Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Wir sind voll»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Es kommt auf das Verhalten der Bevölkerung an, ob die Anzahl der Covid-19-Patienten weiter ansteigt»: Das sagte Marc Devaud, Generaldirektor des Freiburger Spitals HFR, an der gestrigen Medienkonferenz gleich mehrere Male. In den letzten Tagen auf jeden Fall sind die Fallzahlen stark gestiegen, und mit ihnen die Zahl der Personen, die wegen Covid im Spital liegen. Im April beherbergte das Spital zu Spitzenzeiten knapp 90 Covid-19-Patientinnen und -Patienten. Gestern waren es etwas über 60.

Es wird eng

«Derzeit haben wir noch genügend Betten», sagte der medizinische Direktor Ronald Vonlanthen. «Doch das kann sich schnell ändern.» Das Spital verfüge über 600 Betten; «wir können da nicht einfach 200 Betten hinzufügen». Gestern Morgen waren noch elf Betten frei, davon sechs auf der Intensivstation. Mit anderen Worten, so Vonlanthen: «Wir sind voll.»

«Im Oktober und November ist das Spital an sich schon immer voll», sagte Vonlanthen. Das sei der grosse Unterschied zur ersten Welle im März und April. Damals verfügte der Bundesrat, dass die Spitäler alle nicht nötigen Operationen aufschieben. «Wir haben damals das Spital geleert.» Das ist nun nicht der Fall. Und, so sagt Marc Devaud: «Das ist auch nur über eine kurze Zeit möglich. Denn wir müssen und wollen auch all jene Patientinnen und Patienten behandeln, die an etwas anderem leiden als an Covid-19.» Das ist denn auch seine Botschaft: Es gehe derzeit nicht nur um die Frage, ob jemand an Covid-19 erkranke. «Es geht um das gesamte Gesundheitssystem, das an den Anschlag kommt.»

Um Zivilschutz angefragt

Das Spital hat den Staatsrat um Unterstützung durch den Zivilschutz ersucht; dies vor allem für Transporte. Denn, um jedes Bett optimal nützen zu können, werden einige Patientinnen und Patienten an andere Standorte verlegt. Nicht unbedingt zu deren Zufriedenheit, wie Jean-François Menoud, Leiter der Pflegedienste, sagte: «Alle möchten dort bleiben, wo sie in das Spital eingetreten sind.» Doch seien die Verlegungen nötig.

Wieder mit Kommandozentrale

Wie ernst die Verantwortlichen die Situation beurteilen, zeigt sich auch darin, dass das Spital wieder eine Kommandozentrale einrichtet. Und das Personal der Intensivpflege und der Inneren Medizin wurde um rund 30 Personen aufgestockt. «So lange wie möglich wollen wir aber den normalen Spitalbetrieb aufrechterhalten», sagte Vonlanthen. Falls nötig werde das Spital aber wieder Abteilungen schliessen und einzelne Eingriffe aufschieben.

Sorgen machen den Verantwortlichen nicht nur die rasant steigenden Patientenzahlen, sondern auch die Absenzen beim Personal. «Wir haben mehr als 45 Pflegende, die positiv getestet wurden oder in Quarantäne mussten», sagte Menoud. «Und die Zahl steigt an.» Darum rekrutiert das HFR nun zusätzliches Pflegepersonal. «Beruhigend ist, dass sich die Leute nicht im Spital anstecken, sondern im privaten Rahmen», sagte Menoud. Apéros im Spital seien darum untersagt. «Ausserhalb können wir es unserem Personal nicht verbieten, sich zu treffen – wir empfehlen aber, auf Feste zu verzichten.»

«Wir alle dachten, die zweite Welle werde langsam anrollen», sagte Vonlanthen. «Doch der Anstieg ist nun so steil wie Anfang März.» Ob dies so weitergehe, hänge davon ab, ob die Bevölkerung sich an die Abstands- und Hygienemassnahmen halte.

Vorwurf

«Der Staatsrat ist passiv»

Gestern hat die sozialdemokratische Partei des Kantons Freiburg eine besorgte Mitteilung verschickt: Freiburg sei einer jener Kantone, die derzeit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen seien. Trotzdem begnüge sich der Staatsrat mit eher symbolischen als effektiven Massnahmen, um den steigenden Fallzahlen zu begegnen. «Der Staatsrat ist passiv», heisst es. Die SP ruft die Kantonsregierung zu einer mutigeren Haltung und effektiveren Massnahmen auf, auch wenn diese unpopulär seien. Sonst laufe der Kanton in eine sanitarische und wirtschaftliche Katastrophe.

njb

 

Zahlen und Fakten

Stark steigende Fallzahlen

Alleine von Montag bis Donnerstag dieser Woche wurden im Kanton Freiburg 1043 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. In der gesamten Vorwoche waren es 1065 gewesen, zwischen dem 5. und 11. Oktober 433. Auch die Zahl der hospitalisierten Personen steigt rasch an: Zählte das Freiburger Spital HFR während Wochen zwischen neun und zwölf Personen mit Covid-19 im Spital, so nimmt diese Zahl seit dem 15. Oktober markant zu. Gestern waren 56 Personen mit Covid-19 in Spitalpflege, dazu kamen 15 Verdachtsfälle. Die Spital-betten werden knapp.

njb

 

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema