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«Vorurteile taugen nichts»

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Autor: Carole Schneuwly

Wenn deutsch- und französischsprachige Gymnasiasten unter einem Dach zur Schule gehen, dann liegt es auf der Hand, diese Tatsache für das bessere Erlernen der Partnersprache zu nutzen. Um das zu tun, hat das Kollegium Heilig Kreuz in den vergangenen Jahren verschiedene Möglichkeiten geschaffen, von denen immer mehr Schülerinnen und Schüler profitieren (siehe Kasten). Das 1995 eingeführte Klassentandem etwa hat sich gemäss der Austauschverantwortlichen Beatrice Leisibach so gut entwickelt, dass heute so viele Klassen wie möglich mitmachen. Erst seit drei Jahren gibt es das Individualtandem, das auf freiwilliger Basis funktioniert, und doch nutzen inzwischen schon über 100 Schüler das Angebot.

Warum zweisprachig?

Am Freitag hatten einige Schülerinnen und Schüler des Kollegiums die Gelegenheit, den Austausch nicht nur über die Sprach-, sondern auch über die Kantonsgrenze hinweg zu erleben: Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens zweisprachiger Klassen in Biel waren die Schüler dieser Klassen für einen Tag zu Gast in Freiburg. Hier besichtigten sie die Stadt und besuchten, in Gruppen aufgeteilt, die Kollegien Heilig Kreuz und St. Michael respektive die Universität.

Rund 50 Bielerinnen und Bieler trafen sich am Nachmittag mit den Schülern der beiden zweisprachigen Klassen des zweiten Jahres des Kollegiums Heilig Kreuz. In Gruppen unterhielten sie sich über Unterschiede und Gemeinsamkeiten ihrer Schulen und Klassen, über ihre Motivation für eine zweisprachige Ausbildung, aber auch über die Sprachkultur in ihren Städten.

Es klappt nicht von allein

Was ihnen besonders aufgefallen war, präsentierten sie anschliessend im Plenum. Ein grosser Unterschied besteht etwa darin, dass in Biel das Deutsche Gymnasium und das Gymnase français zwei getrennte Schulen sind, die gemeinsam die zweisprachigen Klassen führen. Hingegen gebe es in Freiburg «ein Gymnasium für alle, und dafür insgesamt drei zweisprachige Gymnasien in der ganzen Stadt», wie ein Bieler Schüler feststellte. Weiter fiel den Schülern auf, dass der Sportunterricht in Freiburg sprachlich gemischt sei, in Biel hingegen getrennt, dass es in Freiburg im Gegensatz zu Biel keinen Stützunterricht gebe – und dass der Unterricht in Freiburg um 8.05 Uhr anfange und in Biel bereits um 7.30 Uhr.

«Fehler sind nicht schlimm»

Aber auch auf Gemeinsamkeiten wurden die Jugendlichen aufmerksam: «Wirklich zweisprachig» sei keine der beiden Städte, stellte eine Schülerin aus Freiburg fest, nur die Mehrheitsverhältnisse seien umgekehrt. Und auch, dass mit dem Austausch nicht immer alles so selbstverständlich klappt, ist eine Erfahrung, welche Freiburger und Bieler teilen: In einigen Klassen würden sich die Sprachgruppen kaum mischen, hielt eine Gruppe fest, während eine andere gar vom «Röstigraben in den Schulgebäuden» sprach.

Einen anderen Weg als den der zweisprachigen Klasse wählte Monika Klöckener, Viertklässlerin am Kollegium Heilig Kreuz: Sie erzählte von ihren Erfahrungen mit dem Individualtandem. Positiv sei, dass man dabei lerne, die Sprache im Alltag zu brauchen. «Am Anfang ist es komisch, aber man wird schnell mutiger und merkt, dass es nicht schlimm ist, wenn man Fehler macht.» Mit ihren Tandempartnern habe sie in den letzten beiden Jahren zum Beispiel Hausaufgaben gemacht oder zu Mittag gegessen, sie seien aber auch schon zusammen am Wochenende ausgegangen.

«Dank dem Tandem habe ich heute viele Kontakte zu französischsprachigen Kolleginnen und Kollegen», so Monika Klöckener. «Und man merkt rasch, dass die Vorurteile über den arroganten Welschen und den deutschsprachigen Bauerntölpel nichts taugen!»

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