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Vom Abstellgleis zurück auf das Eis

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Trainer Larry Huras setzte nicht mehr auf sie: Ryan Vesce und Lorenz Kienzle standen in den ersten vier Playout-Finalspielen keine Sekunde auf dem Eis. Daniel Steiner stand zwar ab und zu auf dem Matchblatt und in Ausnahmefällen sogar auf dem Eis, über weite Strecken aber verfolgte er das Geschehen bestenfalls als 13. Stürmer von der Bande aus.

Der Match vom Dienstag in Ambri hat aber einiges verändert. Nicht unbedingt wegen der 1:7-Niederlage, sondern vor allem weil Benjamin Neukom mit einer Fussverletzung ausschied und Chris Rivera nach einem Check gegen den Kopf von Marc Gautschi eine Matchstrafe kassierte. Huras sagte zwar nach dem gestrigen Training, Neukoms Einsatz sei «unsicher», dass der Stürmer mit Krücken aus der Garderobe spazierte, lässt jedoch kaum Raum für Spekulationen. Neukom wird heute genauso wenig spielen wie Rivera, der gestern vom Verband für ein Spiel gesperrt wurde.

Vesce und die Null

Da Neukom und Rivera beide Stürmer sind, sieht sich Huras zu Umstellungen gezwungen. Der Leidtragende ist Alexandre Picard. Der kanadische Verteidiger trug im gestrigen Training das Trikot der Überzähligen. Für ihn kehrt heute ein Spieler in die Mannschaft zurück, bei dem man nicht unbedingt gedacht hätte, ihn je noch einmal im Gottéron-Trikot zu sehen: Ryan Vesce. Der amerikanische Center, der das Kunststück fertiggebracht hat, nach zehn Einsätzen für die Freiburger immer noch bei null Toren und null Assists zu stehen. Das Ganze bei einer Minus-7-Bilanz. Vesce, der in den letzten Jahren in 243 Spielen in der hochklassigen russischen KHL immerhin 177 Skorerpunkte sammelte, weiss selbst, welch miserable Werte das sind. Auf die Frage, ob er mit seinen bisherigen Auftritten zufrieden sei, lacht er zunächst einmal laut auf. «Mit meiner Saison? Meine Güte, natürlich nicht.» Woran es liegt, dass er dermassen nicht auf Touren kommt, will der 34-Jährige jedoch nicht analysieren. «Das liegt in der Vergangenheit, und ich will gar nicht mehr darüber nachdenken. Mein Fokus liegt einzig auf dem nächsten Spiel gegen Ambri.» Er wolle der Mannschaft helfen, diesen letzten Sieg zu holen, seinen Job sauber beenden. Was hat er in die Waagschale zu werfen? «Ich muss in der Offensive Chancen kreieren, unter anderem im Powerplay. Und ich werde auch sonst alles unternehmen, das es braucht, um das Spiel zu gewinnen, egal ob ich Schüsse blocken oder mich in Pucks werfen muss.» Er habe hart trainiert und fühle sich bereit, sagt Vesce.

Trainer Huras lobt die professionelle Einstellung Ves­ces, der in den letzten sechs Wochen ein einziges Spiel absolvierte – die bedeutungslose letzte Platzierungsrunden-Partie in Ambri. «Seine Attitüde ist top. Er war in jedem Training als Erster da und ging als Letzter. Er hat in den letzten Wochen allen gezeigt, was es heisst, ein Profi zu sein.»

Vesce erhält deshalb heute auf Anhieb viel Verantwortung. Er trainierte gestern nicht nur an der Seite von Killian Mottet und Nathan Marchon, sondern auch im ersten Powerplay-Block. Zusammen mit Julien Sprunger, Roman Cervenka, Michal Birner und Greg Mauldin wird er heute wohl einen rein aus Stürmern bestehenden ersten Powerplay-Block bilden.

