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«Wir sollten die schöne Zeit geniessen»

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Pünktlich zur Sonnenwende ist der Sommer da: Die Temperaturen steigen auf 30, vielleicht sogar 35 Grad, und sinken auch in der Nacht kaum unter 20 Grad. Weil gleichzeitig die Luft sehr feucht ist, hat Meteo Schweiz eine Hitzewarnung herausgegeben.

«Unser Organismus kühlt sich ab, indem er schwitzt», sagt der stellvertretende Freiburger Kantonsarzt Thomas Plattner. «Ist die Luftfeuchtigkeit hoch, verdunstet der Schweiss weniger gut und die Kühlung wird schwieriger.» Darum sei feuchte Hitze für den Menschen schwieriger zu ertragen als trockene Hitze.

Im Hitzesommer 2003 starben in der Schweiz 975 Personen mehr als erwartet; das ist eine Zusatz-Sterblichkeit von rund sieben Prozent, die der Hitze zugeordnet wird. Die Behörden haben daraus Lehren gezogen. «Wir erinnern jeweils Anfang Sommer die Leute ein erstes Mal daran, wie sie sich bei Hitze verhalten sollen», sagt Plattner. Komme dann eine Hitzewelle, rufe der Kanton erneut dazu auf, im Schatten zu bleiben, genug zu trinken und leichte Kleidung zu tragen. «Wir kommunizieren und sensibilisieren», sagt Plattner. Doch kennt Freiburg kein System wie in den Kantonen Waadt, Genf und Tessin: Dort besuchen freiwillige Helferinnen und Helfer in Hitzetagen Risikopersonen – also vor allem ältere Menschen oder Chronischkranke. «Wir erinnern die Leute aber daran, dass sie aufmerksam sein sollen», sagt Plattner. So solle beispielsweise die Coiffeuse reagieren, wenn eine Seniorin, die sonst jede Woche zum Haarelegen kommt, plötzlich fernbleibt.

Plattner geht davon aus, dass die Sensibilisierung Früchte trägt: «Vor zwei Jahren hatten wir einen sehr heissen Sommer, und da gab es laut Rückmeldungen aus dem medizinischen Bereich nicht mehr Konsultationen als sonst.»

Plattner selber trägt nun am Arbeitsplatz Shorts, lüftet das Büro am Morgen früh durch und verschliesst danach Fenster und Läden, trinkt genug und macht keinen Sport über Mittag. Älteren Menschen und Chronischkranken rät er auch davon ab, am Abend Sport zu treiben: Die Ozonwerte liegen in diesen Tagen ab Mittag meist über den Grenzwerten. «Wer aber nicht zu den Risikogruppen gehört, darf durchaus Sport treiben»; er solle einfach auf den Körper hören. «Und sonst sollten wir nun die schöne und heisse Zeit geniessen, beispielsweise in der Badi.»

Mehrere Hitzetage nacheinander bereits im Juni: Das ist aussergewöhnlich. Daniel Gerstgrasser vom Bundesamt für Meteorologie Meteo Schweiz mag deswegen aber nicht über einen erneuten Hitzesommer spekulieren. Zwar habe der Hitzesommer 2003 auch mit einem sehr warmen Juni begonnen. «Es gibt aber auch Jahre, in denen nur ein einziger Monat heiss ist.» Dieses Jahr hat bereits mit einem sehr warmen Frühling und dann starkem Frost im April überrascht, nun kommt eine frühe Hitzewelle. Gerstgrasser sieht keinen Zusammenhang. «Das sind Zufälle, zwischen den Ereignissen liegen zwei Monate.»

Tipps

So trotzen Sie der Hitzewelle

Viel Ungesüsstes trinken und sich wenig bewegen: Wer sich daran hält, kommt mit der Hitze besser zurecht. Wer trotzdem leidet: Ein nasses Tuch im Nacken kühlt. Wohnung und Büro in den frühen Morgenstunden lüften, danach Fenster und Läden schliessen. Das Bundesamt für Gesundheit rät, erfrischende, kühle Speisen zu sich nehmen. Und nach dem Sport solle der Salzverlust ausgeglichen werden. Zudem dürfen Personen und Tiere nicht in abgestellten Autos zurückgelassen werden.

njb

 

Landwirtschaft

Die Kühe leiden, dem Roggen gefällt die Hitze

«Den Kühen geht es am besten bei Temperaturen zwischen 5 und 20 Grad», sagt Jean-Charles Philipona vom Landwirtschaftlichen Institut Grangeneuve. «Mit Temperaturen von 25 bis 30 Grad haben sie Schwierigkeiten.» Die Kühe verwenden dann mehr Energie darauf, ihren Körper abzukühlen. Damit bleibt weniger Energie für die Milchproduktion. «Die Landwirte lassen bei dieser Hitze die Kühe in der Nacht auf die Weide und halten sie tagsüber im schattigen Stall, teilweise mit Ventilatoren.»

Auch die Kartoffeln haben Mühe mit der Hitze: Mit ihrem flachen Wurzelwerk holen sie kaum noch Wasser aus dem trockenen Boden. Und ihr breites Blattwerk braucht viel Wasser, um abzukühlen. «Für die Kartoffeln wird es nun prekär», sagt Nicolas Linder von Grangeneuve. Hingegen passt die Hitze dem Weizen, Gersten, Dinkel und Roggen. Mit ihrem tiefen Wurzelwerk holen sie Wasser aus tieferen Erdschichten. Weil bisher wenig Regen gefallen ist, haben sie kaum Blatt- und Ährenkrankheiten.

njb

 

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