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Volle Stunde wird nicht geschlagen

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Volle Stunde wird nicht geschlagen

Das aus dem Jahr 1712 stammende Uhrwerk im Berntor wird restauriert

Seit Jahrhunderten tickt die Uhr im Berntor von Murten und schlägt zu jeder Viertelstunde. Seit gestern werden die vollen Stunden nicht mehr geschlagen, weil Teile des aus dem Jahre 1712 stammenden Uhrwerks restauriert werden.

Autor: Von CORINNE AEBERHARD

Der Aufstieg zum «Arbeitsplatz» im Berntor ist etwas abenteuerlich. Er führt über eine Treppe, eine Stiegleiter über einen Balkon bis zum Turmeingang.Beeindruckend die Gewichte, welche unter dem Uhrwerk hängen. Von diesem Niveau geht es eine weitere Treppe hoch bis zum Raum, in dem das Herzstück, das Uhrwerk, steht. In einem geschmiedeten Rahmen bewegen sich Zahnräder und machen deutlich, dass die Zeit nie stehen bleibt – sofern die Uhr denn auch aufgezogen wird. Eine Aufgabe, welche Berntorwirt Beat Marthaler seit 1995 täglich ausführt. Rund fünf Minuten brauche er, um mit der Kurbel die verschiedenen Werke aufzuziehen. Diese Arbeit mache er gerne, denn «ich habe jeden Tag Freude an der Uhr», ergänzt er.Freude an der Uhr hat auch Peter Weber. Der pensionierte Feinmechaniker und Elektroniker aus Birmensdorf ist derzeit daran, Teile des Uhrwerks auszubauen und zu restaurieren. Diese Arbeit hat er vom 88-jährigen Murtner «Uhrenvater» Alfred Hurni übernommen.Weber, welcher gestern seinen 66. Geburtstag feiern konnte, kam durch die Bekanntschaft mit Hurni zu dem Auftrag in Murten.Tatsächlich sei es nicht ganz einfach, jemanden zu finden, welcher dieses «sensible und empfindliche Werk» restaurieren könne, erklärt Stadtschreiber Urs Höchner. Man könne nicht einfach irgend einen Uhrmacher anstellen. «Es braucht jemanden mit einem speziellen Gefühl». Diesen habe man nun mit Peter Weber gefunden.

Von Gebrüdern aus La Chaux-de-Fonds

Bereits seit 2003 hat Weber verschiedentlich Unterhalts- und Reinigungsarbeiten am Uhrwerk im Berntorturm, welches aus dem Jahr 1712 stammt, ausgeführt. Die Arbeiten am Uhrwerk werden ihn diesmal rund einen Monat beschäftigen. Zusammen mit seiner Tochter Ella hat er gestern verschiedene Teile, wie etwa eine Rolle oder Zahnrä-der, ausgebaut. Diese weisen Abnützungserscheinungen auf und müs-sen nun wieder instand gezeigt werden.Um sie zu restaurieren, nimmt er sie mit nach Zürich. Bei seinem ehemaligen Arbeitgeber, der ETH, darf er die Werkstätte benützen, um die Arbeiten auszuführen.Obwohl Peter Weber kein gelernter Uhrmacher ist, kennt er das Uhrwerk in Murten gut und weist darauf hin, welche Teile daran bereits früher ausgewechselt wurden und was noch original ist. «Man sieht, was geflickt werden musste», erklärt er und fügt an, «dass es sehr sorgfältig gemacht wurde.»Rinnen hinterlassen auf den Seilwalzen haben hingegen die Stahlseile, an welchen die Gewichte bis im vergangenen Jahr hingen. Deshalb hat Weber die Stahlseile durch Hanfseile ersetzt. Dies sei das originale Material gewesen.Auf dem Rahmen des Uhrwerks eingeritzt (ziseliert) ist nebst der Jahreszahl auch, dass sie von den Gebrüdern Pierre und David Du Commun aus La Chaux-de-Fonds stammt. Die Uhr ist aus Eisen geschmiedet und auf Holzbalken be-festigt.

Arbeitet gratis

Welchen Wert die Uhr hat, kann Weber, der auch schon die Turmuhr von Hedingen ZH restauriert hat, nicht sagen. Zur damaligen Zeit habe sie etwa so viel gekostet wie ein Haus, also «unerschwinglich für Normalbürger», so Weber.Die Uhr im Berntor funktioniere sehr genau, weiss er, und wenn sie gut unterhalten werde, dann könnte sie noch lange so weiterlaufen. Wie ein Auto brauche aber auch sie «einen jährlichen Service».Für die Arbeit, welche rund einen Monat lang dauern wird, verlangt Peter Weber keinen Lohn. Ihm werde «Kost und Logis» vergütet. Gemäss Stadtschreiber Urs Höcher sind das zwischen 1500 und 2000 Franken Spesen, welche anfallen.

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