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Wenn Kinder Eltern schlagen

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Ratgeber Erziehung

 

 

Birgit Kollmeyer

Wenn Kinder Eltern schlagen

 

Meine Kollegin hat mir vor kurzem berichtet, dass ihre Tochter (16) des öfteren ausraste und dann auch sie, ihre Mutter, heftig schlage. Meine Kollegin hat sich bisher niemandem anvertraut, hält es jetzt aber nicht mehr aus. Was kann ich tun, um ihr zu helfen? Und wie kann ich so etwas bei unserem Sohn vorbeugen? Ich mache mir Gedanken, da er impulsiv ist.S.B.

 

Eltern, die von ihren Kindern geschlagen werden, sind in einer doppelt schmerzlichen Situation: zum einen die Schläge, die schmerzen, zum andern die Scham darüber. Sie schämen sich für das Verhalten ihrer Kinder und für die eigene Ohnmacht.

Auf der Seite der Kinder sind Schläge ebenfalls Ausdruck von Hilflosigkeit. Sie haben Mühe, ihre Gefühle selber zu regulieren, und sehen das Schlagen als einzige Möglichkeit, sich auszudrücken oder durchzusetzen. Sie brauchen eigentlich die Unterstützung ihrer Eltern. Aber ohnmächtige Eltern bieten keine Sicherheit und keinen Schutz. Es ist ein Teufelskreis, wenn die Kinder Achtung und Respekt verlieren. Um sich selber in den Griff zu kriegen, sind Kinder auf eine stützende und verlässliche Beziehung zu ihren Eltern angewiesen und brauchen Eltern, die sich wehren können.

Das Schweigen zu brechen und das Schlagen zu thematisieren, war ein erster wichtiger Schritt Ihrer Kollegin, um aus dem destruktiven System auszubrechen. Sie sollte sich nicht scheuen, professionelle Unterstützung zu suchen.

Eltern müssen Grenzen setzen, indem sie Regeln und Konsequenzen mit ihren Kindern vereinbaren. Die Kinder müssen verstehen, warum Gewalt in der Familie nicht toleriert wird. Eltern sind das Vorbild für angemessenes Verhalten und geben ihren Kindern den nötigen Halt. Dafür ist eine gute Eltern-Kind-Beziehung wichtig. Kinder sollen merken, dass ihre Probleme und Gefühle wichtig sind, dass sie geliebt und wertgeschätzt werden.

Oft sind es ähnliche Situationen, in denen ein Kind zu schlagen beginnt. Als Eltern kann man darauf früh reagieren und signalisieren, dass Schlagen nicht in Ordnung ist. Dem Kind sollte klar sein, dass es damit anderen wehtut, dass Schläge keine guten Argumente sind und sie damit nichts erreichen können. Lassen Sie Ihren Sohn bei Entscheidungen mitbestimmen. Er soll erfahren, dass er einen wichtigen Platz in der Familie und Einflussmöglichkeiten in Gesprächen hat.

Ambulante Hilfe für Kinder, Jugendliche, Eltern, Paare und Einzelpersonen: 026 300 76 90; www.unifr.ch/iff. Telefonberatung zu Familienfragen: Fr. 14.00 bis 16.00 Uhr: 026 300 73 57.

Die PsychologinBirgit Kollmeyer ist beim Familieninstitut der Uni Freiburg zuständig für Prävention und Beratung. Sie ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und wohnt im Greyerzerland.

 

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