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Wetter von Osten bringt die Lawinen

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Frank Techel, derzeit herrscht in der Westschweiz erhebliche Lawinengefahr. Welche meteorologischen Umstände haben dazu geführt?

Das hat mit der bisherigen Entwicklung des Winters zu tun. Bis an Weihnachten gab es in den Freiburger Alpen nur wenig Schnee. Zudem hat es kräftig in den Schnee hineingeregnet. Anfang des Jahres hat es ein wenig geschneit, und es war kalt. Dabei wurde der Schnee an der Oberfläche umgewandelt, und es bildete sich eine Schicht, etwa so körnig und lose wie Zucker. Darauf fiel in der vergangenen Woche ein halber bis ein Meter Neuschnee. Mit anderen Worten, es fiel relativ viel Neuschnee auf eine schwache Altschneeschicht, und das kann zu Lawinenabgängen führen.

In den vergangenen Wochen hat man vor allem von den Schneemassen in der Ostschweiz gehört; die erhebliche Lawinengefahr in der Westschweiz kommt für den Laien überraschend.

In Glarus und in Graubünden hatte es in kurzer Zeit sehr viel geschneit – seit Anfang Jahr vielerorts mehr als zwei Meter –, was kurzfristig zu einer kritischen Situation führte. Dann haben sich die Schneemassen aber relativ schnell stabilisiert. Im Freiburgischen fiel verglichen dazu weniger Neuschnee, die Schwachschichten wurden weniger mächtig überdeckt. Eine solche Schneedecke ist für Schneesportler besonders heikel: Wird die Schneedecke durch einen Schneesportler belastet, kann die schwache Schicht wie ein Kartenhaus zusammenbrechen, und die darüberliegende Schicht kann an steilen Hängen als Schneebrettlawine abgehen.

Gefühlt gibt es in den Westschweizer Voralpen nicht so oft Lawinenabgänge. Ist das so?

Grundsätzlich ist zu sagen, dass überall, wo es steile Hänge gibt und wo Schnee liegt, Lawinen herunterkommen können; also auch an steilen Hängen in den Voralpen. Gemäss unserer Datenbank gab es im Kanton Freiburg in den letzten 10 Wintern 17 Ereignisse, bei denen Personen involviert waren. Im Vergleich zum Wallis oder Graubünden ist das wenig.

Ist die aktuelle Situation im Kanton Freiburg aussergewöhnlich?

Die beschriebenen Schwachschichten findet man in den inneralpinen Gebieten des Wallis und Graubündens recht häufig vor, in den Freiburger Alpen sind sie eher selten. Es war ungewöhnlich, dass Anfang Jahr im Westen so wenig Schnee fiel. Normalerweise kommt das Wetter aus dem Westen, Schnee und Regen wechseln sich in den Voralpen oft ab. Im Januar kam es von Norden und Osten. In der Folge verzeichnete die Ostschweiz viel Niederschlag, im Westen fiel länger nur wenig Schnee.

Der viele Schnee und das prächtige Wetter laden geradezu ein, die Tourenskier oder Schneeschuhe anzuschnallen. Was raten Sie den Menschen zu ihrem Schutz vor Lawinen?

Die Gefahrenstellen sind für Ungeübte schwer zu erkennen, weil die Schwachstellen tief in der Schneedecke verborgen liegen. An sehr steilen Hängen sind darum Vorsicht und Zurückhaltung geboten. Es braucht viel Erfahrung, um die Situation im Gelände beurteilen zu können. Eine defensive Routenwahl ist darum wichtig. Unerfahrenen empfehlen wir, auf den geöffneten Abfahrten und Routen zu bleiben.

Was kann auf eine Lawinengefahr hinweisen?

Ein Zeichen kann ein Wumm-Geräusch sein. Das ist zu hören, wenn eine Schwachschicht – wie wir sie im Moment vorfinden – einbricht. Nimmt man ein solches beim Anlegen der Spur wahr, dann ist das ein klares Warnzeichen. Besonders dann sind eine vorsichtige Routenwahl und Entlastungsabstände zu empfehlen.

Zahlen und Fakten

Lawinengefahr bleibt erheblich

Das offizielle Schweizer Lawinenbulletin wird vom Lawinenwarndienst des WSL Schnee- und Lawinenforschungsinstituts (SLF) in Davos herausgegeben. Unter www.slf.ch kann die aktuelle Situation täglich um 8 und um 17 Uhr eingesehen werden. In der Westschweiz gibt es derzeit gebietsweise erhebliche Lawinengefahr. Dabei können Lawinen im Altschnee ausgelöst werden und gefährlich gross werden. Vorsicht vor allem an steilen, eher schneearmen Schattenhängen sowie im Bereich der Waldgrenze. An sehr steilen Sonnenhängen sind unterhalb von rund 2400 Metern einzelne mittlere und vereinzelt grosse Gleitschneelawinen möglich. Die Situation wird sich nur langsam verbessern, weil es weiterhin sehr kalt ist und sich die Schneeschicht darum nur langsam stabilisiert.

rsa

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