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Zweikampf um das Uni-Rektorat

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Am 11. April wählt die Plenarversammlung der Universität Freiburg eine neue Rektorin oder einen neuen Rektor für die Amtsperiode 2019 bis 2023. Die Wahl muss zwar am 25. April noch vom Uni-Senat bestätigt werden, doch das gilt als reine Formsache. Nun hat die 53-jäh­rige Rektorin der Universität, Astrid Epiney, kurzfristig Konkurrenz bekommen. Bei der Gegenkandidatin handelt es sich um die 61-jährige Bernadette Charlier Pasquier, Dekanin der Philosophischen Fakultät.

 

Zwar sind Gegenkandidaturen bei solchen akademischen Neuwahlen in der Saanestadt nichts Neues, und auch bei Wiederwahlen ist es schon zu Gegenkandidaturen gekommen. Doch in der 129-jährigen Geschichte der Universität ist es noch nie vorgekommen, dass eine amtierende Rektorin oder ein amtierender Rektor abgewählt wurde. Die Gründe und Fronten für diese Kampfwahl sind intransparent. Hört man sich bei den Professoren um, so will niemand offiziell Stellung für die eine oder die andere Kandidatin nehmen. Einige machen sich Sorgen, dass die Hochschule in diesen schwierigen Zeiten steigender Studiengebühren gegen aussen zu wenig als Einheit auftritt und ihre schmutzige Wäsche öffentlich wäscht. Ein Partisanenkampf ist indes nicht auszumachen. Es geht bei dieser Wahl nicht um Geistes- versus Naturwissenschaften.

«Ich hatte immer das Gefühl, mit meinen Anliegen beim Rektorat auf offene Türen zu stossen.»

Bernhard Waldmann

Dekan

 

Ein zentraler Vorwurf, den Bernadette Charlier ins Feld führt, ist derjenige, dass die Kommunikation zwischen dem Rektorat und den Dekanaten mangelhaft ist. Namentlich sei über die Erhöhung der Studien­gebühren im vergangenen Herbst sehr schnell entschieden worden. Hört man sich allerdings bei den anderen Dekanen um, so relativiert sich dieses Bild klar. «Ich hatte immer das Gefühl, mit meinen Anliegen beim Rektorat und insbesondere bei der Rektorin auf offene Türen zu stossen», sagt Bernhard Waldmann, seit dem vergangenen August Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. «Ich habe immer rasch einen Termin bekommen, und die Kommunikationskultur als positiv erlebt, was unsere Fakultät betrifft.»

Astrid Epiney im aktuellen Interview.

Auch als es um die Ausarbeitung des Leistungsauftrags der Fakultät gegangen sei, habe er die Verhandlungen als «hart, aber konstruktiv» erlebt. Vor der Erhöhung der Studiengebühren seien die Fakultäten aus seiner Sicht rechtzeitig informiert worden – zunächst informell, dann formell. «Es war insgesamt zwar schon relativ knapp», so Waldmann, «das hat aber damit zu tun, dass sich die Verhandlungen mit dem Kanton relativ lange hinzogen. Aber wir sind informiert worden.»

Die Herausforderin will mehr Transparenz.

Christian Bochet, Dekan der Mathematisch-naturwissenschaftlichen und medizinischen Fakultät, bestätigt diesen Eindruck. «Ich kann mich nicht über die Kommunika­tions­kultur beklagen», sagt er. Zur Kommunikation im Falle der Studiengebühren wolle er sich allerdings nicht äussern. Zu den beiden Kandidatinnen als solche wollte er sich ebenso wenig äussern wie Bernhard Waldmann. «Ich kenne beide sehr gut und verstehe mich mit beiden», sagte er nur. Martin Wallmeier, Dekan der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, spricht ebenfalls von einer «offenen und transparenten Kommunikation mit dem Rektorat». Über die Gebührenerhöhung sei tatsächlich sehr kurzfristig informiert worden; aber dafür habe es triftige Gründe gegeben.

Zur Organisation

Senat und Plenarversammlung

Offiziell gewählt wird die Rektorin oder der Rektor der Universität Freiburg erst am 25. April, vom Senat als oberstem beschlussfassendem Organ. Dieser besteht aus zwölf Mitglieder, von denen je drei vom Grossrat, vom Staatsrat und von der Versammlung der Professorenschaft ernannt werden. Je ein zusätzliches Mitglied wird vom Studierendenrat, der Versammlung der wissenschaftlichen Mitarbeiter sowie der Versammlung des administrativen und technischen Personals delegiert. Der Wahlvorschlag zuhanden des Senats wird bereits zwei Wochen früher, am Abend des 11. April in der sogenannten Plenar­versammlung bestimmt. In ihr haben sämtliche der derzeit rund 250 Professorinnen und Professoren eine Stimme, dazu je zehn Delegierte des Studierendenrats, der Versammlung der wissenschaftlichen Mitarbeiter sowie der Versammlung des administrativen und technischen Personals.

jcg

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