Kienzle und die Fragezeichen

Dass Vesce zuletzt auf der Tribüne sass war keine Überraschung. Dass meist Lorenz Kienzle neben ihm hockte indes schon. Der Verteidiger war über die ganze Saison gesehen der Gottéron-Spieler mit der klar besten Plus-Minus-Bilanz. Dass er in der Platzierungsrunde sowie im Playout-Final kaum einmal zum Zug kam, wirft deshalb Fragen auf. Warum sitzt der wohl beste Verteidiger der Saison nur noch auf der Tribüne? Huras sprach zuletzt von schlechter Form. Wie erklärt es sich Kienzle selbst? «Dazu kann ich nicht viel sagen. Das ist ein technischer Entscheid.» Was muss man sich unter einem technischen Entscheid vorstellen? «Der Trainer hat das so entschieden.» Spielt denn Kienzle nächste Saison noch in Freiburg, oder steht er auf dem Abstellgleis, weil er zu einem anderen Club wechselt? «Ich habe noch einen Vertrag für nächste Saison. Und Verträge sind dazu da, eingehalten zu werden.» Ist also sonst irgendetwas vorgefallen? «Das sind heikle Fragen, die ich momentan nicht beantworten kann. Wie gesagt: Es war ein technischer Entscheid des Trainers. Und er ist der Chef, ich bin bloss sein Angestellter.» Zum Schluss gibts einen liebevollen Schulterklopfer von Kienzle, so als möchte er sich dafür entschuldigen, dass er nicht sagen darf, was ihn auf das Abstellgleis gebracht hat. Weil Picard nicht spielt, wird er heute jedoch ins Team zurückkehren – voraussichtlich an der Seite von Marc Abplanalp.

Ebenfalls mehr als 13. Stürmer wird heute Daniel Steiner sein. Er trainierte gestern an der Seite von Nelson Chiquet und Caryl Neuenschwander. Für den 36-Jährigen könnte es das letzte Spiel in der NLA sein.

«Ein klarer Weckruf»

«In Playoff- oder Playout-Serien kommt immer irgendwann der Moment, in dem plötzlich Spieler eine Chance erhalten, die zuvor kaum gespielt haben», sagt Trainer Huras. Der Vorteil für Vesce, Kienzle und Steiner: Sie können es kaum schlechter machen als ihre Teamkollegen bei der 1:7-Auswärtsniederlage am Dienstag. Gottéron sei «nicht 100 Prozent da gewesen», sagt Kienzle, der das Spiel von der Tribüne aus verfolgte. «Jeder schien ein wenig darauf zu warten, dass der andere dann schon für den Unterschied sorgen werde.» Dass Gottéron gleich 1:7 unter die Räder kam, ist gemäss Kienzle gar nicht schlecht. «Eine Niederlage in der Overtime wäre wohl noch schmerzhafter gewesen. So aber war es ein klarer Weckruf.»

Heute soll Gottérons Antwort kommen. Die Freiburger führen in der Best-of-7-Serie immer noch 3:1 und könnten mit einem Sieg die Saison beenden. «Rock’n’Roll-Hockey», war Huras’ letztes Wort in seiner Ansprache nach dem gestrigen Training. Das erwartet er heute von seinem Team, das Trio, das vom Abstellgleis auf das Eis zurückkehrt, soll dabei helfen. In einem Hollywood-Film würde heute wohl Vesce das entscheidende Tor schiessen – auf Pass von Steiner und Kienzle. Ob die Realität auch so gute Geschichten erzählt…?

Aufstellung

Conz heute wieder im Tor

Für das fünfte Spiel des Playout-Finals gegen Ambri kann Gottéron-Trainer Larry Huras heute (20.15 Uhr, St. Leonhard) wieder auf Benjamin Conz zählen. Der Torhüter war am Dienstag in Ambri nach einem Zusammenstoss mit Lukas Lhotak ausgewechselt worden. «Er hatte Schmerzen im Nacken. Doch er hat einen harten Kopf», sagte Huras gestern. Conz trainierte deshalb normal mit. Dennis Saikkonen wird somit nicht zu weiteren Einsätzen kommen. Dennoch stand Freiburgs Ersatztorhüter gestern in den Schlagzeilen. Der EHC Kloten gab bekannt, dass Saikkonen für nächste Saison bei den Zürcher Unterländern unterschrieben hat.

Nicht spielen werden heute die verletzten Yannick Rathgeb, Andrei Bykow, Flavio Schmutz, Michael Loichat und Benjamin Neukom sowie der gesperrte Chris Rivera.

fm

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