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«Wintersportorte sollen diversifizieren»

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Morgen feiert Schweiz Tourismus in Murten einen runden Geburtstag: Vor 100 Jahren, mitten im Ersten Weltkrieg, wurde die Organisation gegründet, die im In- und Ausland die Stärken der Schweiz als Reiseziel propagiert. Heute ist Schweiz Tourismus ein schlagkräftiges und erfolgreiches Marketinginstrument. Dies bestätigt auch Dominique de Buman. Der Freiburger CVP-Nationalrat ist als Präsident des Schweizerischen Tourismusverbandes (STV) und Präsident der Seilbahnen Schweiz froh um die Dienste von Schweiz Tourismus. Er ist zufrieden mit dem Erreichten, würde sich aber durchaus noch mehr Unterstützung wünschen, wie er im Interview sagt.

Wie gut funktionieren die privaten Tourismusanbieter und die öffentliche Tourismusförderung?

Schweiz Tourismus erledigt hervorragende Arbeit und wirbt erfolgreich für unsere Produkte. Wir wissen ja um den Schaden der Frankenstärke, und dass unsere Wettbewerbsfähigkeit wegen der höheren Preise gering ist. Ohne Marketingmassnahmen wäre es schwierig, Marktanteile dazu zu gewinnen oder nur schon die bestehende Kundschaft beizubehalten. Wir Touristiker stellen dafür die Dienstleistungen auf die Beine und lobbyieren im Inland. Wenn wir schlechte Arbeit machen würden, wäre auch die ganze Arbeit von Schweiz Tourismus für die Katz.

Der Tourismus hat es heute schwerer als auch schon, Margen und Marktanteile sinken. Sie haben die Gründe genannt. Welchen Weg sehen Sie aus der Talsohle?

Wir können zufrieden sein, dass wir nicht noch mehr verloren haben. Wir wissen seit heute, dass die Zahlen im November wieder leicht angestiegen sind, vor allem auf dem Schweizer Markt. Schweizer machen vermehrt Ferien in der Schweiz. Diese Tendenz stellen wir schon länger fest. Es kostet vielleicht ein paar «Fränkli» mehr, aber sie wissen, was sie haben. Wir Touristiker müssen uns deshalb noch stärker nach dem Schweizer Mittelstand ausrichten. Russen, Chinesen, Araber: Je nach politischer oder wirtschaftlicher Situation kommen sie mehr oder weniger in die Schweiz.

Marketing kann gute Stimmung machen, aber kein gutes Wetter. Gerade in diesen Tagen stellen die voralpinen Winterdestinationen ihre Ohnmacht fest: Wenn sie nicht beschneien können, stehen sie am Berg. Was tun?

Eigentlich sind unsere Touristiker erfolgreich. Sie sind innovativ, sie arbeiten gut; aber die Wetterbedingungen können sie nicht beeinflussen. Die voralpinen Destinationen müssen den Mix zwischen Winter- und Sommertourismus verändern. Einige haben das geschafft und sich stärker auf die Sommersaison ausgerichtet, zum Beispiel Moléson oder auch La Berra. Dann müssen sie die älteren Generationen ansprechen, denen das Skifahren nichts sagt. Sie müssen neue Dienstleistungen anbieten, Anlässe organisieren zum Beispiel, oder aber auf neue Konzepte setzen. Ich denke an die Naturpärke Gantrisch oder Greyerzer Oberland. Kurzum: Sie sollen diversifizieren. Sie müssen die Stärken unseres schönen Kantons valorisieren. Eine reine Konzentration auf den Wintertourismus ist falsch; unsere Voralpen-Destinationen sind jedoch immer noch stark vom Wintertourismus abhängig.

Der Bund wie auch der Kanton Freiburg greifen aktiv in die Tourismusbranche ein. Finden Sie das richtig?

Jeder Steuerfranken, den der Staat in den Tourismus investiert, generiert einen Umsatz von 36 Franken. Acht Franken daraus fliessen als Steuern wieder zurück. Deswegen ist es richtig, dass die öffentliche Hand investiert, beispielsweise indem der Kanton Freiburg die Seilbahn-Infrastruktur finanziert. Deshalb ist es auch richtig, wenn zum Beispiel Charmey zusätzliche Mittel für die Bergbahnen bekommt. Das ganze Dorf lebt davon: Alles hängt am Tourismus, nicht nur die Hotels und die Läden, sondern auch das Museum, eine Kunstgalerie und viele traditionelle Handwerksbetriebe. Ich finde auch, der Staat muss nicht nur in die Bergbahnen investieren, sondern auch in Beschneiungsanlagen.

Ihnen schwebt ein Staat vor, der nicht nur in der Not hilft, sondern aktiv eingreift?

Der Staat muss als Investor, als Akteur, auftreten. Im Gegenzug muss er Bedingungen stellen, zum Beispiel die Nachhaltigkeit eines Angebots oder die Optimierung der Kosten. Er soll auch eine intensivere Zusammenarbeit von Destinationen fördern können – denken wir an Jaun und Charmey. Doppelspurigkeiten müssen vermieden werden. Doch gerade weil er Steuergeld einsetzt, darf der Staat nur dort investieren, wo es sich auch lohnt. Dafür muss er wissen, wie der Tourismus in der lokalen Wirtschaft eingebettet ist. Ein Eingriff muss sich rechtfertigen, sonst muss der Staat die Finger davon lassen.

