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«Wir schreiben Geschichte»

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Aus einem Pro­blem ist eine Chance entstanden, die zu einem Glücksfall werden könnte. So ungefähr könnte man die Zukunft der beiden Pflegeheime Oberschrot und Giffers beschreiben. Nicht erst seit kurzem diskutieren die beiden Gemeindeverbände darüber, enger zusammenarbeiten und Synergien nutzen zu wollen. Seit letzten Dezember sind die Pläne innerhalb von kurzer Zeit konkret geworden. Auslöser war ein Personalentscheid des Trägerverbandes des Heims Bachmatte. Der Vorstand hat dem bisherigen Heimleiter gekündigt und ihn per sofort freigestellt. Schon länger hatte es Differenzen gegeben. «Der Vertrauensverlust war zu gross, wir haben keine andere Lösung mehr gesehen», sagte Präsident Armin Jungo an der Delegiertenversammlung vom Mittwoch in Brünisried.

Ein Leiter für beide Heime

Diese Trennung haben den Vorstand in die ungemütliche Lage gebracht, möglichst rasch für einen Ersatz schauen zu müssen. «Die Suche war schnell erfolgreich», sagte er. Noch vor Weihnachten habe man mit dem Trägerverband des Heims Giffers und mit dessen Heimleiter eine Vereinbarung unterzeichnet: Daniel Corpataux wurde ab 3. Januar 2020 in einem 50-Prozent-Pensum Leiter ad interim des Heims Bachmatte, parallel zu seinem Amt als Heimleiter von Giffers. «Das war ein Glücksfall», so Armin Jungo. Der Vertrag sollte für ein halbes Jahr, also bis Ende Juni 2020 gelten.

Fusion als beste Option

Diese Situation beflügelte die Vorstände beider Verbände zu zwei Klausurtagungen, in denen die Möglichkeiten einer künftigen Zusammenarbeit diskutiert wurden. «Wir sind einstimmig zur Erkenntnis gelangt, dass eine Fusion die sinnvollste Lösung ist für die Zukunft beider Heime», so der Präsident. Geplant war eigentlich dann, so rasch wie möglich die Gemeinden zu informieren und vorwärtszumachen. Wegen der Corona-Krise fand die Delegiertenversammlung nun erst drei Monate später statt. «Im Grunde haben die Gemeinden der eingeschlagenen Strategie schon zugestimmt. Heute bekräftigen wir dies nun auch noch formell», sagte Armin Jungo.

Konkret heisst dies, dass die Vertreter von Brünisried, Plaffeien und Plasselb zwei Anträge gutgeheissen haben: Zum einen, dass eine neue Organisationsstruktur für die beiden Heime aufgebaut wird, die unter anderem eine 80-Prozent-Stelle für die Buchhaltung und die stellvertretende Direktion für das Heim Bachmatte vorsieht. Dies gewährleistet, dass die Heime im Übergangsjahr 2021 gut funktionieren können, denn die Zusammenlegung ist für 2022 geplant.

Bis diese Strukturen stehen, wird das Mandat von Daniel Corpataux als Heimleiter ad interim für das Heim in Oberschrot um weitere sechs Monate verlängert.

Ein Novum im Kanton

Der zweite Antrag betrifft die Einsetzung einer Arbeitsgruppe, in der Vorstandsmitglieder beider Verbände sowie externe Berater Einsitz nehmen. Sie soll die Fusionsbedingungen ausarbeiten. «Die Umsetzung braucht Zeit, denn es ist kompliziert», sagt Armin Jungo. Die neuen Statuten sollen bis Ende Jahr stehen und müssen dann noch vom Kanton abgesegnet werden. Im April sollen die Bürgerinnen und Bürger der sieben Gemeinden über die Auflösung der bisherigen Verbände und über die Gründung einer neuen Körperschaft befinden. Ist diese Hürde genommen, bleibt Zeit, um neue Vorstandsmitglieder zu bestimmen und ein erstes Budget auszuarbeiten. «Es ist ein Novum, so etwas hat es im Kanton Freiburg noch nicht gegeben», sagte er.

Die Freistellung des Heimleiters sei eine Chance gewesen, etwas zu ändern, worüber man vorher schon lange erfolglos diskutiert habe, unterstrich Armin Jungo. «Mit dem Verband des Heims Giffers haben wir einen gleichwertigen Partner gefunden. Wir ticken ähnlich und sind beides Oberland-Gemeinden.»

Kostendach fixieren

Er sei auch überzeugt, dass es eine gute Sache werde, sagte Daniel Corpataux. Man dürfe aber nicht davon ausgehen, dass eine Fusion sofort zu Einsparungen führen würde. Würde man innerhalb eines Hauses fusionieren, könnte man vielleicht kurzfristig Prozesse optimieren. Da aber weiterhin zwei Standorte bestehen blieben, sei das nicht so einfach. Mittel- oder langfristig gebe es vielleicht Einsparungen, Ideen für die Nutzung von Synergien gebe es viele. «Kurzfristig geht es uns aber vor allem darum, ein Kostendach zu fixieren, um einen exponentiellen Anstieg der Kosten zu verhindern.»

Ob die neue Trägerschaft wieder ein Gemeindeverband sein wird oder eine Stiftung, sei noch zu definieren. Daniel Corpataux erklärte auch, warum die Vorstände beschlossen haben, externe Berater hinzuzuziehen: «Wir wollen alle Aspekte transparent anschauen. Keine Gemeinde soll das Gefühl haben, über den Tisch gezogen zu werden.»

Mehr Gewicht

Die Delegierten haben die beiden Anträge ohne Diskussion angenommen. Der Syndic von Plasselb, Jean-Daniel Feller, zeigte sich überzeugt, dass eine Fusion der richtige Weg sei. So ergebe sich eine grössere Struktur, die vielleicht auch mehr Gewicht beim Kanton habe. Dies bekräftigte auch Daniel Corpataux: «Mit künftig 82 Betten sind wir deutlich grösser. Das bringt uns vorwärts. Wir werden im Bezirk und beim Kanton mehr Gewicht erhalten. Wir schreiben Geschichte.»

Zahlen und Fakten

Rechnung mit einem Defizit

Die Delegierten des Pflegeheim-Verbandes Bachmatte haben an der Versammlung vom Mittwoch die Rechnung 2019 genehmigt. Sie schliesst bei einem Betriebsaufwand von 6,12 Millionen Franken und einem Ertrag von 5,75 Millionen Franken mit einem Betriebsdefizit von 417 700 Franken. Dies entspricht einer Budgetüberschreitung von 1,6 Prozent. Das Heim hat 47 Betten und war 2019 zu 98,28 Prozent ausgelastet; es wurden 16 860 Pensionstage verrechnet. Das Heim beschäftigt 74 Personen ohne Lernende und Praktikanten. Bei der Corona-Krise sei das Heim mit einem blauen Auge davon gekommen, sagte Heimleiter ad interim Daniel Corpataux. Zwei Bewohner waren am Virus erkrankt, es gab keine Todesfälle.

im

 

«Mit dem Gemeindeverband des Heims Giffers haben wir einen gleichwertigen Partner gefunden. Wir ticken ähnlich.»

Armin Jungo

Präsident Heimverband Bachmatte

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