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Auf Tuchfühlung mit dem Gemüse

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Für einmal selbst Gemüse pflücken: Am Gmüesfescht in Kerzers konnten die Besucher mit einer Tasche ausgerüstet ein vitaminreiches Andenken von den Selbstpflückfeldern mit nach Hause nehmen–und auf diese Art einen Teil desWochenendeinkaufs erledigen.Wer den Anbau selbst ausprobieren wollte, dem drückte eine Promoterin eine Tüte mit Profi-Saatgut einer neuen Salatsorte in die Hand.

Kühe im Gewächshaus

Heiss war es auf dem rund zehn Hektar grossen Gelände am Samstagnachmittag. «Trinken Sie bitte genügend Wasser», forderte eine Stimme durch die Lautsprecher die Besucher auf. Interessierte konnten im Erlebniszelt der Fachzentren oder an diversen Ständen vieles über die Welt des Gemüses erfahren: Etwa, dass es Traktoren mit GPS gibt, die per Satellit gesteuert werden, dass 90 Prozent des Schweizer Rosenkohls im Seeland angebaut wird, dass Saatgut durch die Behandlung mit Hilfsstoffen gegen Krankheiten und Schädlinge oft kunterbunte Farben hat oder dass Gemüseeinkäufer mit ihren Headsets eher an Fluglotsen oder Börsenhändler erinnern.

Wer schon immer einmal wissen wollte, wie das Gemüse wächst, bevor es in seinem Einkaufskorb landet, konnte sich direkt vor Ort ein Bild machen. Anbau, Verarbeitung, Verpackung: Verschiedene Betriebe öffneten ihre Pforten. So konnten Besucher bequem mit dem Gmüesbähnli zum Betrieb von Biolandwirt Fredy Wolf fahren. In einem seiner Gewächshäuser hingen längliche Peperoni an langen Stauden, die in die Höhe rankten; es duftete intensiv. Im Gegensatz zur konventionellen Hors-Sol-Produktion wurden die Pflanzen in den Boden gepflanzt. Statt Peperoni waren auf den Wegweisern allerdings Tomaten angekündigt: «Nein, auch Bio-Tomaten sehen nicht aus wie Peperoni», scherzte Biolandwirt Wolf. Er habe seinen Betrieb spontan zur Besichtigung geöffnet: Der ursprünglich angekündigte Nachbarbetrieb kämpfe mit einer Tomatenkrankheit.

Spezialgäste im Gewächshaus waren zwei Kälber der ProSpecieRara-Rasse Rätisches Grauvieh, die zur Mutterkuh-Haltung der Bioleguma gehören. «Wir möchten damit den Kreislauf aufzeigen: Der Mist und die Grünabfälle aus der Gemüseproduktion werden kompostiert und anschliessend als Dünger verwendet», sagte Roland Mäder von der Bioleguma. «Wir verwenden keinen synthetisch-chemischen Dünger.»

 Auf das Motto «Hightech in the Green» angesprochen, sagte Biolandwirt Wolf: «Einige stellen sich manchmal vor, dass wir mit Ross und Pflug arbeiten.» Auf seinem Betrieb hat der gelernte Gemüsegärtner allerdings eine modernste Gewächshausanlage: So geht etwa die Lüftung vollautomatisch an, wenn es zu heiss wird.

Wolf produziert auf 20 000 Quadratmetern gedeckter Fläche und 35 Hektaren Freiland jährlich 3500 Tonnen Biogemüse; vor allem für Grossverteiler. 22 Angestellte arbeiten auf dem Betrieb. «Wir arbeiten praktisch mit der gleichen Infrastruktur wie die konventionellen Produzenten.» Wichtig sei das Endprodukt: Dieses sei nachhaltig und biologisch. «Ich möchte nicht nur für die oberen fünf Prozent produzieren», sagte der 43-Jährige. Es sei ihm wichtig, die Böden für die nächste Generation gesund zu hinterlassen.

Auch Jürg Frey vom Betrieb Bioleguma war bei Wolf vor Ort. Bioleguma beliefert vor allem Grossverteiler. Zum Motto «Hightech in the Green» meinte Frey: «Wir versuchen, einen Gegenpol zu bilden und die Kreisläufe zu schliessen.» Und weiter: «Wir setzen keine Stoffe in die Welt, welche die Natur nicht kennt und mit denen sie nicht umgehen kann.» Dazu gehört auch das umstrittene Schwermetall Kupfer als Fungizid. «Es wird praktisch nicht mehr eingesetzt; stattdessen braucht man Steinmehl», so Bioleguma Co-Gründer Frey.

«Eine Zukunft aufbauen»

 An einem Infostand gaben Gemüsegärtner-Lehrlinge Auskunft über ihre Berufswahl. Aktuell besteht ein Mangel an Nachwuchs. «Ich bin auf einem solchen Betrieb aufgewachsen», so Simon Hämmerli aus Brüttelen. «Nach dem Schnuppern war die Berufswahl für mich klar», sagte der 17-Jährige. Der Beruf habe viele Weiterbildungsmöglichkeiten, man sei gesucht. «Ich könnte problemlos in den USA oder in den Niederlanden Arbeit finden», sagte er. «Man kann sich damit eine Zukunft aufbauen», so Ibish Sadiki, Lehrling im ersten Lehrjahr. Auch die 18-jährige Simone Steiner hat sich für eine Lehre als Gemüsegärtnerin entschieden. Sie ist im dritten Lehrjahr. «Ich bin gern draussen, und es immer etwas zu tun: Es ist nie langweilig», sagte sie.

Ziel erreicht

40000 Gemüsefans in Kerzers

«Das gesteckte Ziel von 40000 Besuchern haben wir sicher erreicht», sagte Thomas Wyssa, OK-Präsident des Gmüesfeschts, auf Anfrage. «Mit rund 20000 Besuchern war der Sonntag fantastisch.» Wetterglück begleitete die Veranstaltung. Am meisten Anklang fanden die Betriebsbesichtigungen. «Das Interesse daran, wie Gemüse wächst, war gross», so Wyssa. Ebenfalls ein Renner: Das Erlebniszelt «Der lange Weg zum Gemüsegenuss» der Fachzentren inklusive Pflanzendoktor. Mit dem Fest feierte die Gemüseproduzenten-Vereinigung der Kantone Bern und Freiburg (GVBF) von Freitag bis Sonntag ihr 75. Jubiläum.ea

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