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«Wir tun alles, damit es gut läuft»

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Autor: ImElda Ruffieux

Schnell war am Mittwochabend absehbar, dass die 200 bereit aufgestellten Stühle in der Aula der OS Wünnewil nicht ausreichen würden, um dem grossen Andrang an Besuchern des Informationsabends rund um das geplante Asylzentrum gerecht zu werden (FN vom 20. Januar). Eilends wurden weitere Sitzgelegenheiten herbeigeschafft und neben den zahlreichen Fernsehkameras platziert: Das Interesse von Bürgern und Medien war gross.

In den vielen Voten wurde vor allem die Befürchtung geäussert, dass sich die Anwesenheit der 50 Asylbewerber negativ auf die Sicherheit im Dorf auswirke. Deutlich war der Frust über die Asylpolitik des Bundes zu spüren sowie der Ärger, von den Behörden beim Entscheid übergangen worden zu sein.

Gemeinde hatte keine Wahl

«Die Gemeinde steht vor einer grossen Herausforderung», sagte Doris Bucheli-Betschart in ihrer Begrüssung. «Der Gemeinderat hat diese Herausforderung aber nicht gesucht, sie wurde uns übertragen.» Die Gemeindepräsidentin machte klar, dass der Kanton nicht mit einer Bitte an den Gemeinderat herangetreten ist. «Es war eine Aufforderung.» Staatsrätin Anne-Claude Demierre gab dies auch ohne Weiteres zu: «Es war keine Zeit mehr zum Verhandeln.» Der Kanton habe auf Druck des Bundes dringend handeln müssen. Sie sei aber froh, dass der Gemeinderat die Zusammenarbeit gesucht habe, statt auf Widerstand zu machen.

Appell an die Solidarität

«Der Kanton Freiburg ist per Bundesgesetz verpflichtet, 3,3 Prozent der Asylbewerber aufzunehmen», erklärte auch Staatsrat Beat Vonlanthen, der nach Wünnewil gekommen war, um die Argumente des Staatsrates auf «Seislertütsch ù dütlich» klarzumachen. Die beiden Amtsträger baten um Verständnis und appellierten an die Solidarität. «Diese Leute sind verletzlich. Sie mussten ihre Heimat verlassen. Das war nicht einfach, sie haben vielleicht die schlimmste Zeit ihres Lebens hinter sich», sagte die Vorsteherin der Direktion für Gesundheit und Soziales.

«Sind wir sicher?»

Fragen rund um die Sicherheit sind am Mittwochabend am häufigsten aufgeworfen worden. «Die Asylbewerber sind ja keine Gefangenen. Wie sehen denn ihre Freiheiten aus?», wollte ein Bürger wissen. «Sind unsere Töchter gefährdet, wenn sie abends allein unterwegs sind?», fragte eine Frau, und andere wollten wissen, ob der Schulbereich als verbotene Zone ausgeschieden werden kann. Auch Fragen über das Kriminalitätsrisiko wurden gestellt.

Stefan Moll-Thissen, Direktor der Firma, die für Freiburg und fünf weitere Kantone die Betreuung von Asylsuchenden organisiert, versuchte zu beruhigen und zu erklären: «Die Asylsuchenden werden im Dorf sichtbar sein. Sie können sich frei bewegen.» Asylsuchende seien aber grundsätzlich nicht kriminell. «Eine allerletzte Sicherheit können wir jedoch nicht geben.» Er versicherte, dass Straftaten oder Verstösse sofort geahndet würden. Möglich sei in Problemfällen auch eine Verlegung in andere Asylzentren.

Gute Erfahrungen in Sugiez

Sein Unternehmen betreibe auch Asylunterkünfte in direkter Nachbarschaft zu Schulen und es sei gut gegangen (siehe Kasten). «Wir lernen die Asylsuchenden kennen. Die Betreuer sind wachsam und ausgebildet, schwierige Fälle einzuschätzen», sagte Stefan Moll-Thissen. Die Ankommenden werden mit der hiesigen Lebensart vertraut gemacht und auf gewisse sensible Bereiche wie Schulen hingewiesen. Er erinnerte daran, dass die gleichen Ängste vor zwei Jahren auch in Sugiez geäussert wurden, als dort ein Asylzentrum eingerichtet worden ist. «Dort verlief am Ende alles viel, viel ruhiger als befürchtet.» Das bestätigte eine Frau aus Sugiez, die extra dafür zu diesem Abend eingeladen worden war. «Es kommen auch Familien mit Kindern. Wenn man sie kennenlernt, stellt man fest, dass es nicht nur Asylsuchende sind, sondern Menschen, die auch Angst haben, weil sie uns und unsere Lebensart nicht kennen.»

Bedingungen erfüllt

«Wir tun alles, was möglich ist, damit es gut läuft mit dieser Asylunterkunft», versprach auch Anne-Claude Demierre. Deshalb sei der Kanton auch auf alle Forderungen des Gemeinderates eingegangen. Dieser hatte unter anderem eine Beschränkung auf 50 Plätze verlangt sowie die Einrichtung einer Telefon-Hotline. Diese ist ab Montag rund um die Uhr in Betrieb. Auch vermehrte Polizeipräsenz gehört dazu.