Zurück zu Schweiz Tourismus, der Bundesagentur für Tourismusförderung. Sie werden den Verantwortlichen morgen in Murten die Glückwünsche der Touristiker übermitteln. Doch äussern Sie auch Ihre Wünsche an Sie?

Ich wünsche mir von Schweiz Tourismus, dass die Organisation in einen intensiven Dialog mit der Bevölkerung und den Behörden tritt. Nicht wenige haben den Eindruck, dies sei eine Riesenorganisation, die viel Geld verpulvert und deren Nutzen man nicht sieht. Gerade anlässlich des Jubiläums könnte sie näher an die Leute ran. Nur so erfährt die Bevölkerung, was mit den Steuerfranken für die Tourismusförderung geschieht.

Das Jubiläum ist eingebettet in das Lichtfestival in Murten. Verstehen Sie das Festival als Beispiel der Zusammenarbeit zwischen Staat und Privaten, von erfolgreicher Tourismusförderung?

Mausert es sich zu einem nationalen Event, werden Reisende aus der ganzen Schweiz nach Murten kommen. Sie werden dort übernachten – und die Hotellerie ist das Rückgrat des Tourismus. Wer über Nacht bleibt, gibt mehr Geld in den Läden aus, isst im Restaurant, geht ins Schwimmbad. Und das Lichtfestival ist aus meiner Sicht ein geradezu perfekter Anlass: Es ist zugleich etwas für die Jungen, die Familien und für die ältere Generation; für Einheimische und jene, die von weiter weg kommen. Und es kostet für die Besucher fast nichts. Ich habe grosse Freude daran.

«Wir Touristiker müssen uns noch stärker nach dem Schweizer Mittelstand ausrichten.»

Dominique de Buman

Schweizer Tourismus-Verband

«Doch gerade weil er Steuergeld einsetzt, darf der Staat nur dort investieren, wo es sich auch lohnt.»

Dominique de Buman

Schweizer Tourismus-Verband

Zahlen und Fakten

Werbung für die Tourismusdestination Schweiz

Zahlen und Fakten

Alle Touristiker unter einem Dach

Der Schweizer Tourismus-Verband (STV) vertritt als Dachorganisation die Schweizer Tourismusbranche auf verschiedenen Ebenen der Politik und der Öffentlichkeit. Neben der Agentur für Tourismusförderung des Bundes, Schweiz Tourismus, sind Kantone und Gemeinden, Tourismusorte, Verkehrsvereine, Hotelleriesuisse, Gastrosuisse, Verkehrsverbände und Transportunternehmen Mitglied beim STV. Der Direktor von Schweiz Tourismus, Jürg Schmid, ist Mitglied des STV-Vorstandes. Der STV wird seit 2009 von Dominique de Buman präsidiert. Er ist Freiburger CVP-Nationalrat, seit 2010 auch Präsident der Seilbahnen Schweiz und war von 1994 bis 2004 Syndic der Stadt Freiburg. Laut einer Statistik des STV generiert die Tourismusbranche in der Schweiz einen Jahresumsatz von 50 Milliarden Franken. Rund 16 Milliarden Franken tragen ausländische Reisende in der Schweiz zum Volkseinkommen bei. Rund 170 000 Vollzeitstellen hängen in der Schweiz direkt mit dem Tourismus zusammen, und rund fünf Prozent der Exporteinnahmen der Schweiz kommen aus dem Tourismus. Die Schweizer Hotellerie registriert 35,6 Millionen Übernachtungen.

fca

Schweiz Tourismus wurde 1917 als Schweizerische Verkehrszentrale (SVZ) zur Förderung des Reiseverkehrs gegründet. 1923 gründete sie in Nizza eine erste Auslandsniederlassung. 1940 wurde sie in eine öffentlich rechtliche Körperschaft umgewandelt. Seither hat sie ihren Sitz in Zürich. In demselben Jahr übernahm die SVZ das Netz der Ausland-Werbebüros der SBB mit Filialen in Amsterdam, Berlin, Brüssel, Kairo, London, Mailand, New York, Paris, Prag, Rom, Stockholm und Wien. 1955 wurde das erste Bundesgesetz im Bereich der Tourismusförderung erlassen, weitere folgten. Seit 1996 nennt sich die Organisation Schweiz Tourismus (ST). An ST sind der Bund, die Kantone, regionale Verkehrsvereine sowie Anbieter aus Tourismus und Gastronomie beteiligt. ST wirbt für das Ferien-, Reise- und Kongressland Schweiz. 2012 unterhielt ST 22 Büros und war in 27 Ländern ausserhalb der Schweiz aktiv. Der Internetauftritt von Schweiz Tourismus umfasst verschiedene Publikationen und Informationen über Landschaft, Brauchtum und Kultur der Schweiz.

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www.schweiztourismus.ch

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

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