Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Verliert Heitenried wieder eine Dorfbeiz?

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Besitzer des Restaurants St. Michael in Heitenried wollen die Liegenschaft verkaufen. Bis jetzt hat sich noch kein Investor gefunden. Ein Vorprojekt sieht vor, den Saal abzubrechen und stattdessen Wohnungen zu bauen.

«Wir wären froh, wenn es mit dem Verkauf bald klappen würde», sagt Roland Hayoz. Er und seine Frau Monique sind Besitzer des Gasthofs St. Michael in Heitenried. Sie möchten den Betrieb altershalber so rasch wie möglich aufgeben. Das wollten sie schon vor zwei Jahren und haben deshalb den Immobilienmakler Ulrich Ackle aus Schmitten engagiert. Dann kam die Corona-Pandemie, und die Verkaufsbemühungen sind ins Stocken geraten. Seither hofft das Ehepaar von Woche zu Woche, von Monat zu Monat, vom Immobilienmakler gute Nachrichten zu bekommen.

Es geht um den Verkauf des Gebäudes, in dem sich neben dem Gastronomiebetrieb mit Gaststube und zwei kleinen Sälen auch Wohnungen sowie in einem Anbau ein grosser Saal befinden. 

Ein Familienbetrieb

Nächstes Jahr nimmt das Wirtepaar Hayoz-Schuler das 30. Betriebsjahr in Angriff. Vorher haben die Eltern von Monique Hayoz-Schuler den Gastronomiebetrieb geführt. «Wir machen vorläufig weiter», sagt der 70-jährige Roland Hayoz. «Doch irgendwann müssen wir dann doch schauen, wie wir weitergehen.» Man spürt aus seinen Worten, dass er dieses «irgendwann» lieber heute als morgen hätte und dass er und seine Frau mit dem Kapitel, sich vom Gasthof zu trennen, bereits abgeschlossen haben.

Warten auf Tag X

Auch Immobilientreuhänder Ulrich Ackle weiss, dass viel Geduld nötig ist, um einen Gastrobetrieb an den Mann oder die Frau bringen zu können. «Es reisst sich derzeit niemand wirklich darum», sagt er. Schon unter normalen Umständen sei es schwierig und in den für die Gastronomiebranche ohnehin nicht einfachen Corona-Zeiten noch mehr. «Man muss sich Zeit nehmen und dranbleiben.»

Denn Ulrich Ackle ist überzeugt, dass der Tag X kommen wird, an dem jemand sich genau für dieses Objekt interessiert. 

Rein vom Standort her ist das St. Michael an einer super Lage.

Er sieht deshalb mehrere Möglichkeiten, was aus der Liegenschaft werden könnte.

Wohnungen statt Saal

Eine davon besteht darin, auf der Liegenschaft Wohnungen zu bauen. «Zum Beispiel für ältere Heitenrieder, die im Dorf an zentraler Lage etwas suchen», sagt er. Durch die Nähe der Läden und die Postauto-Haltestelle sei der Standort prädestiniert für Alterswohnungen und könnte auch jüngere Leute ansprechen.

Architekt André Zühlke hat auch bereits ein Projekt entworfen, das fünf bis sechs mittlere oder sechs bis sieben kleinere Wohnungen umfasst. Um eine solche Überbauung zu realisieren, müsste allerdings der Saal abgebrochen werden, der sich an der Seite des Gasthofs befindet. Der Saal war in früheren Zeiten für Grossanlässe von Vereinen oder auch für Familienfeste sehr gut gebucht. «Heute ist der Saal nicht mehr so gefragt», sagt Roland Hayoz. Die Gemeinde nutzte ihn vor der Corona-Pandemie unter anderem für die Gemeindeversammlung (siehe auch Kasten).

Zudem befindet sich hinter der Liegenschaft eine weitere unüberbaute Parzelle. Sie ist in Privatbesitz und könnte in diese Überbauung miteinbezogen werden. «Sie liegt derzeit brach, sodass eine kombinierte Lösung Sinn macht», sagt Ulrich Ackle.

Noch eine kleine Beiz?

Er könnte sich gut vorstellen, dass das stattliche Gebäude, das 1885 gebaut worden ist, stehen bleibt und sich der Wohnungsbau im hinteren Teil konzentriert. «Dann könnte man das Restaurant vielleicht in verkleinerter Form weiterführen», erklärt er. Die Ausschreibung läuft, regional und überregional. Gemäss Dokumentation liegt der Verkaufspreis des Gasthofs bei 1,75 Millionen Franken.

Reaktion

Gemeinde verliert Restaurant und Saal

«Wir sind uns bewusst, dass etwas fehlen würde, wenn es den Gasthof St. Michael nicht mehr gäbe», sagt der Heitenrieder Syndic Bruno Werthmüller auf Anfrage. Das Thema sei im Gemeinderat besprochen worden. «Klar ist, dass wir als Gemeinde die Liegenschaft nicht übernehmen können.» Vielleicht ergäbe sich mit einem Käufer allenfalls eine Lösung, durch die der Saal weiterhin Bestand haben könnte. «Wir haben offene Ohren, falls ein Angebot kommen würde.»

Was die Räumlichkeiten betrifft, habe die Gemeinde derzeit mit dem Pfandmattschulhaus, dem Vereinshaus und der Turnhalle Alternativen zum Saal im St. Michael zur Verfügung. Wenn sich trotzdem herausstelle, dass es durch den Wegfall des Saals zu Engpässen komme, werde die Gemeinde andere Möglichkeiten suchen. «Zum Beispiel könnten wir eine Erweiterung der Turnhalle prüfen.»

Geht das Restaurant zu, verliert Heitenried mit rund 1400 Einwohnern erneut eine Dorfbeiz. 2017 ist bereits der Sternen verschwunden. Das Gebäude wurde abgerissen, es entstand eine Überbauung mit Wohnungen. Die Heitenrieder hätten dann nur noch das Restaurant Sodbach, um auf Gemeindeboden ihr Feierabendbier geniessen zu können.

«Es wäre schade, wenn es das St. Michael nicht mehr gäbe», sagt der Syndic. Er hoffe deshalb, dass jemand investiere und die Beiz bestehen bleibe. «Es ist nicht leicht, heutzutage in der Gastronomie Erfolg zu haben. Es braucht innovative Ideen, um Gäste anzuziehen», sagt Bruno Werthmüller. im

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema