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Von Ungeheuern und Tambouren

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Es ist ein ambitioniertes Projekt, das am 24. und 25. Mai in Giffers umgesetzt wird: Etwa 70 Musikanten, Sänger und Schauspieler kommen zusammen, um fünf ausgewählte Geschichten aus der grossen Sagensammlung von German Kolly aufzuführen. Das Freilichtspiel soll dort aufgeführt werden, wo sich vor vielen Jahrzehnten ein Ungeheuer herumgetrieben haben soll: mitten im Flachsnerawald.

Eine Idee entwickelt sich

Der Impuls für die Sagennacht kam von der Kulturkommission Giffers-Tentlingen. «Sie hat uns gefragt, ob wir bereit wären, einen Anlass auf die Beine zu stellen», erklärt Eric Cotting, Präsident der Musikgesellschaft Giffers-Tentlingen. Es entstand die Idee, etwas aus der Sammlung des bekannten Gifferser Sagensammlers musikalisch umzusetzen. «Dann entwickelte sich das Ganze weiter: Die Sagen sollten nicht nur musikalisch dargeboten, sondern auch gespielt werden.» So kam die Theatergesellschaft Plasselb ins Spiel, welche eine Anfrage positiv beantwortete.

Mit dabei ist auch das Jugendvokalensemble der Singschule Sense, einer Abteilung der Musikschule Giffers-Tentlingen, sowie die «Jugendmusig Harztopfgiisse».

Sagenhafte Geschichten

Die Sagen, die beim Freilichtspiel aufgeführt werden, waren rasch ausgewählt. Es sind fünf Geschichten, die in Giffers und Tentlingen spielen: Der Tambour, Das Edelfräulein von Helmetingen, Der Spielmann, Das Wegkreuz und Das Ungeheuer aus dem Flachsnerawald. Die kurzen Geschichten bieten genug dramatisches Potenzial: Es geht um einen Tambouren, der seinen Mörder mit seinem Spiel in den Wahnsinn treibt, um mysteriöse Geistererscheinungen und um Menschen, die einen unheilvollen Pakt mit dem Teufel eingehen. Arthur Lötscher spielt den Erzähler, der die verschiedenen Sagen miteinander verbindet. Er ist in dieser Funktion bereits beim Hintercher- im Einsatz stand und jetzt beim Falli-Hölli-Theater.

Pascal Schafer, musikalischer Leiter der MG Giffers-Tentlingen, hat zusammen mit der Musikkommission die passende Musik ausgesucht. «Wir haben versucht, uns die Ambiance im Wald vorzustellen», erklärt er. Die Auswahl aus rund einem Dutzend Lieder umfasse querbeet die verschiedensten Sparten: vom Schweizer Volkslied über ein Lied der Gruppe Rään bis zu einem hochstehenden Werk, das monumental eine Schlacht umschreibe. Manchmal ist die Musik nur bei einzelnen Szenen zu hören, manchmal als durchgehende Begleitung im Hintergrund. «Wir spielen Ausschnitte, wiederholen gewisse Sequenzen oder improvisieren an manchen Stellen», sagt Pascal Schafer. Das Projekt erfordere zwar viel Zeit in der Vorbereitung, sagt er. «Aber es ist sehr spannend und einzigartig, ich freue mich auf die Aufführung.» Die Musikanten seien sehr offen für solche neuen Dinge, sagt er. Auch das Zusammenspiel mit dem Chor funktioniere gut, da seine Schwester Nicole Schafer das Vokalensemble leite.

Logistische Knacknuss

So kreativ die Idee ist, so schwierig sei die Umsetzung, wie Eric Cotting ausführt. Die Koordination unter den einzelnen Akteuren ist das eine, zumal Gesamtproben wegen der vielen Mitwirkenden nicht einfach sind. «Der Austragungsort stellt eine logistische Herausforderung dar», sagt Eric Cotting. Die Aufführung soll mitten im Wald auf felsigem Grund stattfinden. Die Lichtung ist zwar gross, bis zu 400 Zuschauer finden Platz. Es werden Sitzbänke aufgestellt. Hinter dem Publikumsbereich geht es steil runter, so dass einige Massnahmen für die Sicherheit getroffen werden müssen. Die Technik ist aufwendig: Die Sagennacht soll am Samstag beim Eindunkeln beginnen. Es braucht also Strom für Licht, Technik und Mikrofone und damit nicht wenige Meter Stromkabel zum Generator. Der Felsen, vor dem gespielt wird, eignet sich perfekt für Lichtprojektionen, die das Schauspiel dramaturgisch umrahmen werden.

Was macht das Wetter?

«Die grösste Knacknuss ist das Wetter», sagt Eric Cotting. Der Anlass, der zweimal aufgeführt werden soll, steht und fällt mit dem Wetter. Wenn es regnet, sind alle Vorbereitungen umsonst–zumindest für das Freilichtspiel. «Dann müssen wir in die Mehrzweckhalle ausweichen.» Die Sagennacht könnte dort zwar auch über die Bühne gehen, die besondere Atmosphäre im Flachsnerawald und die vielen Extras eines Freilichtspiels gingen aber verloren (siehe Kasten).

Programm

Zweimal draussen oder drinnen?

Geplant ist, die Sagennacht zweimal aufzuführen: am Samstag, 24. Mai, ab 18 Uhr (Beginn der Aufführung beim Eindunkeln) sowie am Sonntag, 25. Mai, ab 12 Uhr (Aufführung ca. 15 Uhr). Wenn das Wetter nicht mitspielt, wird der Anlass in die Sporthalle Giffers verlegt: Ist es an beiden Tagen nicht möglich, findet der Anlass einmalig am Sonntag im Trockenen statt. Der Entscheid möchte das Organisationskomitee so spät wie möglich fällen. Er wird auf der Website kommuniziert. Das Rahmenprogramm sieht auch eine Verpflegung vor, unter anderem werden «sagenhafte Sagenspiesse» vom Grill angepriesen. Die Jubla wird auf dem Weg vom Parkplatz zum Aufführungsort Spiele organisieren. Die Parkplätze in unmittelbarer Nähe des Waldrandes (ausgangs Giffers in Richtung Plasselb) sind beschränkt.im

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