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Was denken die Lehrpersonen?

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Seit den 1990er-Jahren wird in der Volksschule gepröbelt und getüftelt. Baustelle um Baustelle wurde in und um die Schule eröffnet. Aus den kantonalen Bildungsdirektionen hagelte und hagelt es Rezepte. Diese landen im Übermass auf den Tischen der Lehrpersonen. Die seither aufgeblasene Bürokratie in den Departementsbüros nimmt willfährig die Flut «neuer» Ideen aus den kantonalen Pädagogischen Hochschulen zur Kenntnis und verordnet deren Umsetzung in den Schulstuben. Gewann die Volksschule dadurch an Qualität? Sind die Schülerinnen und Schüler seither tatsächlich besser, wissender geworden? Ich habe diesbezüglich so meine Zweifel.

Auffallend ist die Tatsache, dass die Flut der «Erneuerungen» mit den inflationär wachsenden Professorenschaften in den Pädagogischen Hochschulen einherging. Da wird «geforscht», und da werden unter anderem zur Rettung des Schweizer Wirtschaftsstandortes Heilslehren aller Art verkündet. Zum Beispiel soll ohne Tablet ab Kindergartenstufe nichts mehr gehen und so ähnlich. Ketzerisch stelle ich dabei fest: Je lauter und vielfältiger Rezepte aus der Hochschulwarte verkündet werden, umso leiser, ja unhörbarer wurden die Praktiker, die Lehrpersonen.

Die 1968er-Jahre hatten insofern ihr Gutes, als die damaligen Lehramtskandidatinnen und -kandidaten sich hörbar in den Diskurs «der guten Schule» einmischten. Inzwischen ist es still geworden. Die mit viel Idealismus gestarteten 1960er- und 1970er-Lehrpersonen räumen das Schulfeld. Und der Nachwuchs in den Lehrerzimmern wird durch Schulleitungen und Mitarbeiterbeurteilungen zu eingeschüchterten Subjekten getrimmt. Kritische Haltungen und Einschätzungen könnten sich ja schädlich auswirken. Wo das nicht reicht, wird auch noch mit lohnwirksamen Beurteilungen in Politkreisen «gewedelt». Warum haben sich wohl die Männer nach und nach aus diesem Berufsfeld verabschiedet? Neben den in vielen Kantonen stagnierenden Lohngefügen ist diese Fernsteuerung aus den theoretischen und politischen Zirkeln Ursache des Rückzuges. Und für Frauen – sie machen inzwischen 90 Prozent der Unterrichtenden an Primarschulen aus – ist der Job insofern attraktiv, als er sich als äusserst familienkompatibel erweist. In der Teilzeitarbeit aber findet der Einsatz für eine generelle Diskussion zur Zukunft der Volksschule nur beschränkten Raum. Mit verheerenden Folgen für die Volksschule.

Politik und Bildungsforschung sind angewiesen auf die Praxiserfahrung von selbstbewussten Lehr­personen. Nur mit diesem Beitrag kann die Volksschule gesunden.

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