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Viele Akteure können den Brei verderben

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Das Bild, das der Freiburger Professor Joris von Wezemael als Einleitung zur Konferenz zeigte, sprach für sich: Kühe auf einer Wiese und im Hintergrund ein undefinierbarer Siedlungsbrei–schweizerisches Mittelland eben. Van Wezemaels Team stellte an der Uni Perolles den Schlussbericht zum Forschungsprojekt «Urbane Brüche, lokale Interventionen» vor. Es ist Teil des Nationalen Forschungsprogramms «Neue urbane Qualität».

Die Ausgangsidee war, wie durch eine gesamtheitliche Sicht bei der Planung ein unkontrolliertes Wachstum des Städtebaus verhindert werden kann. «Unsere Agglomerationen sind ein planerischer Unfall. Sie sind nicht mehr Dörfer und noch nicht Städte», so van Wezemael. Verschiedene Faktoren bewirken suboptimale Planungen des Raumes, zum Beispiel die Vielzahl von Akteuren oder beschränkte Ressourcen in kommunalen Verwaltungen. Dann: Jeder plane sein Projekt. «Nehmen wir diese Planungen zusammen, haben wir es mit einer Dynamik zu tun, die ungeplant erscheint.» Die Prozesse seien zudem komplexer, als gemeinhin angenommen und als sie früher tatsächlich auch waren; damals, als man noch auf der grünen Wiese baute. Denn heute werden Areale mitten in den Städten entwickelt.

Auch für Freiburg gültig

Für Matthias Loepfe, der gestern Elemente aus seiner Doktorarbeit vorstellte, stehen kollektive Entscheidungsprozesse im Mittelpunkt der Überlegungen, denn: «Sie sind schwer steuerbar.» Es gebe Planungen, die in sich einheitlich, aber nicht mit der Umwelt verhängt sind. Wahrscheinlich sei es gar nicht möglich, Fragmentierungen von Siedlungsgebieten zu vermeiden. «Wir müssen damit leben und sie als Chance verstehen.»

Der Freiburger Geograf Loepfe hat zwar seine Arbeit über die Zürcher Gemeinde Wetzikon gemacht–eine Gemeinde notabene, die über 23 000 Einwohner hat. Doch die Erkenntnisse liessen sich laut Loepfe durchaus auch aus Freiburger Perspektive interpretieren. Das lässt sich an zwei Beispielen zeigen: der laufenden Entwicklung des früheren Cardinal-Areals und heutigen Innovationsparks Blue Factory und am Wohnquartier auf dem Schönberg.

Im Fall der Blue Factory empfiehlt Loepfe ein vorsichtiges Vorgehen. «Man muss sich die Zeit nehmen, sich zu überlegen, wohin man mit dem Gebiet will.» Für die zukünftige Entwicklung des Schönberg-Quartiers schlägt er vor, die Bevölkerung in die Debatte einzubeziehen. Man dürfe nicht nur von der baulich-technischen Frage ausgehen. Es sei auch wichtig, auf die soziale Entwicklung Rücksicht zu nehmen. «Man muss verstehen, was dort passiert, in welchen Lebenssituationen sich die Menschen befinden.» Dann könne man bei der Planung auch die richtigen Instrumente anwenden. Loepfe spricht dabei von einer «aufsuchenden Planung.» fca

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