Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Warum mein Wohnort einen komischen Namen hat

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Scherz oder Hosenruck: In der Schweiz gibt es merkwürdige Siedlungsnamen. Meistens ist die ursprüngliche Bedeutung kaum noch erkennbar. So hat Hosenruck nichts mit einer verrückten Hose zu tun, sondern bezeichnet einen Berg mit der Form eines Hasenrückens. Scherz wiederum stammt vom keltischen Skarantia ab, was so viel wie bedeutet wie: wo es steinig ist.

Das Wissen über Ortsnamen ist unzähligen lokalen Wissenschaftlern zu verdanken, die deren Schreibweise über Jahrhunderte nachverfolgt haben. Viele Kantone katalogisieren die Forschungsergebnisse in Namenbüchern. Diese werden in einem Projekt des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der Schweizerischen Akademie der Sozial- und Geisteswissenschaften (SAGW) zusammengelegt und auf der Website ortsnamen.ch veröffentlicht.

Als die Römer kamen

Auf einer interaktiven Karte können dort Forschende und Laien nach Orten stöbern, zum Beispiel nach solchen mit der Endung «-ingen». Da erscheinen dann Amsoldingen, Zofingen, Wettingen und viele mehr. Es ist ein Namenstyp, der hierzulande zwischen 600 und 800 nach Christus mit der Einwanderung der Alemannen aufkommt. Zusammen mit dem Eigennamen bezeichnet diese Endung eine Sippe, so geht etwa Zofingen aus «Sippe des Zofo» hervor. «Die geografische Verteilung zeigt, wie sich die alemannischen Sippen im Schweizer Mittelland und in den Voralpentälern niedergelassen haben», erklärt Germanist und Projektleiter Hans Bickel. Ins wilde Bündnerland hingegen wagten sich die Alemannen nicht.

Ortsnamen sind Fenster in die Vergangenheit und weisen auf wichtige Entwicklungen hin, zum Beispiel auf die Romanisierung der Helvetier: Die Endung «-acum» tritt ab der Zeitenwende bei vielen Neugründungen auf. Sie steht für ein Landgut, das verdienten römischen Bürgern vom Imperium zugesprochen wurde. Sie ist heute als «-ach» noch bei vielen Ortsnamen wie Erlach oder Zurzach sichtbar.

Im Schwändi wurde gerodet

Bickel und seine Kollegen können auch spätere regionale Veränderungen sichtbar machen. Im Hochmittelalter gewannen die Menschen durch Rodung Siedlungsflächen, was damals schwenden hiess. Ortschaften mit «-schwand» oder «-schwändi» im Namen finden sich darum besonders häufig in den damals wenig erschlossenen Vor­alpen und Alpen.

Die Forschenden sind ständig daran, neue Erkenntnisse in die Online-Datenbank einzuspeisen. So kann jeder den Ursprung des Ortes erkunden, in dem er aufgewachsen ist oder in dem er besonders gern zu Besuch ist. Und wer weiss, vielleicht sind ungeahnte Ahnen und überraschende Geschichten hinter den komischen Namen zu entdecken.

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema