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Warum Vorlesen glücklich macht

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«Die Zeit, die wir mit Vorlesen verbringen, ist eine ganz besondere Zeit.» Die Autorin Meghan Cox Gurdon spricht aus Erfahrung: Sie hat ihren fünf Kindern zwanzig Jahre lang jeden Tag vorgelesen. Das vorliegende Buch, mit dem wissenschaftlichen Hintergrund dazu, entstand im Rahmen ihrer Arbeit als Kinderbuch­rezensentin für das «Wall Street Journal».

Cox Gurdon zeigt auf, dass erstens das Vorlesen selber glücklich macht. Durch das tägliche Training werden wir immer kompetenter in unserem Lesen. Wir verbringen kostbare Zeit mit Menschen, die wir lieben. Zweitens profitieren vom Vorlesen vor allem die Kinder in grösstem Masse und in vielfältiger Weise. In wissenschaftlichen Studien wurden die Gehirnströme von Kindern gemessen, als sie Geschichten hörten ab CD, ihnen ein Bilderbuch vorgelesen wurde oder sie einen Film anschauen konnten. Während des Vorlesens wurde ganz eindeutig viel mehr Gehirnaktivität gemessen. Die Kinder konnten die Bilder zur Geschichte anschauen und Fragen stellen oder auf Sachen hinweisen, die ihnen aufgefallen waren. Die Zuwendung während der Vorlesezeit hat auch positive Reaktionen ausgelöst: Die Kinder wurden ruhiger und konnten sich besser konzen­trieren. Beim täglichen Vorlese­ritual, zum Beispiel vor dem Zubettgehen, haben Kinder und Eltern Zeit zum Reden. Einem unruhigen, chaotischen Tag kann so ein ordnender Rahmen gegeben werden. Solche Rituale können wie ein Rettungsanker wirken in unserer kurzlebigen digitalen Welt.

Fantasie und Wissen

Mit dem Vorlesen erweitern die Kinder ihren Wortschatz, die Sprechfähigkeit verbessert sich und Grammatik wird erfahrbar. Sie lernen spielerisch andere Welten und Ideen kennen. Ihr Geist wird angereichert mit Fantasie und Wissen. Die Kinder lernen, Informationen einzuordnen, und bauen ein gesundes Selbstbewusstsein auf.

In der Schule verstehen sie die Lehrpersonen und die zu lesenden Texte schneller. Die Kinder können sich besser ausdrücken und bewältigen im täglichen Miteinander Konflikte eher mit Worten als mit Fäusten. Die Autorin meint, es sei kein Zufall, dass repressive Regimes oft den Zugang zu Büchern und Informationen beschränken.

Auch für Erwachsene

Es ist nicht immer einfach, die Vorlesestunde einzuhalten: Entweder sind die Erwachsenen unter Zeitdruck oder die Kinder scheinen uninteressiert, vielmehr, wenn sie grösser werden, muss die Zeit gefunden werden zwischen Haus­aufgaben, ausserschulischen Tätigkeiten und Freunden. Die Autorin hat sich als Vorleserin den Gegebenheiten angepasst und manchmal auch nur eine halbe Stunde vorgelesen – das Vorlesen aber nie aufgegeben. Sie weist auch darauf hin, dass Erwachsene es ebenfalls geniessen, wenn ihnen vorgelesen wird, zum Beispiel, wenn sie im Spital oder im Heim sind oder sich einsam fühlen.

Im Buch finden sich eine Fülle von Hinweisen auf wissenschaftliche Untersuchungen und Erfahrungsberichte. Alle sind mit Fussnoten gekennzeichnet und separat in den Anmerkungen am Schluss des Buches aufgeführt. Es werden auch viele Vorlesebücher erwähnt und kurz beschrieben. Die zumeist englischsprachigen Titel sind im Anhang alle aufgelistet. Der Insel-Verlag hat zudem eine Liste mit deutschsprachigen Büchern hinzugefügt. Das Buch ist eine wahre Schatzkiste.

Meghan Cox Gurdon: «Die verzauberte Stunde. Warum Vorlesen glücklich macht». Sachbuch, 334 Seiten. Verlag Insel, 2019.

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