser Stelle ursprünglich einen Kreisel vorgesehen. Das sei aber vom Kanton Freiburg abgelehnt worden. Schneider Schüttel vermutet, der Kanton Freiburg wolle Strassenprojekte in der Umgebung, wie die Gestaltung der Autobahnauffahrten, zuerst in einer Gesamtschau klären, bevor er in einen Kreisel investiert. Die Gemeinde Murten würde, so die Gemeinderätin, einen Kreisel längerfristig immer noch unterstützen. Sie erachte aber die gegenwärtige Lösung als zweckmässig.

Die kantonale Raumplanungs-, Bau- und Umweltdirektion (RUBD) war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Erschliessung: Kantonsgericht wies Rekurs ab

D ie nun umgesetzte Verkehrsführung hängt mit dem Bau einer McDonald’s-Filiale im Murtner Industriegebiet Grande Ferme zusammen. Das entsprechende Baugesuch reichte die Fast-Food-Kette bereits im Januar 2011 ein. Das Oberamt bewilligte das Gesuch im März 2012 mit der Auflage, dass die Verkehrserschliessung des Gebiets verbessert werden muss, um den Mehrverkehr aufzufangen (die FN berichteten). 2013 legte die Gemeinde Murten eine Verkehrslösung vor, gegen die mehrere Einsprachen eingingen, so unter anderem auch von der Firma Haldimann. Die Einsprecher forderten einen Kreisel. Im Juni 2015 wies das Kantonsgericht die Einsprachen letztinstanzlich ab und ebnete damit den Weg für den Bau der McDonald’s-Filiale und die vorgesehene Verkehrsführung. Die Filiale soll Anfang 2016 ihren Betrieb aufnehmen. sos

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