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Wildschwein im Maiskleid

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Graffiti war gestern–die Jugend von heute strickt öffentliches Eigentum lieber ein, als es anzusprayen. Diesen Eindruck gewann man zumindest gestern in der Stadt Freiburg, als Dutzende Primarschüler Bäume und Geländer mit meterlangen Wollkleidern versahen.

Neue Sonderausstellung

Bei diesen Temperaturen beneidete die Bäume niemand darum, und tatsächlich dürfen die Bäume ihre Wintermäntel nicht allzu lang tragen. Nach einem Monat werden sie wieder entfernt: «Sonst bekommen sie nach dem Entkleiden einen Sonnenbrand», erklärt Anne Klauser. Sie ist Mitverantwortliche der neuen Ausstellung «100 % reine Wolle», welche heute Abend im Naturhistorischen Museum Freiburg eröffnet wird. Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit «atena», einem botanischen Unternehmen, und dem Grafiker René Walker, entstanden. «Das Naturhistorische Museum wünschte sich eine Ausstellung, die die Leute anlockt», so Klauser.

 Über 1000 Wollknäuel

Für diese erste Aktion wurde viel Aufwand betrieben: Jede Baumgarderobe hat einen langen Weg hinter sich. Gesponsert wurde die Wolle von Manor, und alle Freiburger Altenheime, aber auch sonstige Interessierte, erhielten Gutscheine, mit denen die Wolle kostenlos abgeholt werden konnte. «Über 1000 Wollknäuel wurden von unseren Freiwilligen verstrickt», äussert sich Klauser über den grossen Anklang der Aktion. Verschiedene Primarschüler haben die grosse Menge an Strickkleidern schliesslich aufgehängt.

Mehr als nur Schafe

Diese Baum-Modenschau war nur der Startschuss für die Ausstellung, die den Farben- und Formenreichtum von Wolle aufzeigen will. 20 verschiedene Arten Garn wurden zu unterschiedlichsten Kleidungsstücken verarbeitet und den Ausstellungstieren übergezogen. So kann dort unter anderem ein Wildschwein-Mannequin mit Maiswoll-Hosen angeschaut werden, oder ein Maulochse, der mit seinem eigenen luxuriösen Fell ausgestattet ist.

«Unser Ziel ist es, zu zeigen, dass es viel mehr gibt, als nur Schafswolle», erklärt Klauser. Neben der Geschichte und verschiedenen Arten der Wolle gibt es im Museum zwei lebendige Angora-Kaninchen, witzige Fakten (siehe Kasten) und auch einen Raum, wo selbst gestrickt werden kann.

Verschiedenste Ateliers

Abgesehen von der Sonderausstellung, die ab heute ein halbes Jahr läuft, werden verschiedene Ateliers angeboten. Schon diesen Samstag findet beispielsweise der «Weltweite Strick-in-der-Öffentlichkeit-Tag» statt, eine kollektive «Lisemete», bei der das Museum den obligaten «Kaffee und Kuchen» kostenlos zur Verfügung stellt.

 Ausstellung:14. Juni bis 25. Januar 2015, Naturhistorisches Museum Freiburg, täglich von 14-18 Uhr.Einige Ateliers: 17.9. «Filzen für Neugierige», 16.10. «Strickaffe», 18.10. «Rock’n’Wool» etc. Weitere Ateliers: www.fr.ch/mhn/de/pub/index.cfm

Wolle: Auch in Tennisbällen und Trommelschlägern drin

W ussten Sie, dass T ennisbälle ohne Wolle völlig willkürlich herumfliegen würden? Erst die im Filzmantel enthaltenen Wollpartikel bewirken, dass der Ball lenkbar ist. Und auch ein Grossteil der Musik wäre ohne Garn verloren: Sowohl das Klavier als auch die Geige enthalten Wolle, und die Schlagzeugsolos der Band Led Zeppelin würden ziemlich blechern klingen, würden John Bonhams Drumsticks keine Wolle enthalten. Diese sind jedoch nicht aus Shahtoosh-Wolle gefertigt: Das wäre viel zu kostenspielig. Dieses auch «Königswolle» genannte Garn wird aus dem Fell der schwer gefährdeten Tibetantilope gewonnen und ist illegal, da die Tiere dabei getötet werden. Auf dem Schwarzmarkt werden Schals aus Shahtoosh für bis zu 40 000 Franken verkauft.

Auch Moschusochsen-Fell hat kein Putzlappen-Potenzial: Ein kleines Knäuel geht für mehr als 200 Franken über den Ladentisch. Dafür kann man auch in der Arktis damit überwintern – es wärmt acht Mal besser als Schaf-Fell. kf

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