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Von Kampfkunst und Brennnesseltee

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Irgendwo im Nirgendwo zwischen Alterswil, St. Antoni und Tafers: 30 Ninja-Kämpfer in schwarzen Kostümen – manche haben ihre Gesichter mit unheimlich anmutenden Masken vermummt–schwingen synchron ihre Langstöcke zum Schrei ihres Anführers. Mal schlagen sie zur Seite, mal stechen sie ihren Stock zu Boden – immer total fokussiert und mit ernster Miene in Richtung der Zuschauer blickend. Was sich am Auffahrtswochenende auf dem Hof eines abgelegenen Bauernhofs zwischen Feldern und Wäldern abspielt, gleicht einer Szene aus einem japanischen Samurai-Film. Mit einem gewichtigen Unterschied: Die Kämpfer, die unter Kampfschreien trotzig ihre Waffen schwingen, sind kaum grösser als die Stöcke, die sie mit sich tragen: Sie sind zwischen 5 und 13 Jahre alt und Teilnehmer des fünften Ninja-Camps für Kinder in Zum Holz bei Alterswil.

Disziplin und Toleranz

«Ninjas sind geheimnisvoll. Sie waren die ersten Spione der Geschichte», sagt Roland Lerch, der in Rechthalten eine Karate-Schule leitet und auf seinem Bauernhof das viertätige Lager für Kinder und Jugendliche organisiert (siehe Kasten). Zweimal am Tag treffen sich die 30 Teilnehmer des Ninja-Camps zum Training. Dann ist Disziplin gefragt: Mit Holzschwertern, sogenannten Boken, Kampfstöcken oder waffenlos üben die Kinder verschiedene Bewegungsabläufe ein. «Damit es nicht gefährlich wird, muss eine gewisse Disziplin herrschen», sagt Chef-Ninja Lerch. «Sonst bin ich aber kein autoritärer Mensch.»

 Damit auch die jüngeren Teilnehmer Spass am Üben haben, lässt er die Kinder selten direkt gegeneinander antreten, nicht das Konkurrenzverhalten soll im Mittelpunkt stehen, sondern die Entwicklung neuer Fähigkeiten bei jedem Einzelnen. «Jeder soll an seinen eigenen Fortschritten gemessen werden», erklärt Lerch. «Das ist ein Grundsatz von Sensei Funakoshi, einem der Begründer des Karatesports, der heute leider oft vergessen geht. Bei uns steht nicht der Kampfgeist, sondern die Toleranz und das Miteinander im Zentrum.»

Leben in der freien Natur

Neben den Kampfsport-Übungen wird zusammen gekocht, gespielt und gebastelt. «Es geht nicht nur um Kampfsport; wir haben auch andere Aktivitäten zu bieten», betont Lerch. Besonders wichtig ist vielen Teilnehmern das Reiten. «Unser Lager ist eine Kombination aus Reiten, Kampfsport und verschiedenen Tätigkeiten in der Natur», sagt Lerch. «Ich bin halt einfach ein Naturfreak.» Auf dem Feuer neben dem Haus, auf dem das Essen für die Lagerteilnehmer zubereitet wird, steht ein Topf mit Tee aus Brennnesseln. «Die Kinder sollen bei uns lernen, dass man auch von Dingen aus der Natur leben kann.»

Übernachten in der Jurte

Am Abend nach den anstrengenden Übungen erwartet die Kinder eine Pizza aus dem hauseigenen Steinofen, eines der kulinarischen Highlights des Lagers. Danach musizieren die Teilnehmer zusammen oder erzählen sich Geschichten. Und wenn es dann langsam spät wird im kleinen Ninja-Lager, zieht es die Kinder zu ihren Schlafplätzen. Die Jungs schlafen im Dojo, dem Trainingsraum der Ninjas, während die Mädchen ihre Schlafsäcke in einer grossen Jurte im Garten ausgerollt haben. Die Kostüme und Holzschwerter bleiben draussen. Doch spätestens wenn am nächsten Morgen auf dem Feuer das Frühstück brutzelt, lockt wieder der Ruf des Kampfsports und die Kinder verwandeln sich erneut in Ninjas.

«Bei uns steht nicht der Kampfgeist,

sondern die Toleranz und das Miteinander im Zentrum.»

Roland Lerch

Organisator des Ninja-Camps

Zur Person

Karate-Lehrer und Heilpädagoge

Roland Lerch stammt ursprünglich aus Kirchberg (BE). Sein Studium zog ihn vor Jahren nach Freiburg, wo er seine jetzige Frau kennenlernte. Seit 12 Jahren lebt der ausgebildete Heilpädagoge mit seiner Familie in Zum Holz zwischen St.Antoni und Alterswil und leitet in Rechthalten die Karateschule Do Sanchin. In diesem Jahr veranstaltet er auf seinem Hof bereits zum fünften Mal ein Ninja-Lager für Kinder. Bei der Planung und Durchführung des Lagers helfen ihm Familie und Freunde. «Ohne ihre tatkräftige Unterstützung wäre das Ninja-Camp nicht durchführbar», sagt Roland Lerch. Das Lager erhält ausserdem finanzielle Unterstützung von Jugend und Sport. Im Sommer organisiert Lerch, der sich selbst als Tier- und Naturfreund bezeichnet, jeweils auch ein Reitlager für Menschen mit Behinderung.lr

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