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«Wir müssen zurück an die Arbeit»

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Die Stimmung war gedämpft gestern Abend im Restaurant Punkt in der Stadt Freiburg. Die Sozialdemokraten des Kantons trafen sich zum Kongress, um Christian Levrat offiziell für den zweiten Wahlgang zu bestätigen (siehe Kasten neben Bild) – und um die Wunden zu lecken. Der Verlust des dritten Nationalratssitzes–die Abwahl von Ursula Schneider Schüttel–schlug ihnen sichtlich aufs Gemüt. «Wir konnten in den letzten Jahren einige schöne Siege feiern, wir sind uns das Gewinnen gewöhnt», sagte Ständerat Christian Levrat. «Jetzt haben wir eine klare Niederlage kassiert. Aber trotz der Enttäuschung müssen wir uns bewusst sein, dass die nächsten Wahlen schon jetzt beginnen», mahnte Levrat seine Genossen. «Wir müssen zurück an die Arbeit und wieder Wähler gewinnen.» Dabei gehe es nicht nur um den zweiten Wahlgang für die Ständeratswahlen, sondern insbesondere um die kommunalen und kantonalen Wahlen vom nächsten Jahr.

Der wiedergewählte Nationalrat Jean-François Steiert verwies bereits auf die eidgenössischen Wahlen in vier Jahren. «Wir müssen den Wählern zeigen, wofür wir einstehen und dass wir für eine gerechtere Schweiz kämpfen. Das Asylthema ist nicht das einzige und nicht das wichtigste Thema in der Schweiz.»

Währenddem Steiert und Levrat bereits wieder kämpferisch und optimistisch auftraten, fehlte Parteipräsident Benoît Piller der Elan noch etwas (siehe Kasten). «Die Ambiance erinnert mich an jene nach dem 9. Februar 2014, nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative», sagte er. «Es haben jene Parteien gewonnen, die immer nur Probleme aufbauschen, aber keine Lösungen aufzeigen.»

Christian Levrat: «Bin bereit für die Debatten»

D ie SP Freiburg hatte an ihrem Kongress gestern Abend wenig zu feiern, ihren Ständeratskandidaten bejubelte sie aber. Mit stehendem Applaus bestätigten die Sozialdemokraten Christian Levrat für den zweiten Wahlgang. «Ich hatte nie erwartet, es im ersten Wahlgang zu schaffen», sagte Levrat. Das habe vor ihm nur der jetzige SP-Bundesrat Alain Berset geschafft. «Wir werden kämpfen müssen, um das Gleichgewicht zu halten. Der Kanton muss auf seinen beiden Beinen stehen», sagte er und sprach sich für eine Vertretung durch SP und CVP aus. Levrat rief die Genossen auf, Wähler zu mobilisieren. «Um mich müsst ihr euch aber keine Sorgen machen, ich liebe Debatten und bin bereit.» Und er witzelte: «Der zweite Wahlgang ist gut. Ich habe meiner Frau versprochen, nach den Wahlen Diät zu machen, jetzt kann ich das drei Wochen hinausschieben.» mir

Benoît Piller: «Asylproblematik verhinderte Debatte»

D er Präsident der Freiburger SP, Benoît Piller, hat mit den FN über die Wahlniederlage der Partei gesprochen.

 

Benoît Piller, Sie haben vor den Wahlen als Ziel einen Wähleranteil von 28 Prozent formuliert – erreicht haben Sie 23,8 Prozent. Haben Sie sich völlig überschätzt?

Nein, das war keine Überschätzung. Wir hatten eine sehr gute Liste ohne Alibi-Kandidaten. Jeder unserer Kandidaten wäre kompetent gewesen, nach Bern zu gehen. Wir werden jetzt analysieren müssen, in welchen Bezirken wir Stimmen verloren haben und zu welchen Parteien diese gegangen sind. Es ist klar, wenn jemand Wähler gewinnt, verliert eine andere Partei.

 

Sie scheinen einen Teil Ihrer traditionellen Wähler, zum Beispiel die Arbeiter, an die SVP zu verlieren.

Diese Analyse müssen wir sicherlich auf nationaler Ebene machen. Aber die Einschätzung mag schon stimmen, viele Arbeiter fürchten um ihren Arbeitsplatz und wählen deshalb eher Parteien, die diese Angst schüren.

 

Weshalb hat Ihre Kampagne nicht funktioniert?

Wir haben eine gute Kampagne geführt und waren sehr solidarisch untereinander. Auch die Juso hat uns gut unterstützt. Alle Kandidaten waren präsent und nahe bei den Wählern. Im Voraus konnten wir aber nicht wissen, dass die Asylproblematik so wichtig werden würde. Dies hat verhindert, dass andere Themen zur Sprache kamen.

 

Wäre es denn nicht an Ihnen gewesen, andere Themen aufs Tapet zu bringen?

Ja, das haben wir versucht. Wir wollten eine Debatte um die AHV lancieren und haben ein Inserat geschaltet, in dem wir aufzeigten, dass sich SVP und FDP für eine Erhöhung des Rentenalters aussprechen. Das hat dazu geführt, dass uns die FDP mit einer Klage drohte. Die anderen Parteien wollten schlicht keine Themen diskutieren. Schade war zudem, dass es kaum Debatten in den Medien gab.

 

Wie machen Sie jetzt weiter – im Hinblick auf den zweiten Wahlgang und die Wahlen im nächsten Jahr?

Ich hoffe, dass FDP und SVP auf einen zweiten Wahlgang verzichten, er würde nichts bringen. Für die kommunalen und kantonalen Wahlen haben wir bereits einige gute Kandidaten. Ich mache mir dazu keine Sorgen, dort gelten andere Regeln. mir

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