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Zwischen Schönheit und Zerstörung

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Regie-Ikone Guillermo del Toro sprach am Fiff über das mexikanische Kino, seine Idole und das Verhältnis von Schönheit und Gewalt.

Er gehört zu den Ikonen des zeitgenössischen Kinos: Guillermo del Toro. Am Sonntag trat der mexikanische Starregisseur live aus Hollywood mit dem Publikum des Filmfestivals Freiburg (Fiff) in Kontakt. Im Rahmen einer Retrospektive sprach er über die mexikanische Filmgeschichte und darüber, wie diese sein eigenes Schaffen beeinflusst hat. Del Toro ist ein Grenzgänger zwischen Blockbuster-Kino und Autorenfilm, dreht Horrorfilme, die in Cannes überzeugen, und Arthaus-Filme, die bei B-Movie-Fans Anklang finden. Sein letzter Film «The Shape of Water» transformierte die Geschichte vom Monster aus dem Horrorklassiker «Creature from the Black Lagoon» in eine zärtliche Liebesgeschichte, für die ihn die Festivals mit Preisen überschütteten (siehe Kasten).

Seinen filmischen Stil begründet del Toro mit seiner Jugend in Mexiko: «Meine Generation ist mit einer extremen Vielfalt an Filmen aufgewachsen. Im Fernsehen gab es amerikanische Filme, das revolutionäre Kino, die klassischen Melodramen, die europäischen Filme und noch vieles mehr. Diese Vermischung hat mich fasziniert und beeinflusst», erklärt del Toro. «Ich liebe es, Dinge zu verbinden, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen», sagt er und spielt auf seinen Film «El laberinto del fauno» an, in dem er Elemente des Märchenfilms mit der Aufarbeitung der Franco-Diktatur in Spanien vermengt.

Bedeutendes Filmland

Das mexikanische Kino ist nicht erst seit der Generation del Toros, zu der auch die Oscargewinner Iñárritu und Cuarón gehören, in aller Munde. «Mexiko und das Kino sind praktisch zum gleichen Zeitpunkt geboren», sagt del Toro. Schon früh hat sich in seinem Heimatland eine Filmkultur herausgebildet, die Hollywood in nichts nachsteht. Vor allem in den 1940er- und 1950er-Jahren – im sogenannten goldenen Zeitalter – hat sich Mexiko zum wichtigsten Kinoland Lateinamerikas entwickelt. Seit jeher ist dieses eigenwillige Filmland auch durch seine Gesellschaft geprägt: «In der mexikanischen Gesellschaft kommt die Schönheit mit der Brutalität zusammen. Es gibt eine zerstörerische Kraft und eine festliche, erhabene Kraft», so del Toro. Dazu komme noch der tief verwurzelte Katholizismus, der in Mexiko eine ganz eigene Spielart habe: «In Mexiko spielen vorkolonialistische Riten in den Katholizismus hinein. Die Kirche hat eine enorme Macht. Gleichzeitig gehen die Leute zwar jeden Sonntag in die Messe, glauben aber selten wirklich, was man ihnen da erzählt», sagt er. «In meinen Filmen versuche ich, diese Ambivalenz einzufangen.»

Facetten eines Blutsaugers

Ins Schwärmen kommt del Toro, wenn er über seine Idole in der langen Geschichte des mexikanischen Kinos spricht. Etwa über den praktisch unbekannten Filmemacher Fernando Méndez – den Meister des mexikanischen B-Movies. «Méndez hat die Figur des Vampirs neu erfunden. Dracula hat bei ihm eine europäische Eleganz und eine mexikanische Wildheit», sagt er. «Méndez musste zeitlebens mit extrem beschränkten Mitteln arbeiten. Durch ihn habe ich gelernt, dass gerade aus den finanziellen Einschränkungen etwas Grosses entstehen kann. In der Limitation liegt oft die grösste Kreativität», so del Toro. Vor allem in seinen frühen Filmen knüpfte er an diese Tradition des Low-Budget-Films an – etwa in seinem Vampirstreifen «Cronos», in dem auch er versucht, der Erzählung vom eleganten Blutsauger neue Facetten abzutrotzen.

«Die Form ist der Inhalt»

Er sei ein Formalist, sagt del Toro, als man ihn nach seinem filmischen Grundprinzip fragt: «Ich habe früh gelernt, dass man das Wie und das Was nicht sauber trennen kann. Die Form ist der Inhalt.» Seine grössten Inspirationen betreffen deshalb weniger die Figuren oder die Handlung der Filme, sondern das Erlebnis Kino: «Für mich existiert das Kino für die besonders starken Momente, die uns berühren oder die uns Angst einjagen.»

Zur Person 

Eigenwilliger Ästhet und Oscar-Abräumer

Guillermo del Toro wurde 1964 in Mexiko geboren und gehört zu den wichtigsten Filmemachern seiner Generation. Den Durchbruch schaffte er 1993 mit «Cronos» – einem unkonventionellen Vampirfilm. Del Toro ist berühmt für seine detailverliebte Ästhetik, seine Vorliebe für monochromen Farbeinsatz und seine märchenhaften Bildwelten. Zu seinen berühmtesten Werken zählen «El espinazo del diablo», «El laberinto del fauno» oder «The Shape of Water». Letzterer gehört zu den am meisten ausgezeichneten Filmen der letzten Jahre und gewann 2018 vier Oscars, darunter der Oscar für den besten Film. lr

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