«Wir hatten auch schon Unterkünfte in Düdingen, Tafers, Schmitten und Bösingen», erinnerte Oberamtmann Nicolas Bürgisser. Er führte als Moderator durch den Abend und schaffte es mit auflockernden Bemerkungen, der Diskussion die Schärfe zu nehmen. Derzeit halten sich rund 70 Asylsuchende im Bezirk auf, 40 davon konstant in der Gemeinde Plasselb. Bei einigen Asylzentren gebe es Problem, sagte der Oberamtmann. «Viele andere laufen aber problemlos.»

Als Chance sehen

Einige Bürger riefen dazu auf, die Anwesenheit der Asylbewerber als Chance zu sehen und auf die Leute zuzugehen. «Habt keine Angst vor diesen Leuten», sagte eine Bürgerin, und eine junge Frau ergänzte, sie verstehe die Sorgen über die unbekannte Situation. «Ich habe manchmal jetzt schon Angst, nachts unterwegs zu sein. Tun wir nicht so, als ob wir bisher keine Probleme gehabt hätten.» Gemäss Doris Bucheli-Betschart haben sich bereits Leute gemeldet, die analog zum Beispiel Sugiez eine Kontaktgruppe aufbauen möchten.

In nächster Zeit ziehen bis zu 50 Asylsuchende in die Zivilschutzanlage Wünnewil beim Werkhof.Bild Aldo Ellena/a

Bilanz:Froh über den Verlauf

Am Informationsabend wurden viele Ängste und Befürchtungen geäussert. Anne-Claude Demierre, Vorsteherin der Direktion für Gesundheit und Soziales, zog danach eine gute Bilanz.

Anne-Claude Demierre, wie ist der Abend verlaufen?

Ich bin sehr zufrieden. Es ist wichtig, dass die Bewohner Gelegenheit hatten, all ihre Fragen zu stellen und ihre Ängste zu äussern.

Es gab ja auch einige positive Voten.

Ja, es freut mich, dass neben all den kritischen Fragen auch viel Solidarität zu spüren war mit diesen Menschen, die ihr eigenes Land unter schwierigen Umständen verlassen mussten. Ich bin auch froh, dass sich die Bildung einer Kontaktgruppe abzeichnet. Damit haben wir in Sugiez gute Erfahrungen gemacht.

Ist die Situation in Wünnewil vergleichbar mit Sugiez?

Damals war die Lage auch dringend und die Befürchtungen der Bevölkerung genauso gross. Glücklicherweise konnte diese befristete Asylunterkunft problemlos betrieben werden. Die Erfahrungen von Sugiez fliessen nun auch in das Projekt von Wünnewil-Flamatt ein. im

Betreuung:Der Alltag der Asylbewerber

Mitte Februar werden schrittweise bis zu 50 Asylbewerber in der Zivilschutzanlage in Wünnewil einquartiert. Sie kommen unter anderem aus Eritrea, Tunesien und Nigeria: Frauen, Männer und Kinder. Sie werden von der ORS Service AG betreut, die für sechs Kantone insgesamt 5000 Asylsuchende betreut und dafür rund 400 Mitarbeiter beschäftigt. In Wünnewil wird ein Betreuungsteam von etwa acht deutschsprachigen Personen rund um die Uhr verantwortlich sein. «Sie sind qualifiziert und erfahren», erklärte ORS-Direktor Stefan Moll-Thissen. Die Asylsuchenden bleiben jeweils zwei bis vier Monate in der Unterkunft, so dass es laufend Wechsel gibt. Wer wohin kommt, bestimmt der Bund.

Das Frühstück wird in der Unterkunft zubereitet. Mittag- und Abendessen werden extern einkauft, da sich die Küche aus feuerpolizeilicher Sicht nicht eignet, um Mahlzeiten zuzubereiten. Die Bewohner erhalten pro Tag vier Franken Taschengeld für zusätzliche Verpflegung, Kleidung und Hygiene.

In der Hausordnung sind unter anderem ein Alkoholverbot, die Mithilfe im «Haushalt» sowie die internen Betriebszeiten festgehalten. Von Mitternacht bis sechs Uhr morgens wird die Anlage geschlossen. Die Betreuung beinhaltet Gespräche, Spiele, Sport, Animation, Sprachunterricht, Handwerk sowie die Teilnahme an Beschäftigungsprogrammen, zum Beispiel in Freiburg in einer Schneiderei, Reinigung, Velowerkstatt, Bäckerei usw.

Die Gemeinde erhält als Miete für den Zivilschutzraum 8000 Franken pro Monat. im

«Sind unsere Töchter gefährdet, wenn sie abends allein unterwegs sind?»

Autor: Besorgte Bürgerin von Wünnewil-Flamatt

«Asylsuchende sind grundsätzlich nicht kriminell.»

Autor: Stefan Moll-Thissen

Autor: Direktor der Firma ORS Service AG

Anne-Claude Demierre musste sich vielen kritischen Fragen stellen.Bild Corinne Aeberhard/a

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Autor: KA Autor

Autor: KA Funktion

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